Text 14: Vom Mut Mutationen als notwendige Aktionen geschehen zu lassen

Expansion, ohne ein Gespür für notwendige Grenzen bewusst werden zu lassen, zeigt sich mehr und mehr als EIN Experiment, welches immer weiterer Experimente bedarf. Erst recht, wenn verschiedene Systeme versucht sind das Systemische unter sich aufzuteilen und feststehende Grenzen zu ziehen, die daraufhin mit Mitteln verteidigt werden, die erst durch die Verteidigung selbst notwendig wurden. Wo ist das Problem, mag da manch EINER fragen, schließlich macht es die Natur, in Form all der ANDEREN, doch nicht anders ?! So scheint es mal wieder, wenn nur im Vorbeigehen betrachtet wird, was in die Gegenrichtung unterwegs ist. Würde man sich dagegen mal die Zeit nehmen und vor Ort verweilen, während der wohlinformierte Fluss an einem vorbeifließt, ohne dass man ihm je noch einmal derart begegnen wird, könnte EINEM bewusst(er) werden, dass das Leben als Ganzes keinerlei Experimente bedarf, um für ALLES eine Lösung zu finden, während wir Menschen, in der Summe als Spezies, unsere Experimentierfreude umso mehr auszuleben gewillt sind, je weniger wir die Konsequenzen von Problemlösungen am eigenen Körper erfahren wollen.

Der wesentliche Unterschied zwischen Antifragilität und Robustheit, die im Grunde Vertuschung von Fragilität ist, kommt zum Vorschein, wenn natürliche Mutationen mit künstlichen Experimenten verglichen werden, verdeutlichend, warum Mutationen nichts anderes sind, als der Ausdruck von Mut Aktionen zu begegnen, die für das Leben als Ganzes notwendig sind. Mut + Aktionen = Muta(k)tionen. Mit allen (K)onsequenzen. Dabei sind es gerade die Konsequenzen, welche erst Antifragilität ermöglichen.

Im Gegensatz dazu zeigt sich Robustheit, als Vertuschung von Fragilität, darin, dass Mutationen weitestgehend gemieden werden, durch Experimente der verschiedensten Art, und dafür reichlich Mut-Mach-Reaktionen als Lösung für Probleme angesehen werden. Möglichst ohne irgendwelche Konsequenzen tragen zu müssen und das, obendrein, für möglichst lange und am besten mit robustem Gewinn für jene, die andere Menschen und die ANDEREN die Konsequenzen tragen lassen.

Beispiele, die den Unterschied zwischen Mutationen und Mut-Mach-Reaktionen verdeutlichen, gibt es in der Realität zuhauf:

Test von Ebola-Impfstoffen – Das Experiment der Experimente
In Kürze beginnen Ebola-Impfstofftests in Westafrika. Forscher erproben nicht nur verschiedene Impfstoffe, sondern auch verschiedene Strategien der Anwendung. Darunter eine, die noch nie untersucht wurde.

Quelle: siehe Link

Forscher warnen vor Ebola-Mutationen
Genetische Mutationen des tödlichen Ebola-Virus könnten einer Studie zufolge die jüngsten Fortschritte bei Impfstoffen und experimentellen Medikamenten durchkreuzen.

Quelle: siehe Link

Wie können es die Viren wagen ständig zu mutieren, während wir allerhand Mut-Mach-Reaktionen erfinden, um uns fortwährend im stets ‘grünen Bereich’ von Robustheit zu wähnen ? Doch damit nicht genug.

Keine Frage, auch die ANDEREN sind ständig Veränderungen unterworfen, um sich an veränderte Lebensbedingungen anzupassen. Dies geschieht mitunter auch durch äußerliche Anpassungen von Verkörperungen. Möglich wird, was für das Leben als Ganzes notwendig ist. Wobei jede Mutation, mit allen Konsequenzen, bereits der erste Schritt des Lösungsweges ist. Das macht die Dynamik der Diversität des Lebens deutlich.

Nun, auch wir EINEN produzieren Produkte am laufenden Band und passen sie Veränderungen an, nur machen wir es anders, als es die ANDEREN vormachen. Beispiele gefälligst ?

Größtes Schiff der Welt im Hamburger Hafen
Die „CSCL Globe“ ist 400 Meter lang und 58,60 Meter breit und kann 19.100 Standardcontainer (TEU) transportieren.

Quelle: siehe Link

SUV-Offensive: Volkswagen will an die Weltmarktspitze
Unternehmen setzt auf große Autos.

Quelle: siehe Link

Offensichtlich steckt im Kern von Mutationen die Realisierung des Gefühls für Kohärenz, welches sich als Zusammenspiel aller Lebewesen im Rahmen des Lebens selbst offenbart. Aus dem Kern unserer Mut-Mach-Reaktionen bricht dagegen eher die Emotionalität hervor, mit der wir all den Mutationen um uns herum begegnen, uns als die Größten aufspielend bzw. den Großen folgend, die immer größer werden wollen, mittels Energieraub anderswo.

Ist das der Preis für unser Selbst-Bewusstsein bzw. unseres Bewusstseins für uns Selbst ? Ist dieser Preis unser Unvermögen nicht am Vermögen der ANDEREN beteiligt zu sein ? Ist der Preis, den wir für unsere Mut-Mach-Reaktionen bereits sind zu zahlen, die Basis für die grenzenlose Expansion, auf der wir ein robustes Gebäude zu errichten gedenken ? Nicht im Gedenken an all jene, auf deren Kosten dieses Gebäude errichtet, und höher und immer höher aufgetürmt wird, sondern ganz in Gedanken versunken. Gedanken, die sich nur um unser Wohlergehen drehen und um all die Möglichkeiten, die uns selbst betreffen, uns im ‘grünen Bereich’ robust selbst in Szene setzend, ohne aktiv die Konsequenzen tragen zu müssen.

Wehe, es wagt sich etwas in den Weg unserer Expansion zu stellen und den ‘grünen Bereich’ zu betreten, dessen Grenzen wir zu verteidigen versuchen. Dann ist der Teufel los und der Zeitgeist gefordert, sein Gefolge auf den Plan zu rufen, damit dieses weitere Mut-Mach-Reaktionen aus dem Hut zaubert, der Bestandteil der Maskerade ist, mit der das Fragile als robust erscheinen kann. Dieses Gefolge experimentiert global. Die Amerikaner machen es. Die Japaner machen es. Und auch wir Europäer werden es nun machen:

Wie die EZB die Deflation besiegen will
Die Zentralbank erwägt, mit dem Aufkauf von Staatsanleihen die drohende Deflation zu bekämpfen.

Quelle: siehe Link

Spiel mit dem Feuer
EZB-Präsident Draghi möchte mindestens 500 Milliarden Euro in die Euro-Zone schleusen – und zwar über den Ankauf von Staatsanleihen.

Quelle: siehe Link

Mut hat offensichtlich nichts mit Selbst-Bewusstsein zu tun. Mut bedeutet insbesondere für eigene Aktionen jegliche Konsequenzen selbst zu tragen. Emotionsgeladen robust erscheinen zu wollen überspielt dagegen Fragilität. Zu fühlen, was es bedeutet Mut zu zeigen, indem stets die Grenze des eigenen Körpervermögens als begrenzender Maßstab dient, bezeugt Antifragilität und bedeutet mit beiden Beinen mitten im Leben zu stehen … und nicht am Leben selbst vorbei zu laufen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s