Text 16: Masern … ein roter Faden aus Sicht des GANZEN

Es gibt so Themen, die im Grunde ganz einfach nachvollziehbar sind, aber erst durch gesellschaftstaugliche Vereinfachungen das Einfache dermaßen verkomplizieren, dass das Thema in der Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert wird. Warum dem so ist, soll hier nicht Thema sein, sondern die Vereinfachung des Einfachen, die ALLES immer komplizierter macht, weil die Zusammenhänge scheinbar komplexer Natur sind.

”Es ist an der Zeit, die Bücher über die Infektionskrankheiten zu schließen”, verkündete im Jahr 1969 William H. Stewart, Surgeon General der USA. ”Der Krieg gegen die Seuchen ist vorbei.” Fortan, so befand der höchste Arzt Amerikas, sollten sich die Wissenschaftler dem Krebs statt der Tuberkulose, dem Herzinfarkt statt der Cholera zuwenden. Stewart war nicht allein in seinem Optimismus. Besonders die Entwicklung des Penicillins stimmte in den frühen vierziger Jahren die Menschen euphorisch. Sie waren sicher, die Mikroben seien in Kürze besiegt. Doch sie täuschten sich.

Quelle: Gesund durch Viren – Ein Ausweg aus der Antibiotika-Krise – Thomas Häusler  S. 29

Viele Probleme der heutigen Zeit entstehen aus der Vereinfachung komplex erscheinender Zusammenhänge heraus, wobei die Tragweite der so geschaffenen Probleme erst aus der anschließenden Verallgemeinerung der Vereinfachung des scheinbar Komplexen hervorgeht. Je mehr vereinfacht wird und je weitreichender die Verallgemeinerung sich gestaltet, desto vielfältiger zeigen sich neue Probleme, die in ihrem gehäuften Auftreten bei weitem problematischer werden können, als das primäre Problem vor der Vereinfachung und Verallgemeinerung. Beispiele diesbezüglich gibt es unzählige, daher möchte ich konkret auf das Impfen zwecks Krankheitsvermeidung eingehen und diesbezüglich speziell auf die immer wieder aktuellen, medienpopulären Masern.

Der Konsens zum Thema Impfen (gegen Masern) liegt eindeutig auf der Befürworterseite.

Starker Anstieg an Masern-Ausbrüchen
http://www.stern.de/gesundheit/starker-anstieg-an-masern-ausbruechen-deutschland-sucht-die-impfverweigerer-2036043.html

Drohende Masernepidemie ?
http://www.rp-online.de/gesundheit/news/gesundheitsminister-fuer-verpflichtende-impfung-1.3508423

In der Diskussion um das Thema Impfen sehen die Befürworter auf der Gegenseite die Impfverweigerer, die aufgrund mangelnden Wissens, mangelnden Verantwortungsbewusstseins, und reichlich Glaubens an die Alternativmedizin ihre Kinder nicht impfen und somit zur Gefahr für die Allgemeinheit werden. Schon hier beginnt die Vereinzelung mitsamt der Verallgemeinerung, ist doch die Entscheidung sein Kind nicht zu impfen eine ganz individuelle Entscheidung. Doch das ist erst der Anfang, denn wie so oft, geschieht im Rahmen der Verallgemeinerung etwas Sonderbares, aber nicht minder Folgenreiches: der Kontext von Ereignissen geht verloren und aus einem Gesamtbild wird mehr und mehr EINE Ansammlung von Einzelbildern, deren Einzelrahmen immer dicker werden, somit weiter zur Entfremdung der Beziehungen der Einzelbilder zueinander führend, aufgrund zunehmender Isolation der Einzelbilder voneinander. Dies zeigt sich zum Beispiel im Vergleich der Pocken zu Masern, der gerne gezogen wird, ohne einen Bezug zu den Lebensumständen und zum zeitlichen Kontext herzustellen, dadurch gezielt Impfungen als Heilsbringer in den Mittelpunkt rückend, ohne weitere, kontextbedingte, Zusammenhänge zu berücksichtigen und von diesen (vielleicht) zu lernen.
Gleiches gilt für die Behauptung, die Verschiebung der Masern ins Jugend- bzw. Erwachsenenalter sei Folge der Impfverweigerungen, wodurch sich auch zeige, dass Masern keineswegs als harmlose Kinderkrankheit angesehen werden können. Auch hier ist die Vereinzelung mitsamt Verallgemeinerung am Werk, ist doch die Verschiebung der Masern, inklusive der möglichen Komplikationsbreite, ihrerseits die Folge der Impfungen gegen Masern im Kindesalter … andernfalls hätte es in der Zeit, bevor gegen Masern geimpft wurde, Erwachsene zuhauf geben müssen, die an Masern erkrankten. Diese gab es jedoch nicht, weil bereits Kinder in jungen Jahren die Masern auf natürlichem Wege durchgemacht hatten. Einmal … und von da an nie wieder, wie es typisch für typische Kinderkrankheiten ist. Sogar auf Konsens-Wiki steht diesbezüglich Folgendes:

