Text 7: Parasiten, Schädlinge und Krankheitserreger

Parasiten, Schädlinge, Erreger, Viren. Allerhand Viehzeug, mit denen wir nichts zu tun haben wollen. Dabei gebrauchen wir diese Worte inzwischen auch im Umgang mit unseren Computern … und sogar mit unseren Mitmenschen. Doch egal auf welchen Bereich des Lebens wir diese Begriffe übertragen, ihnen allen ist EINES gemeinsam, nämlich das Etikett des Bösen, des Gemeinen, des Hinterlistigen, sind Parasiten und Co. doch immerzu darauf aus, sich auf Kosten anderer zu laben und so zu gedeihen.

Ursprünglich wurde der Begriff “Parasit” für Menschen verwendet: In der griechischen Antike war ein Parasit ein ausgewählter Opferbeamter, der – stellvertretend für das Volk – an Opfermahlen teilnahm und so auf Kosten der Allgemeinheit Speis und Trank erhielt. Später bezeichnete man auch jene als Parasit, die sich bei reichen Leuten für eine Mahlzeit einschmeichelten.
Quelle

Nun besteht das Leben als Ganzes im Grunde aus zwei Proportionen von Lebensformen, allgemeinhin als Menschheit und Natur bezeichnet, wobei der Mensch aber auch zur Natur gehört und sich die Natur auch im Menschen wiederfindet. Die EINEN sind überwiegend Energieräuber, die ANDEREN können hingegen mit Energie ordentlich haushalten.
Aus Sicht von uns EINEN machen Parasiten und Co. keinen Sinn und sind einfach nur lästig und ekelig, aus der Sicht der ANDEREN mag es sich jedoch anders darstellen … und aus der Sicht des Ganzen, sprich, Natur UND Mensch, kurz LEBEN, zeigt sich gar die Notwendigkeit der Parasiten, um die Möglichkeiten ALLER Lebensformen im tatsächlichen Geschehen des Lebens zu gewährleisten … und das gilt auch für die virtuelle Welt der Computer UND für die Alltagswelt der Menschen im alltäglichen Miteinander, schließlich gibt es keine Fehlentwicklungen im Leben, sondern einzig das Ausleben von Möglichkeiten im Rahmen von Notwendigkeiten für das GANZE Leben und alle Lebensräume. Dass wir Menschen das als Masse gänzlich anders sehen, liegt einzig an unserer zunehmenden Abtrennung, man könnte auch sagen Abnabelung, von Mutter Natur. Und JA, dieser Prozess ist ebenfalls eine Notwendigkeit, wie im realen Leben, in allen Größenordnungen, nun mal auch … die Geschichten der Säuger erzählen davon unentwegt.
Doch die Geschichte dieser Notwendigkeit der Abnabelung der Menschen von der Natur ist nicht das eigentliche Thema dieses Beitrags, obwohl sie erahnen lässt, warum wir Menschen Parasiten und Co. in EINEM so schlechten (Kunst)Licht wahrnehmen, egal auf wieviel Beinen, wenn überhaupt, sie daherkommen …

Was sagt nun das Leben im Ganzen über die Rollen dieser scheinbar so schadhaften Zeitgenossen wirklich aus, die umso mehr verkannt werden, je mehr man Einzelschicksale betrachtet, anstatt das Schicksal auf eine Population in einem bestimmten Umfeld oder sogar auf eine ganze Spezies bzw. alle Spezies überträgt.
Krankheitserreger erregen primär keine Krankheit, sondern erregen durch ihre Anwesenheit, und der daraus hervorgehenden Reaktionen des Körpers, Aufmerksamkeit, die auf eine Störung in der Körperbalance hindeutet. Diese Störung ist der eigentliche primäre Grund für eine Krankheit, die Erreger sind nur sekundärer Natur, die nicht auftreten können, wenn der primäre Grund fehlt. In dieser Hinsicht verkennen wir Menschen sie komplett … obwohl sich diesbezüglich bereits neue Denkstrukturen ausbilden, z. B. hinsichtlich der sogenannten Darmflora.
Erreger weisen auf eine Ansammlung von Unordnung hin, die durch entsprechende Aufmerksamkeit, und daraus hervorgehenden Maßnahmen, wieder für Ordnung sorgen sollen, um die eigentliche Unordnung aufzulösen.
Gleiches gilt, und darum geht es im Eigentlichen hier im Beitrag, für den Umgang der Menschen untereinander. Die Rolle der Massenmedien und aller anderen Aktionen, mit denen Aufmerksamkeit erregt werden, deuten ebenfalls auf Störungen hin, auf angesammelte Unordnungen, die nach Auflösung rufen. Je größer die Schlagzeile, desto lauter der Ruf. Je größer die Bestürzung, desto lauter der Schrei. Je mehr Erreger, desto immenser die Abweichung vom ausbalancierten Mittelweg des Ganzen … und das in allen Einzelbildern, aus denen sich unser Weltbild der Realität zusammensetzt.

