Text 8: Noch einmal Öko-Vampire und andere Blutsauger

Anbei mal wieder ein anschauliches Beispiel dafür, wie wir EINEN, als Menschheit, unterm Strich, die ANDEREN sehen und mit unseren Augen meinen, ihre Welt erkennen zu können, um darauffolgend das vermeinlich Erkannte mit Worten jener Sprache zu vermitteln, mit der wir das Leben aus unserer Sicht erfassen. Das englische Original findet sich hier. Der besseren Offensichtlichkeit, unseres (Miss)Verständnisses der ANDEREN, wegen, habe ich den Text übersetzt, damit auch Andere, die das Original nicht verstehen, vielleicht verstehen, worauf ich hinaus will.

Pflanzen mit bösen Zungen nutzen DNS-Kommunikation

Wissenschaftler haben entdeckt, was eine neue Form der Pflanzenkommunikation zwischen einer ”Vampir”pflanze und ihres Opfers zu sein scheint.

Wie in einer Studie, die kürzlich im Journal Science veröffentlicht wurde, beschrieben wird, nahm der wissenschaftliche Unkrautexperte Jim Westwood, von Virginia Tech, genauer unter die Lupe, wie die parasitäre Pflanze Cuscuta ihren Wirt attackiert.

Westwood betrachtete insbesondere die Interaktion mit zwei Wirtspflanzen, Arabidopsis und Tomaten. Es ist lange bekannt, dass Cuscuta ”vampirähnliche” Pflanzen sind. Wie ein Alptraum aus einem Horrorfilm schlingt sich Cuscuta um ihren Wirt. Dann nutzt sie eine lange Sonde, um, sprichwörtlich, ihr Opfer anzuzapfen und dessen Flüssigkeiten aufzunehmen.

Forscher unternahmen vorherige Arbeiten, die herausfanden, dass, wenn die Pflanze zum ersten Mal ihre ”Vampirzähne” in ihr Opfer schlägt, sie zudem damit beginnt RNA – eine Art DNA-Übersetzer – zwischen sich und ihrem Wirt zu transportieren.

Die aktuellste Studie erweitert diesen Einblick, sie hat herausgefunden, dass eine überraschende Menge an messengerRNA (mRNA) fortwährend zwischen beiden Pflanzen, während der parasitären Beziehung, ausgetauscht wird.

”Die Entdeckung dieser neuartigen Kommunikation zwischen Organismen zeigt, dass dieses weit häufiger geschieht, als bisher realisiert wurde.” sagte Westwood in einer kürzlichen Veröffentlichung. ”Nun da wir herausgefunden haben, dass sie all diese Informationen austauschen, ist die nächste Frage: Was genau erzählen sie sich gegenseitig ?”

Was sie fanden gleicht jedem wahren Vampir, überredet der Parasit doch mit einer ”silbernen Zunge” sein Opfer seine Abwehr herunterzulassen.

Mit diesem Wissen, sagt Westwood, können Experten nun neue Wege entwickeln, um parasitäre Unkräuter, wie Hexenkraut und Sommerwurz, zu bekämpfen, die insbesondere bedeutende Feldfrüchte im Visier haben.

”Die Schönheit dieser Entdeckung liegt darin, dass diese mRNA die Achillessehne der Parasiten sein könnte,” sagte Westwood. ”Das ist alles sehr aufregend, weil so viele potenzielle Implikationen diese neue Information umgeben.”

Original: Evil talking plants use DNA communication
Übersetzung: Guido Vobig

 

Soweit unser (Miss)Verständnis der ANDEREN, wobei ich natürlich nicht jeden einzelnen von uns EINEN meine, denn es gibt sie, die ANDERS-Denkenden, die Gegen-den-Mainstream-Schwimmenden. Gäbe es sie nicht, nicht auszudenken, wo wir dann wären bzw. nicht hinkämen.

Nun, nicht nur Bakterien sind für manchen Horrorstreifen unserer Vorstellungskraft gut, Stichwort Biofilm, auch Pflanzen haben offenbar das Potenzial uns EINEN das Fürchten zu lehren, in Form von Öko-Vampiren mit bösen Absichten.
Da stellt sich mir die Frage, ob die Forscher nun eine neue Sprache der Pflanzenkommunikation entdeckt haben – oder haben sie eine für unser Verständnis der ANDEREN neue Form der Kommunikation entdeckt, die für die ANDEREN aber ein ”alter” Hut ist, weil wir HARMONIE verkennen und meinen die ANDEREN mit unserem Harmoniebefinden bewerten zu müssen? Nicht nur, dass wir verwundert sind, wie oft nicht nur Bakterien ein Verhalten an den Tag legen, welches wir derart nicht erwartet haben, nein, auch in der Pflanzenwelt wird immer offensichtlicher, was ironischerweise immerzu offensichtlich ist, vorausgesetzt der Sinn für Kohärenz ist im Betrachter nicht gänzlich verkümmert … vielleicht durch Parasiten der technologisch fortgeschrittenen Art!?
Ohne diesen Sinn fragt man in der Tat nach dem Inhalt des Informationsaustausches von ”Angreifer” und ”Opfer” und ist der Ansicht, dass, mit vermeintlich lieblichen Worten in RNA-Gestalt, das ”Opfer” dahingehend verführt wird, seine Abwehr fallen zu lassen, wie ein ansonsten zugeknöpftes Kleidungsstück.