Bei Kinderkrankheiten handelt es sich fast immer um Virusinfektionen, seltener sind es auch bakterielle Infektionen (etwa Keuchhusten). Die Krankheitserreger lösen eine Immunantwort mit bleibendem Gedächtnis aus, so dass bei erneutem Kontakt die Erreger durch schnell produzierte Antikörper abgewehrt werden. In der Regel besteht im Erwachsenenalter gegen die häufigsten Keime schon eine Immunität, ein nicht immunisierter Erwachsener kann sich aber ebenfalls mit Kinderkrankheiten infizieren.
Besonders bekannt sind die Kinderkrankheiten mit Hautausschlag Masern, Röteln, Ringelröteln, Drei-Tage-Fieber. Die Windpocken bilden Bläschen auf der Haut, Mumps verursacht eine Schwellung der Ohrspeicheldrüse an der Wange.

Quelle: Wikipedia

Auch die Anzahl der Todesfälle durch Masern wird statistisch gemittelt und auf ein Vielfaches bezogen, gleichem Muster der Verallgemeinerung folgend, welches seinerseits zur Folge hat, dass der Kontext verloren geht, macht es doch einen Unterschied wo, unter welchen Umständen, und wann es zu Todesfällen kommt. Wird dieses versäumt, führt es zu EINEM verallgemeinernden Bild, welches die weltweiten Todesfälle der Masern ohne Bezug zum Kontext und zur globalen Verteilung darstellt, schließlich lassen sich Deutschland und Entwicklungsländer mit ärgster Armut nicht miteinander ohne Verzerrungen vergleichen.
Zudem sei die Frage gestellt, wann man von einer Epidemie sprechen und dem Begriff in seiner Tragweite auch gerecht werden kann, ohne einzig mittels des Begriffes Aufmerksamkeit zu erregen. Dazu ein kleines Rechenbeispiel:
80.000.000 Einwohner in Deutschland. 900 Masernfälle bisher im Jahr 2013. Das sind 0,001125 Prozent. Epidemie?

Von all diesen Verzerrungen des Gesamtbildes mal abgesehen, gibt es jedoch, gerade bei Masern, einen roten Faden, der bis in eine Zeit zurückreicht, die kaum ein Impfbefürworter heutzutage in Betracht zieht … aber auch kaum ein Impfkritiker, da in beiden Fällen oftmals nur kurzsichtig diskutiert wird. Ein roter Faden, der die Impfthematik jenseits der ausgetretenen Trampelpfade von Nebenwirkungen, Zusatzstoffen, Pharmamafia, NWO, Autismus und ähnlichem Vokabular aufnimmt.
Die Rede ist von jener Zeit, als der Mensch begann, sich bewusst der natürlichen Dynamik zu entziehen und eigene Vorstellungen vom Leben zu realisieren. Manches Übel nahm seinen Lauf, als der Mensch sesshaft wurde, Vorräte anzuhäufen und Tiere zu domestizieren begann. Dass dieses, aus Sicht der Natur, nicht folgenlos blieb, liegt bis heute auf der Hand, um deren Finger sich besagter roter Faden wickeln lässt.

