Text 23: Finstere Gedanken aus Mittelerde (3)

Schwarze Pflanzen als Zeichen des Fortschritts (1)
Schwarzes Gold als Zeichen der Verbundenheit (2)
Finstere Gedanken aus Mittelerde (3)
Schwarzmalerei, denn Geist ist böse und Energie hat Schuld daran (4)

Was unterscheidet Geld vom Sonnenschein ? Was unterscheidet Gräber von Wiegen ? Wie äußert sich wahrer Fortschritt, im Gegensatz zum technologischen Fortschritt des geistreich verkörperten Bewusstseins in menschlicher Darreichungsform ? Welches Muster schlängelt sich als roter Faden einer längst entzündeten Lunte durch die gewohnte, und mit Jahreszahlen belegte Geschichte der Menschheit, nachdem ihr Fall aus der Gemeinschaft des Lebens bühnenreif wurde ? Woher nimmt die Menschheit seitdem die Energie, um auf die Spitze zu treiben, was ihr durch diese Energie ermöglicht wird ? Und wie kann die Menschheit an EINEM Energiedefizit leiden, während ihr zugleich immer mehr Energie zur Auslebung ihres Fortschritts zur Verfügung gestellt wird, dem Wahn EINES Geistes folgend, der Robustheit anpreist, aber selbst Ausdruck von Fragilität ist ?

Lebewesen, Pflanzen voran, nehmen Sonnenlicht direkt auf, können es jedoch nicht auf die lange Bank schieben. Ein Photon kommt und würde wieder gehen, wenn die Pflanze nicht in der Lage wäre es unmittelbar einzufangen und in Zucker umzuwandeln, um so Energie vorübergehend auf dem eigenen Konto anzulegen. Es besteht immer eine direkte Beziehung zwischen dem Licht, der Pflanze und dem Ordnungsvermögen der Pflanze, woraus letztendlich wohlinformiert der Zucker hervorgeht. Dabei wandelt die Pflanze einzig so viel Licht in Zucker um, wie es ihr möglich ist und wie notwendig es für die Pflanze ist, damit sie in ihrem unmittelbaren Umfeld weiter bestehen kann.

Diese Beziehung geht einher mit Feedbacks und Wechselwirkungen, welche die Qualität der Umwandlung an Veränderungen anpassen und, auf lange Sicht, stets ein möglichst optimales Zusammenspiel verschiedenster Faktoren gewährleisten … im Einklang mit allen ANDEREN Beziehungen und Feedbacks anderer Lebewesen, trotz zunehmender Störungen durch menschliche Lebensformen und ihres Schaffens.
Ganz anders sieht es dagegen beim Geld aus, wobei Geld an sich ist ja nicht das eigentliche Problem. Probleme ergeben sich erst aus den Möglichkeiten, die Geld realisieren kann, weil es Währungen darstellt, die EINE Spezies ersonnen hat, während Sonnenlicht der Bewahrung aller notwendigen, und somit möglich werdenden, Spezies dient. Zudem hat sich Sonnenlicht im Laufe der realisierten Zeit für das Leben bewährt, was man vom Geld nicht gerade behaupten kann, denkt man an den nicht enden wollenden Appetit des Kaputtalismus und anderer Experimente. Dieses geschieht vornehmlich dadurch, dass, im Gegensatz zum Sonnenlicht, Feedbacks und Beziehungen verschwinden und Geld, jederzeit und anderswo, von irgendwem eingesetzt werden kann, während das Sonnenlicht das Leben über unmittelbare Zusammenhänge informiert. Sonnenlicht kann somit niemals angemessen mit Geld aufgewogen werden, auch nicht als sogenannte Energiealternative mittels Solarzellen oder Solarthermie.