Was wir EINEN sehen sind zwei Pflanzen. Punkt. Was wir nicht sehen, sind zwei Verkörperungen von Bewusstsein, eingebunden in eine Notwendigkeit der Bewahrung von Lebendigkeit, derer sich die Verkörperungen bewusst sind und sich darüber austauschen, wie diese über die Bühne des Lebens zu bringen ist, unter Einbeziehung der Möglichkeiten beider Verkörperungen, woraus sich aus diesem Austausch etwas ganz Neues ergeben kann, damit möglich wird, was notwendig ist. Somit ist dieser Austausch eine Wende aus der Not heraus, die HARMONIE bewahren zu können, auf Kosten mancher Verkörperung, aber zum Wohle des Lebens als ein Ganzes, wovon beide Verkörperungen der Pflanzen ein ”Teil” sind.

Uns EINEN interessiert ja im Grunde gar nicht die HARMONIE und was die ANDEREN zu sagen haben bzw. worüber sie sich wirklich austauschen, schließlich forschen wir gerne nach Wegen, die der Bekämpfung der ANDEREN Verkörperungen dienen … und zwar uns EINEN dienen und nicht selten eher in einer Sackgasse enden.
Und so schwärmen wir, wie im Text dargelegt, über die Schönheit EINER, zu unserem alleinigen Wohle ausgerichteten Entdeckung, weil wir unsere Rolle als eingeschworene Gesellschaft, die sich gegen die Gemeinschaft des Lebens verschworen hat, weiter beschwören können.

Aber vielleicht ist tatsächlich im Fall des Öko-Vampirs alles ganz anders, oder ANDERS (?), nein, A N D E R S (!). Vielleicht haben sich die ANDEREN ja längst etwas von uns EINEN abgeguckt und nutzen unsere geistreichen Ideen von Vampiren und Opfern, um uns dahingehend zu unterstützen den Höhepunkt unseres  unordentlichen Treibens endlich erreichen zu können, weil die Zeit reif ist … oder aber es ihr Potenzial der HARMONISIERUNG möglich macht, hin und wieder, auf unseren Pfaden zu wandeln, zumindest hier und da, ohne befürchten zu müssen, dass Gräber statt Wiegen entstehen und diesen Gräbern gar Verkörperungen entsteigen, die im Licht der Sonne keine Schatten werfen …

Im Licht dieser Sonne erscheint dagegen der folgende Textauszug, der eine ganz andere Message hat und direkt aus dem Haus des Lebens berichtet, welches die Bühne aller Verkörperungen ist und dessen Tür allen notwendigen Möglichkeiten offen steht:

The ancient RNA world hypothesis is filled up nowadays with current RNA world facts and increasing knowledge about the abundance of different but compatible RNAs, most if not all of them in coacting processes via cooperation and suppression as well as amplification. [40]
In this world of life processes actively dominated by RNA, DNA is increasingly cast in the role of the “house” of genetic information storage, whereas the interacting RNAs seem to be the “social network” within this house. [30],[32],[41]

Quelle: The DNA Habitat and its RNA Inhabitants: At the Dawn of RNA Sociology
Autoren: Luis P. Villarreal, Guenther Witzany
Fußnoten: siehe Quelle

Betrachtet man die Wortwahl der Darlegungen beider Forschungsarbeiten, dann zeigt sich, wo tatsächlich mit böser Zunge und entsprechendem Vokabular die Sicht einer ANDEREN Welt beschrieben wird, die sich demjenigen so zu präsentieren vermag, wie derjenige diese Welt zu beschreiben in der Lage ist … und nicht dergestalt präsent ist, wie derjenige es nicht vermag Worte für eine ANDERE Welt zu finden, die zugleich jedoch die Welt von uns EINEN ist.

Wenn eine Welt von zwei Seiten beschrieben wird, kommt es nicht darauf an die eigene Sicht durchzusetzen, sondern beide Ansichten auszutauschen, um das Vermögen beider, eine gemeinsame Welt zu beleben, zu fördern. Die ANDEREN haben mit diesem offenen Dialog offensichtlich keine Probleme. Für uns EINEN, uns Menschen, dagegen zeigt sich, dass Alles, außer meiner eigenen Welt, mir unbeschreiblich ist. Geschieht aber das Unbeschreibliche in meiner Welt, geschieht dieses stets durch andere Menschen, und die ANDEREN, die für meine Welt keine Worte haben. Somit geschieht anderswo, wofür auch ich keine Worte zu finden vermag.
Ein jeder erlebt die Welt in den Sprachen, die ihm zueigen sind, um sich der Welt mit-zu-teilen … to share your self, as well, with the world, gemäß den Krümeln eines Kuchens … und gemäß den vermeintlichen Opfern von Öko-Vampiren.

Fragt sich nur, wer, oder was, wirklich mit böser Zunge spricht und obendrein derart verführerische Worte zu wählen weiß, dass immer mehr Menschen, jung wie alt, nicht nur ihren Hals hinhalten, um in ihr Leben zu lassen, was in keinerlei Verbindung mit dem Wesen des Lebens steht, so eine Sprache ins Haus des Lebens holend, welche mehr und mehr zu einem Monolog entartet und das Leben letztendlich aus dem Haus vertreibt:

The techno-linguistic machine is giving language to human beings, and also taking the place of human beings in language for the current generation.
The first generation that learned more words from a machine than from their mothers has a problem concerning the relationship between words and the body, between words and affection. The seperation of language learning from the body of the mother and from the body in general is changing language itself, and is changing the relation between language and the body. As far as we know, throughout human history access to language has always been mediated by trust in the mother’s body. The relation between the signifier and the signified has always been guaranteed by the body of the mother, and therefore by the body of the others.

Quelle: Franco ”Bifo” Berardi – The Uprising – S. 101

Mit Parasiten und all den ANDEREN Öko-Vampiren ist es, wie in Text 7 dargelegt, demnach so eine Sache …

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