There are some authors and scholars who believe that the transition from the hunter-gathering to the agricultural (or, more strictly, horticultural) lifestyle was the point when the human race’s social problems began. Jared Diamond, for instance, describes agriculture as ”the worst mistake in the history of the human race.”

Quelle: Steve Taylor – The fall  S. 40

So liest man in einem Fachbuch für Infektionskrankheiten:

Vermutlich stellen die Masern eine relativ neue Erkrankung des Menschen dar. Die enge Sequenzverwandtschaft zum Rinderpestvirus führte zu der Vermutung, dass das Masernvirus aus einem ursprünglich tierpathogenen Virus bei einer engen Lebensgemeinschaft von Rind und Mensch entstehen konnte. Die frühesten Berichte von Masernfällen stammen aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert. Möglicherweise war in vorzivilisatorischer Zeit eine ausreichend große und dicht besiedelte menschliche Population für die Zirkulation des Virus nicht gegeben. Da die Immunität gegen Masern lange anhält und das Virus in der Regel keine latente Infektion etablieren kann, braucht das Virus einen ausreichenden Anteil seronegativer Personen für seine Fortpflanzung, zumal kein tierisches Reservoir besteht. In die neue Welt gelangte das Masernvirus erst im 17. Jahrhundert durch die spanischen Eroberer und löste dort zahlreiche Epidemien aus, denen große Teile der indianischen Bevölkerung Süd- und Nordamerikas zum Opfer fielen. Seit der Einführung der Regel-Schutzimpfung ( USA 1963, BRD 1973 ) wurden die Masern in Nordamerika und Westeuropa massiv zurückgedrängt, haben ihre fatale Bedeutung für die Dritte Welt jedoch bis heute behalten.

Aus: Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen  S. 521 – Darai/Handersmann/Sonntag/Zöller

Der Wunsch der Menschen nach Robustheit führt, über die Verkennung der Antifragilität des Lebens, geradewegs zur expansiven Verbreitung von Fragilität:

If there is something in nature you don’t understand, odds are it makes sense in a deeper way that is beyond your understanding. So there is a logic to natural things that is much superior to our own. [ … ] If you want to talk about the ”statistically significant,” nothing on the planet can be as close to ”statistically significant” as nature. This is in deference to her track record and the sheer statistical significance of her massively large experience [ … ]. So overriding her requires some very convincing justification on our part, rather than the reverse, as is commonly done, and it is very hard to beat her on statistical grounds [ … ], we can invoke the naturalistic fallacy when it comes to ethics, not when it comes to risk management.

Quelle: Nassim N. Taleb – Antifragile  S. 249

Wenn der Mensch beginnt die Natur zu vereinfachen und aus Sicht der Menschen zu verallgemeinern, zum Wohle EINER einzigen Spezies, wird es kompliziert … und auf lange Sicht gefährlich für die Spezies, welche die Vereinfachungen ins Leben rief, mit unvorhersehbaren Folgen für selbige.