Was für das Verhältnis von Pflanze und Sonne ganz natürlich ist, wird beim Geld zunehmend künstlich – gleiches gilt auch für digitale Währungen. Künstlich bedeutet diesbezüglich nichts anderes, als dass neue Probleme ohne Lösung der vorherigen Probleme auftauchen und diese daher längere Zeit bestehen bleiben und sich, mitunter als Normalität, ansammeln können, während von Natur aus das Problem bereits Teil der Lösung ist und es so nie zur Normalität kommen kann. Daher kann auch keine Digitalwährung die Probleme lösen, welche durch das Geld an sich erst folgenreich wurden, im Gegenteil, verstärken Digitalwährungen, wie z.B. Bitcoin, das Ausmaß der Beziehungslosigkeit und mangelnder Feedbacks noch zusätzlich. Aus gleichem Grund kann ein Militärbündnis, wie z. B. die NATO, im Versuch für Ordnung zu sorgen, der Gemeinschaft der NATürlichen Ordnung nie das Wasser reichen. Die Kosten (Energiebedarf) übersteigen den Einsatz (zur Verfügung stehende Energie), bezogen auf die Verkettungen, die sich, im Versuch Probleme zu lösen, an anderer Stelle bzw. anders geartet ergeben. Es kommt zur Entwurzelung der Ursprünge im Kontext jener Geschichte, die über lange Zeit ansonsten hätte wachsen können, so eine energetische und energetisierende Tradition darstellend. Stattdessen entwickelt sich zunehmend EINE Lügengeschichte voller Wahrheiten, die jedoch nur zwischen den Zeilen zu spüren sind. Wachstum bezeichnet dabei keine, nach menschlichem Ermessen, zunehmende Größerwerdung bzw. Expansion, sondern die sich verstärkende Verwobenheit von sich aufeinander einschwingenden Zusammenspielen und Wechselwirkungen, kurz: Kohärenz.

Was ist mit Entwurzelung gemeint ? Geld ermöglicht es mir Tätigkeiten in Anspruch zu nehmen, die ich nicht selbst tätigen kann, z. B. aus Zeitmangel, oder weil mir die körperliche Fähigkeit, derart tätig zu werden, fehlt, oder weil ich an einem anderen Ort bin, als an jenem, wo etwas getätigt werden müsste. Also gebe ich jemandem Geld, der tätigen soll, was ich selbst nicht tätigen kann. Meine Fähigkeiten und Möglichkeiten sind somit vom Ursprung der Notwendigkeit des direkten Tätigwerdens entwurzelt, sei es zeitlich, örtlich, oder physisch. Um diese Entwurzelung auszugleichen, kommt das Geld ins Spiel, mitsamt verschiedenster Ungleichgewichte als Reaktion, unter anderem dadurch bedingt, dass Geld und Energie in ihrer Wertigkeit gleichgesetzt werden. Doch allein schon der Blick auf EINE Tankstelle verdeutlicht, dass EIN Liter Kraftstoff für moderne Motoren in keinem verwurzelten Verhältnis zum Energieeinsatz steht, der den Kraftstoff derart für mich verfügbar werden ließ, bezieht man alle Aufwendungen mit ein, die vom Ursprung des Öls zum Kraftstoff an der Tankstelle führten. In Teil 2 kamen diese Zusammenhänge bereits ausführlicher zur Sprache.

Das Problem des Geldes ist mehr und mehr, dass damit immer mehr geistreich und systematisch möglich wird, was immer weniger systemisch notwendig scheint, damit eine Ausgewogenheit für das Leben als Ganzes überhaupt beibehalten werden kann. Die zwangsläufige Folge ist Dekohärenz und Entartung, weil der Mensch eigenen Wohlstand anstrebt, anstatt zum Wohle des Lebens eigene körperliche Fähigkeiten auszuschöpfen. Geld versucht so in Gesellschaften das zu ersetzen, was in Gemeinschaften von Natur aus ohne Kosten für andere zugegen ist, nämlich die Beibehaltung und Wertschätzung von Hörensagen und Traditionen, um die Erinnerung an das Ursprüngliche bzw. die Ursprünge lebendig zu halten.

Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.
Thomas Morus

Bei einer Pflanze läuft das mittels Photosynthese ebenfalls ganz in der Tradition der HARMONIE, und damit in der Bewahrung der Ausgewogenheit, ausgelebt durch eigenes Vermögen und der eventuellen Erschöpfung der eigenen Fähigkeiten. Stellt sie ihren Zucker EINEM ANDEREN Lebewesen zwecks Nahrung zur Verfügung, indem sie z. B. direkt an Ort und Stelle gegessen bzw. gefressen wird, geschieht dieses auf ”Kosten” der Pflanze selbst, Kosten, die jedoch niemandem in Rechnung gestellt werden, weil der Sinn dieser Weitergabe von Zucker, als Energie, in der Bewahrung des Lebens als Ganzes liegt und nicht der Vermögensbildung einer einzigen Spezies dient, damit diese Dinge tun könnte, die sie im Rahmen wahren Fortschritts ansonsten nicht realisieren kann. Keine Pflanze kann somit in Anspruch nehmen, was sie selbst nicht imstande ist zu leisten, und wenn sie etwas leistet, wofür sie doch die Hilfe anderer Lebewesen benötigt, z. B. zur Samenverbreitung, dann geschieht dieses im Rahmen von Ausgewogenheit, sprich, soweit möglich, wie notwendig für das Ganze, z. B. im Rahmen von Symbiosen. Ungleichgewichte in der Verteilung von sich ansammelndem Vermögen werden daher wieder ausgeglichen, aufgrund bestehender Feedbacks und Beziehungen, die über lange Zeit gewachsen sind, womit jene ins Spiel kämen, die wir Menschen voreingenommen als Parasiten bezeichnen … und mit viel Energieeinsatz bekämpfen oder zumindest unter energieräuberische Kontrolle zu bringen versuchen.

Beim Geld jedoch geht all das zunehmend verloren, weil der Sinn für Kohärenz in keiner Währung ausgedrückt werden kann, sondern einzig in der Wahrung von HARMONIE, während es immer eher zu immer ausgeprägteren Ungleichgewichten kommt, ohne dass sie wieder, zum Wohle des Lebens auf lange Sicht, ausgeglichen werden. Zumal wir Menschen, zunehmend motivierter und geistreicher, daran arbeiten, dass das Ungleichgewicht weiter bestehen kann bzw. noch verstärkt wird, indem wir Probleme in EINEM immer komplexer scheinenden Muster miteinander verketten, anstatt den Ursprung der Kette in Erinnerung zu behalten. So werden zwar Lösungen gefordert, mitunter unter Einsatz von Geld und Experten, die mit der Lösung beauftragt werden, nur richten sich diese kurzgeschichtlichen Kurzsichtigkeiten, aufgrund von Entwurzelungen, an die falschen Stellen. Derjenige, der Lösungen fordert, braucht dabei nicht selbst aktiv zu werden.
Es vermag niemand die durch Geld ermöglichten Probleme zu lösen, schon gar nicht durch den Einsatz von mehr Geld, kommt doch erschwerend hinzu, dass wir Menschen meinen die Sonne scheinen lassen zu können, obwohl Nacht ist oder aber der Himmel voller Wolken hängt, erst recht dort, wo Clouds das moderne Gewölk bilden und Kunstlicht die Sonne ersetzt. Unser Geldsystem verspricht obendrein ewigen Sonnenschein mittels Krediten und labt sich mittels Zins am Sonnenlicht, obwohl die Sonne anderswo scheint. Es entstehen künstliche Gräber und Wiegen voller Asche, was undenkbar in der natürlichen Ordnung ist, wo Ungleichgewichte konsequent dynamisch ausgewogen werden, ohne dass Probleme zu lange überwiegen können, da jedes Problem bereits Teil des Lösungsweges ist und Wurzeln bestehen bleiben. Ganz in der Tradition von Gemeinschaften und des Beschränkens auf das Wesentliche ohne aber Lebendigkeit zu verunmöglichen. Hörensagen, anstelle von Lug, Trug und Eigennutz, von Angesicht zu Angesicht, ganz konsequent, und in direktem Kontakt mit dem Leben.