Nun, Erreger sind eine Sache, Parasiten und die sogenannten Schädlinge eine andere, denn während erstere sich um Unordnung scharen und Ordnung auf der Strecke bleibt, sind letztere zur Stelle, wenn die Ordnung vorauseilt … ist doch das ihre Nahrung, was andere zuviel haben. Überall, wo Parasiten auftauchen, liegt ein Ungleichgewicht zugunsten der Ordnung vor. Die Vorratshaltung der Menschen, die zum Beispiel reichlich Mehl und andere Lebensmittel horten, für eigene schlechte Zeiten, wäre hier erwähnenswert, ist sie doch eine Quelle für Schädlinge aller Art. Aus Sicht des Ganzen kann es nicht HARMONISCH zugehen, wenn die einen zum (Über-)Leben sehr viel und andere zugleich gar nichts haben.

Tauchen Parasiten auf, dann hat der Wirt mehr von dem, was anderen, aus Sicht des HARMONISCHEN Ganzen, verwehrt bleibt. Parasiten bringen die Balance zwischen (Wohl-)Habenden und denen, die weniger haben, wieder ins Gleichgewicht. Blattläuse befallen die gesündesten Pflanzen. Kopfläuse jene Menschen, die allgemeiner Unordnung mehr gewachsen sind als andere. Eier werden in Insekten abgelegt, wenn es der Population der befallenen Insekten als Ganzes sehr gut geht. Die Natur betrachtet nicht das Einzelschicksal eines Insekts, sondern die gesamte Population vor Ort bzw. eine ganze Spezies. Einzig der Mensch sieht Einzelschicksale und interpretiert das Verhalten von Parasiten und Co. als schädlich für sich selbst, nicht aber als Notwendigkeit der Balance für ALLE. Das ist der Fluch der Trennung vom Natürlichen … und die Wurzel des Missverstehens des Begriffs der Ganzheitlichkeit, EIN Missverstehen, welches sogar jene heimsucht, die sich Ganzheitlichkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben und die Welt einzig aus der Perspektive der Menschen, nicht aber aus den unzähligen Augen der Natur betrachten.

Wenn wir somit im täglichen Leben von Parasiten sprechen … und auf Menschen zeigen, die sich in unseren Augen auf Kosten anderer bereichern wollen … dann können sie dieses nur, weil sie sich auf jene stürzen, die, im Sinne der Ordnung, der HARMONIE des Ganzen etliche Schritte voraus sind, zum Beispiel durch ein ausgeprägtes Empathieverhalten, durch eine kernige Gesundheit, durch Antifragilität in verschiedenster Auslebung. Wer Parasiten anzieht wie Licht die Motten, der braucht zudem keine Ansammlung von Unordnung fürchten … vielleicht ist das ja der Grund, warum Parasiten scheinbar vor Allergien schützen … nicht weil der Parasit der primäre Grund des Schutzes ist, sondern, weil der Parasit sich am ohnehin vorhandenen Ordnungsvermögen des Wirtes bedient und sein Auftritt daher sekundärer Natur ist. Das haben Parasiten und Krankheitserreger gemein … genau wie die menschliche Fehlinterpretation ihres Auftritts auf der Bühne des Lebens … genau, wie das Ziel ihres jeweiligen Auftritts, nämlich, die Balance des Lebens als Ganzes aufrecht zu erhalten und Ungleichgewichte vor einer Eskalation zu bewahren.

Wer von Parasiten heimgesucht wird, hat bzw. verkörpert offensichtlich Etwas, das dem Leben als Ganzes zugute käme, wenn es denn gleichmäßiger verteilt wäre, zwecks Bindung.

Wer von Erregern heimgesucht wird, hat bzw. verkörpert offensichtlich Etwas, das vom Leben als Ganzes angeganfen werden sollte, zwecks Auflösung.

Wer weder das eine, noch das andere hat, der wandelt in HARMONIE mit sich und der Welt auf dem schmalen Grat zwischen Licht und Schatten, zwischen Yin und Yang.

Betritt man als Mensch das Haus eines Wirtes, dann geschieht dieses in der Regel, um an Etwas teilzuhaben, was der Wirt zu geben imstande ist … und wenn es nur eine gemütliche Atmosphäre ist, die man in Gesellschaft anderer, Gleichgesinnter, teilen mag. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Verteiltes Glück ist doppeltes Glück … und wiegt viermal so viel wie geteiltes Leid, ohne dabei als Last empfunden zu werden.
Kein Wunder, dass auf dem schmalen Grat zwischen Licht und Schatten weder Parasiten, Schmarotzer, Schädlinge oder vermeintliche Krankheitserreger anzutreffen sind. Gleichwohl ist es kein Wunder, dass besagter Grat sehr schmal ist …

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