Was macht die Natur, wenn zwei verschiedene Spezies sich ein gemeinsames Umfeld bzw. einen Lebensraum teilen, wobei die eine Spezies dieses, bis dato unnatürliche Zusammenleben, zum eigenen Nutzen, fördert und die andere, mittels Futter, Zäunen, und anderen ”Überredungskünsten”, zum Zusammenleben bewegt bzw. an einer Weigerung gehindert wird ? Nun, es wächst zusammen, was zwar nicht natürlichen Ursprungs ist, aber eine künstliche Zweckgemeinschaft ergibt. Die eigentlich interessante Frage ist dabei WIE die Natur es schafft, diese künstliche Gemeinschaft am Leben zu halten, geht doch von den Absichten der Menschen ein gewisser Druck aus, auf den seitens der Natur irgendwann reagiert wird, um die Dynamik des Lebens in allen Maßstäben von Regelkreisen möglichst nahe im Gleichgewicht zu halten, ohne Stillstand von Entwicklungen zu provozieren. Mit anderen Worten: Das domestizierte Tier wird abhängig von der Anwesenheit des Menschen und der Mensch macht sich abhängig vom Tier. Der enge Kontakt beider Spezies führt zu Anpassungserscheinungen, von denen manche sich, aus Sicht des Menschen, als Krankheit zeigen. Diese Krankheit weist auf eine anfängliche Inkompatibilität beider Spezies hin. Wäre ein Zusammenleben überhaupt nicht mit der Natur vereinbar, würde Tier oder Mensch oder beide sterben, immer wenn es zu einem tiefgreifenden Kontakt von Dauer käme. Doch offensichtlich starben nicht alle Menschen, die direkten Kontakt mit, in diesem Fall, Rindern hatten. Die anschließende Immunität gilt dabei als Ausdruck geschaffener Kompatibilität, damit die dauerhafte Aufrechterhaltung der Beziehung von Mensch und (Nutz-)Tier ermöglicht werden kann … und zwar durch eine Spezies, die immer dann offensichtlich auf der Bildfläche erscheint, wenn innerhalb relativ kurzer Zeit zwei oder mehr unterschiedliche Spezies an einem Punkt zusammenkommen und zusammenbleiben. Diese eine Spezies zeigt sich in der Diversität der Viren, die bereits in Text 15 ausführlich zur Sprache kamen.

Viren verschmelzen individuelle Anhänger einer Spezies untereinander, aber auch Anhänger verschiedener Spezies miteinander, wenn im Rahmen der Gesamtdynamik des Lebens dazu die Notwendigkeit besteht und ein möglicher Zeitraum gegeben ist. Bakterien dagegen ”kümmern” sich, unter anderem, um den organischen ”Abfall”, den diese Verschmelzungen zwangsläufig mit sich bringen, ist dieses doch unvermeidlich, wenn HARMONISIERT werden muss, was zuvor nicht miteinander in Beziehung stand. Salopp ausgedrückt könnte man in der Tat sagen, dass, wo gehobelt wird, auch Späne fallen (müssen). In der natürlichen Dynamik des Lebens bedarf es auch der Späne, nebst dem vorübergehenden ”Produkt” des Hobelns, um das GANZE nahezu im Gleichgewicht zu halten. Dass der Mensch weder Verwendung für die Späne, noch ein Gespür für seinen Irrglauben hat, das so geschaffene ”Produkt” sei endgültig, verwundert nicht, ist doch auch das Impfen, wie wir es durchführen, EIN Akt der Vereinfachung mit darauffolgender Verallgemeinerung, in der Hoffnung auf schnellem Wege menschliche Vorstellungen von Normalität und damit Harmonie (!)  zu realisieren.
Alles, was natürliche Vorgänge, die ein fortwährendes Ermöglichen von Entwicklungen darstellen, zu beschleunigen bzw. zu verkürzen versucht, ist, ausnahmslos, eine Einladung für weitere Probleme, die sich zum primären Problem dazugesellen … und die Vorhersehbarkeit der kollektiven Weiterentwicklung dieser Probleme unmöglich macht.
Der Mensch schwächt somit die Beziehungen innerhalb des Gesamtbildes überall dort, wo etwas keinen Bezug zu bisherigen Entwicklungen hatte, dadurch die Wahrscheinlichkeit erhöhend, ein überproportionales Problem zu erschaffen.

