Text 2: Wie aus Magie im Laufe der Zeit Maggi wurde

Nicht nur, dass im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende manche Begriffe ihrer ursprünglichen Bedeutung beraubt wurden und heutzutage ganz andere Bilder im Bewusstsein der Menschen erwecken, als es vor langer, oder auch nicht ganz so langer Zeit mal der Fall gewesen ist. Aber nicht nur Begriffen ergeht es so, sondern auch Erzählungen, die heutzutage anders interpretiert werden, als ursprünglich angedacht, wie z. B. die Erzählung von Pandora, deren Büchse noch heute bekannt ist, ihr aber im Laufe der Zeit angedichtet wurde.
Selbst der Lauf der Geschichte bleibt von diesem Prozess der Vernebelung nicht verschont, denkt man nur an die Zeit(en) des Matriarchats, dessen Bilder heutzutage aus dem Geist der gegenwärtigen Zeit weitestgehend verschwunden sind, fast so, als hätte es sie nie gegeben. Und dann sind da noch all die Geschichten aus unvordenklichen Zeiten, die wir heutzutage als Mythen, als Sagen, bezeichnen und sie gar als bedeutungslose Hirngespinste primitiver Völker abtun. Abgesehen davon, dass der Begriff der Primitivität ebenfalls zu jenen zählt, die heute anders gedeutet werden, wird doch so aus ursprünglich ein abwertendes einfaches Gestricktsein.

So machen gerade Mythen deutlich, welcher Prozess aus der Gegenwart heraus abläuft und seine immer differenzierteren Fühler immer weiter in die Vergangenheit hinausstreckt, um zu realisieren, was wirklich gewesen ist … jedoch nicht, um auch wirklich zu verstehen, was gewesen ist, sondern, um die Vergangenheit derart mit dem gegenwärtigen Bewusstsein zu gestalten, dass die Wirklichkeit in diesem Wandlungsprozess möglichst weitreichend in einem immer dichter werdenden weißen Nebel verschwindet, der Verdrängung eines traumatischen Geschehens gleich und der Wandlung von Informationen in Daten nicht unähnlich.

Was aus heutiger Sicht einfache Geschichten “einfacher” Völker sind, waren jedoch Zeugnisse jener nebellosen Wirklichkeit, die heute kaum mehr vorstellbar ist, weil das Bewusstsein der nebulösen Gegenwart, menschlicherseits, ein anderes ist, als es jenes der Mythenerschaffer war.
Kaum jemand vermochte dieses bisher anschaulicher darzulegen als Julian Jaynes mit seiner Theorie des bikameralen Bewusstseins, hier näher beschrieben und auch als Buch erhältlich.

Die Geschichte des Bewusstseins ist die systematische, und damit planvolle, Realisierung der systemischen, also planlosen, aber nicht ziellosen, Wirklichkeit … oder anders ausgedrückt: die Realität wird mehr und mehr zur vereinfachten Abstraktion der Wirklichkeit, die darauffolgend möglichst flächendeckend als Allgemeinbildung verallgemeinert wird. Fürwahr … Geist kommt beizeiten in die Welt.

Die Gegenwart dementiert somit ihren wahren Ursprung, jenseits des Zeitlichen, und bezeugt dieses durch die geistige Demenz, die, ganz bewusst, sich als Realität abzeichnet. Dieses nötigt die Menschheit, reaktiv, sich mehr und mehr EIN Umfeld der Sicherheit, der Vorhersagen, der Routine, sprich, EINER künstlichen Ordnung aufzubauen, um im Nebel nicht verloren zu gehen. Dass die reale Demenz, die sich im Menschen selbst als Krankheitsbild zeigt und die sich innerhalb der Menschheit ausbreitet, sich auf die Menschheit als Ganzes übertragen lässt, wird gerade im Fortbestehen von Kindheitserinnerungen, trotz Fortschreitens der Krankheit, deutlich, jene Kindheit, die, auf die Spezies Mensch übertragen, genau jene Zeit der Mythenerschaffer ist.
Offensichtlich restimuliert die fortschreitende Systematisierung der Wirklichkeit das wahre Wesen der Realität, unter dem Deckmantel des Nebels, fern jeglicher Verkörperungen, Formen, Muster und metaphorischen Manifestierungen.

Wofür ?

Des Friedens willen … des Friedens mit der Vergangenheit, damit die (Los)Lösung von EINEM Problem, vom PROBLEM schlechthin, endlich aktiv, statt überwiegend reaktiv, auf den Weg gebracht werden kann. Enttraumatisierung. Um jene Informationen aus ihrer Starre zu befreien, welche die Mythen durch immer starrsinnigere Zeiten bewegen.

The American Indian myths which speak of electrical disaster and fossilization are a surprising motif across widely separated geographic regions. It is said that as many as 2,000 Native tongues were being spoken at the time of the arrival of the first European settlers, so it may be well to take note of any agreement between the myths, considering the language barriers between Indian tribes.
Quelle

Doch solange die Systematisierung systematisch vorangetrieben wird, bleibt die Demenz bestehen und schreitet ihrerseits fort … im Kleinen, wie im Großen.

Demenz mit Medikamenten zu heilen ist so typisch für menschliche Problemlösungen wie der Plan Mutationen, mittels der Gentechnik auszumerzen, sind beide Symptome, Demenz, wie Mutationen, doch bereits Teil des Lösungsweges, deren Bekämpfung mit fortschreitenden Errungenschaften der Gegenwart daher einzig den Nebel weiter verdichtet, statt ihn zu lichten … und damit der Restimulierung näher kommt.

Und wo bleibt die Magie, die uns noch immer zu verzaubern vermag, ohne dass ihr wirkliches Wesen auf breite Akzeptanz in der Realität stößt, aus Platzmangel in der Ordnung unzähliger Systeme? Nun, auch sie blieb und bleibt von der Vereinfachung zwecks Massentauglichkeit nicht verschont. So ermöglicht sie möglichst Vielen auf vereinfachtem Wege, ganz ohne Magie, aus EINEM Massenfraß etwas Zauberhaftes zu realisieren … deshalb heißt die Magie seit längerem schon anders, nämlich Maggi ! Und es soll sogar Demenzkranke geben, die sich bei der Erwähnung dieses Namens an eine Zeit erinnern, wo alles klarer erschien, ganzheitlicher, nebellos … statt nebulös … Restimulation im Kleinen erlebend.

Obendrein macht aber auch die Aussprache von Magie und Maggi deutlich, worauf es der Masse heute immer vordergründiger ankommt, nämlich auf Schnelligkeit und auf schnelle Resultate. Je schneller, desto magischer erscheint es. Dem Nebel soll es recht sein … reale Lösungen müssen her, der wirkliche Lösungsweg dagegen bleibt derweil auf der Strecke … sprich, im offensichtlich Verborgenen. Aus gutem Grund.

Und wem die Suppe der Vergangenheit nicht schmeckt, da sie mehr und mehr zum Einheitsbrei verkommt, der würzt einfach nach … it’s a kind of magic … wie einst die Mannen von Queen sangen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s