Für die Natur jedoch sind Probleme jedweder Art Herausforderungen, die einer unbedingten Lösung bedürfen … und die umso eher gefunden wird, je mehr Zeit zur Verfügung steht und die auf bereits bestehende Lösungswege bzw. Beziehungen aufbaut.
Wird in ein Geflecht von Problemen, egal welchen problematischen Ursprungs sie auch allesamt entsprungen sind, im wahrsten Sinne des Wortes hineingestochen, stellt sich das Geflecht nur allzu oft als sprichwörtliches Wespennest heraus. Das gilt insbesondere, wenn das Wespennest nationale, oder aber globale, Ausmaße angenommen hat … und die Annahme einer Herdenimmunität einzig darauf fußt, dass 95 Prozent der Herde im Rahmen von Vereinfachung und Verallgemeinerung, sowie statistischer Mittelung, die individuelle Ausprägung genommen wurde. So erfolgt aus der Diversität EINER Spezies EIN Schein von Normalität, in der denen das Mitspracherecht, im Sinne des GANZEN, genommen wird, die für die Probleme bzw. Herausforderungen des Lebens als Ganzes ein sehr feines Gespür haben, eines, das dem normal(isiert)en Menschen zunehmend abhanden kommt, weshalb immer häufiger Worte wie Komplexität die mediale Runde machen.

Eine extreme Form von Vereinfachung und Verallgemeinerung stellt der Titer dar, der weder aus Sicht eines Einzelnen, noch aus Sicht der Herde, die keine ist, irgendeine Aussagekraft für die Wirkung EINER Impfung mittels Spritze hat, bedenkt man, dass auf natürlichem Wege keine Kinderkrankheit durch einen Pieks in den Arm oder Po ihren Lauf nimmt.
Vereinfachung und Verallgemeinerung führen auch zur Annahme, dass jedes Immunsystem und jeder Soffwechsel jedes Menschen, jedes Alters, egal welcher Herkunft, Lebensumstände und Vorgeschichte, und egal welche epigenetischen Faktoren hinzukommen, exakt gleich wie ein Massenprodukt funktioniert. Wie gut, dass für jene, die somit nicht normal funktionieren, EINE zweite Impfung ersonnen wurde, oder gar eine Booster-Impfung. Von Herde kann hier keineswegs gesprochen werden, zumal der Begriff Herdenimmunität vor Jahrzehnten in einem ganz anderen Kontext entstanden ist.

Eine Herde im natürlichen Sinn ist kein zusammengewürfeltes Kollektiv, sondern eine (nicht domestizierte) Gemeinschaft. Der Unterschied ist klein, aber von großer Bedeutung für das GANZE, doch Kleinigkeiten gehen in der Vereinfachung und Verallgemeinerung sehr schnell verloren … und mit ihnen die Möglichkeit, Kurzsichtigkeit zu vermeiden bzw. zu korrigieren. So wird die Menschheit zwar im Laufe der Jahrtausende mehr und mehr zum Kollektiv, dem digitalen Fortschritt sei Dank, entfremdet sich jedoch gleichermaßen von der Gemeinschaft des Lebens.

Die zuvor erwähnte Verschmelzung schafft nun keineswegs Menschen mit Euter oder Rinder mit Armen, sondern bezieht sich auf die Fähigkeit der EINEN, im Umfeld der ANDEREN (über-)leben zu können … und umgekehrt. Die Verschmelzung wirkt nicht in der Erscheinung der beteiligten Lebensformen, sondern vielmehr bezüglich der gegenseitigen Toleranz, im Aufbau einer lebensfähigen Beziehung. Diese Toleranz, Immunität genannt, geht im wahrsten Sinne des Wortes in Fleisch und Blut über, sodass im Laufe der weiteren Beziehung auch weitere Anhänger der gleichen Spezies in den Verschmelzungsprozess miteinbezogen werden. Der Mensch, der im engen Kontakt mit den Rindern steht, gibt das Virus an jene weiter, die mit ihm als Mensch in engem Kontakt stehen. Dass davon insbesondere kleine Kinder betroffen sind, mag aus der Sicht menschlicher Ethik fragwürdig erscheinen, aus Sicht des GANZEN und dem Leben als Ganzes dagegen macht es Sinn, wie der Begriff der Kinderkrankheiten es verdeutlicht. Dass Kinder gerade in jungen Jahren durch Viren in die Gemeinschaft des Lebens integriert werden, ist ein notwendiger Prozess, und kann dahingehend durchaus mit der Entwicklung von Produkten verglichen werden, natürlich im übertragenen Sinn einer Metapher:

Unter Kinderkrankheiten in der Technik versteht man Unzulänglichkeiten des Produktes zu Beginn der Produktionsphase, die nach und nach behoben werden. Besonders bei komplexen Produkten ist es nicht möglich, alle Eventualitäten schon bei der Konstruktion und Entwicklung vorherzusehen, erst bei längerem Gebrauch tauchen die Probleme auf. Dies gilt insbesondere für Produkte, deren Markteinführung schnell geschehen muss, so dass die Zeitspanne zum Testen von Prototypen nicht ausreicht. Mit Kinderkrankheiten sind nur kleinere Produktfehler gemeint, deren Ausmerzung dem Anwender zwar auffällt, aber nicht wesentliche Konstruktionsfehler, die eine komplette Neuentwicklung notwendig machen würden.
Die Häufigkeit von Kinderkrankheiten nimmt zu, wenn die Produktzyklen kürzer werden, weil es mit jedem neuen Produkt andere Probleme gibt. Obwohl es eigentlich im Sinne der Verbraucher sein müsste, ein bestimmtes Produkt solange wie möglich herzustellen, sofern nicht wesentliche technische Verbesserungen anstehen, wird eine solche Strategie vom Markt offenbar nicht honoriert, wie es besonders deutlich in der Automobilindustrie ist.

Quelle: Wikipedia

Dem Leben geht es um Verantwortung für das Leben und um Problemlösungen, die aus dieser Verantwortung heraus entstehen. Dazu gehören vor allem die fortwährende Beurteilung und Anpassung der Lebensumstände an körperliches Vermögen sowie die Anpassung des Vermögens an bestehende Umweltbedingungen. Für die Natur ist das selbstverständlich, für uns Menschen jedoch immer weniger verständlich und schon gar nicht akzeptabel. So geben wir Verantwortung auf unserem kollektiven Weg ab und wählen Abkürzungen, sehen dieses als normal an und meinen, dass es obendrein der Allgemeinheit zugute kommt … über jene schimpfend, die gänzlich anderer Meinung sind oder Entwicklungen des technologischen Fortschritts wagen zu hinterfragen.

Keine Frage, Eltern wollen für ihr Kind das Beste. Sie sehen Impfungen als dem Besten dienlich an, weil der Konsens mit seiner Kurzsichtigkeit die Kurzsichtigen zu überzeugen weiß, gehen doch sowohl Kurzsichtigkeit als auch die Kurzsichtigen selbst, aus dem Unvermögen hervor, in Zeiten von immer mehr Möglichkeiten, zwecks Problemlösungen, der Normalität untreu zu werden, aus Angst, sich EINER Verantwortung zu stellen, die EINEM mehr und mehr abhanden kommt und somit als unnormal, unverantwortlich, ungeheuerlich, oder unsozial angesehen wird. So kann kaum verwundern, dass ein großer Teil von Masernfällen in Kliniken landet, weil der Problemfall Masern andere, bereits bestehende Probleme freilegt:

  • Eltern kennen Masern als Kinderkrankheit kaum noch und sind der Erkrankung gegenüber sehr unsicher
  • Masern sind meldepflichtig und bringen somit Eltern betroffener Kinder unter Zugzwang
  • Eltern haben kaum die Zeit/die Möglichkeit/das Bedürfnis sich mitunter drei Wochen um ihr erkranktes Kind zu kümmern, wenn ein Job im Spiel ist bzw. auf dem Spiel steht
  • Eltern sind immer weniger in der Lage eigenverantwortlich ihren eigenen Handlungen zu vertrauen, in großen Zusammenhängen Geschehnisse und Beobachtungen einzuordnen und der Dynamik der Natur zu folgen … ohne ihrem Kind dabei Schaden zuzufügen bzw. ohne das Verwobenwerden in das Leben als Ganzes zu unterstützen, wodurch sich heutzutage Erkrankungen bei Kindern zeigen, die vor Jahrzehnten noch undenkbar waren

Impfen, wenn es denn immer so funktionieren würde, wie erwünscht, zielt einzig darauf ab, dass der Mensch sich von den Einflüssen der Natur zu isolieren bzw. von ihr unabhängig zu werden versucht, um einzig seine eigene Vorstellung eines vorausplanbaren, harmonischen Lebens ohne Komplikationen, Störungen, und Ecken und Kanten durchzusetzen, während die Natur Harmonie im GANZEN immer groß schreibt … und somit Störungen jenseits dessen, was der Mensch als Normalität bezeichnet, immer miteinbezieht, damit, auf lange Sicht und mit möglichst geringem Energieeinsatz, das maximal Mögliche für das Leben als Ganzes geschaffen werden kann, im allumfassenden Rahmen der besagten HARMONIE, jenseits von Friede, Freude, Eierkuchen rund um die Uhr … 24/7.
Wenn Menschen der Ansicht sind Tiere zum eigenen Vorteil zu domestizieren und in Metropolen zusammenzuleben, in denen alles auf Wahrung von künstlicher Normalität hinausläuft und enormer Energieraub vonnöten ist, um zunehmend ihr ganz eigenes Ding durchzuziehen, dann muss die Natur irgendwann, verantwortungsvoll, irgendwie reagieren. Verschmelzung mittels Viren ist da oft der einfachste Weg, um der Verantwortung für das Leben als Ganzes nachkommen zu können, ohne eine Spezies zu bevorteilen und andere zu benachteiligen. Genau dieser Balanceakt zeigt sich als HARMONIE des GANZEN, als roter Faden, der, als schmaler Grat, sich im Symbol von Yin und Yang zwischen diesen beiden befindet.
Todesfälle, vereinzelt, vermehrt, endemisch oder pandemisch, sind dabei als Ausdruck von Inkompatibilitäten zu betrachten und als Hinweis dahingehend zu verstehen, dass bereits im Vorfeld etwas geschehen sein muss, woraus eventuell massive Auswirkungen für das Umfeld erfolgen werden, sollten die Lebensbedingungen derart bestehen bleiben. Die Rinderpest zeigt dieses deutlich …

Unser Missverständnis bezüglich der Viren … und auch der Bakterien … liegt in der Bewertung und Beschreibung der Natur mit menschlichem Vokabular, menschlichen Eigenschaften, und menschlichen Erwartungen. So wird auch hier durch Vereinzelung und Verallgemeinerung aus etwas ganz ANDEREM plötzlich Aggressivität, Virulenz, Infektion und der Imperativ der Fortpflanzung zum eigenen Zwecke und egoistischem Fortbestehen. Im Grunde übertragen wir aktuelles Menschsein auf ANDERE Spezies. Dabei könnte die Entfremdung zwischen natürlichen Viren ( Virionen, Phagen ) und unserer Sicht selbiger kaum gravierender ausfallen, verstärkt durch die Gleichsetzung mit dem ( künstlichen ) Treiben von menscherdachten Computerviren.
Die Virulenz von Viren, die uns schaudern lässt und Anreiz für die Entwicklung von Impfstoffen war/ist, erscheint in der Betrachtung des Gesamtbildes in EINEM ganz ANDEREN Licht, nämlich als Maß für die Anstrengungen, die seitens der Natur unternommen werden müssen, um eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Spezies, unter gegebenen Umständen des Umfeldes, zu ermöglichen, die umso langfristiger problemlos bestehen kann, je virulenter die Beziehung aufgebaut werden muss. Ganz einfach.

Mit Impfungen löst man nicht die eigentliche Herausforderung, der man als Lebensform, in Ausübung der Verantwortung für das GANZE, gegenübersteht, denn der Segen für EINEN Einzelnen entpuppt sich in diesem Fall zwangsläufig als Schwächung für die gesamte Spezies. Der alleinige Grund für das Auftreten der Kinderkrankheiten, Masern inklusive, ist nicht der Mensch, sondern die Verbreitung der Menschen, einhergehend mit der zunehmenden Isolierung von natürlichen Gegebenheiten. Impfungen verstärken diese Isolierung. Auch Viren sind nicht das Problem, sondern vielmehr die Lösung, vermittelt durch die Symptomatik, z. B. Hautausschläge.
Felix d’Herelle erkannte bereits vor 100 Jahren, im Rahmen der von ihm verbreiteten Phagentherapie, dass Künstliches und Natürliches sich nicht problemlos vereinen lassen und nur EIN ANDERER Weg zur Ausheilung führen kann:

”Man kann die Natur nur besiegen, wenn man ihr gehorcht.”  Später würde er unzählige Male schreiben, was das in der Mikrobiologie bedeutet: Nur wer ‘originale Krankheiten’ studiert, kann gültige Schlüsse ziehen. Wer Labortiere künstlich mit menschlichen Krankheitserregern infiziert, erhält wertlose Ergebnisse.

Quelle: Gesund durch Viren – Ein Ausweg aus der Antibiotika-Krise – Thomas Häusler  S. 68

Wir brauchen nicht mehr Impfungen, sondern Lösungen der zugrunde liegenden primären Probleme, einhergehend mit mehr Mut unserer Rolle für das Leben als Ganzes zu vertrauen. Vor allem müssen wir uns bewusst(er) werden, dass viele aktuelle Probleme Fragmente zurückliegender Probleme sind, die nicht mit weiteren problematischen, geschichtslosen, sprich, kontextbefreiten Entwicklungen zu lösen sind, schon gar nicht mit der Massenproduktion und Verteilung von Vereinfachungen jeglicher Art, wie uns die Landwirtschaft, die Tierzucht, das Finanzsystem und die Wirtschaft eindringlich zeigen.
Auf Kosten der Gemeinschaft gesellschaftstauglichen Eigennutz zu fördern, um kollektive Normalität zu wahren, führt letztendlich dazu, sich in Sicherheit zu wiegen, während die Wellen sich im Hintergrund mehr und mehr aufschaukeln. Genauso wie die Antibiotika ihr Versprechen aus dem Mund des menschlichen Fortschritts nicht einhalten konnten, und die moderne Gentechnik, in aktueller Form, versagen wird, werden auch Impfungen nicht ihr von Menschen gestecktes Ziel erreichen, liegt doch die Entscheidung umso weniger in unseren Händen, je mehr wir uns von der Gemeinschaft des Lebens isolieren, der HARMONIE wegen, nicht jedoch der Harmonie.

Als vor nahezu 50 Jahren William H. Stewart das baldige Ende der bakterienbedingten Infektionskrankheiten ausrief und sich dabei auf die eindrucksvolle Wirkung der Massenverbreitung der Antibiotika berief, deutete sich schnell und unmissverständlich an, dass die Rolle der Bakterien gänzlich falsch interpretiert wurde … und noch immer wird. Der Irrtum bezüglich der Viren indes wird noch weniger offensichtlich vom Konsens, vom Mainstream, wahrgenommen, weil immer mehr Probleme das eigentliche Problem verschleiern.
Das abschließende Zitat bringt unser modernes Dilemma auf den Punkt:

Kuhn[…] described the scientific revolutions as periodic social patterns resulting from accumulation of anomalies not predicted, and explainable, via so-called normal science. The dominating mainstream paradigm is the leading background for spreading and teaching scientific knowledge in school and university curricula. Even if new empirical data does not fit into the realm, mainstream proponents insist in this explanatory model. This remains true even if more and more empirical data does not fit into this realm. Then, new concepts, new insights and revolutionary new ideas are published that could integrate this new available data also. Mainstream proponents become sometimes aggressive and reject new concepts not by stringent arguments but rather by dogmatic insistence.

Quelle: František Baluška, Guenther Witzany – At the dawn of a new revolution in life sciences

 

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