Nachdem der Mensch das Absägen des eigenen Astes vom Weltenbaum vollzogen hatte, welches gegen Ende des zweiten Teils der Schwarzmalerei zur Sprache kam, zeigt sich das offensichtliche Muster des Gräberschaufelns seitdem vielgestaltig im Verlauf entwurzelter Kurzgeschichten, welche unsere Geschichtsbücher füllen. Zum Beispiel im Wandel von Sprachen und menschlicher Kommunikation im Allgemeinen, was besonders deutlich wird, wenn man indigene Völker zu Wort kommen und sie beschreiben lässt, was uns fortschrittlichen Menschen längst im digitalisierten Schriftverkehr, mit unseren abgehobenen Köpfen in den Clouds, abhanden gekommen ist:

”Once a language is written down, its speakers suffer immediate consequences. One of the first casualities is memory – as soon as you can write something down, the power to remember goes quickly. Also lost is much of the richness and expressivness of language. [ … ] The spoken word is the realm of storytellers, poets, and visionaries, it is a plastic and infinitely expandable medium, an art form. Written language crosses into the domain of word-accountants, ”experts” who spend their lives compiling catalogues of words, immense dictionaries trying to affix an exact, almost numerical value to every utterance and human emotion. Certainly this can be a fascinating pursuit, but it’s the antithesis of creative process, which is what speaking in a free language used to be all about.

Ironically, not only does creativity and expressivness suffer once a language becomes a written language – it also becomes easier to lie. When a story or account is written down, history for example, it becomes the accepted version of truth no matter how false the information, or how biased the source. People who live in the oral tradition, however, have to be able to remember what they said. The only way to be sure of this is to tell the truth.

Russell Means & Bayard Johnson – If you’ve forgotten the names of the clouds, you’ve lost your way – S. 4

Auch anderswo wird das Wesentliche lebendiger Kommunikation, das Weiterreichen wahrer Informationen, ermöglicht durch Exformation offensichtlich:

Deklarative Äußerungen in Piraha enthalten nur Aussagen, die unmittelbar mit dem Augenblick des Sprechens zu tun haben, weil sie entweder vom Sprecher selbst erlebt wurden oder weil jemand, der zu Lebzeiten des Sprechers gelebt hat, ihr Zeuge war.

Mit anderen Worten: Alle Aussagen der Piranha sind unmittelbar im Augenblick des Sprechens verankert und nicht in irgendeinem anderen Zeitpunkt.

Daniel Everett – Das glücklichste Volk – S. 199

Diese zwei Beispiele verdeutlichen, was es mit weiteren Formen von Entwurzelungen auf sich hat und wie Dekohärenz ihren Auftritt auf der Bühne realisiert. Gesprochene, unmittelbare Worte, als Hörensagen, entsprechen demnach dem Sonnenlicht, geschriebene Worte dagegen, erst recht gedruckt, sind dem Geld moderner Zeiten nicht unähnlich, von der digitalisierten Variante ganz zu schweigen. Es ist selbiger Weg, den Informationen gezwungenermaßen gehen (müssen), um zu Daten zu werden, die immer wieder kopiert und jederzeit anderswohin verschickt werden können, losgelöst vom ursprünglichen Kontext und der eigentlichen Quelle, ihrer Verankerung beraubt, rastlos seitdem und ohne eigenes Ziel. Ebenfalls undenkbar in Gemeinschaften, wo jedes Mitglied alle anderen Mitglieder kennt und die Verkettung nur so lang werden kann, wie es der Gemeinschaft möglich ist die wesentliche Verankerung in Erinnerung zu behalten, was zuvor erwähnte Exformation ist.
Inflation, als Entwertung von etwas Grundlegendem, etwas Ursprünglichem, verstanden, ist dahingehend immer ein deutliches Zeichen von Dekohärenz und eine Begleiterscheinung von Gesellschaften bzw. Größenwahn. Doch nur so konnte die Verkettung von Problemen gesellschaftstauglich zum roten Faden werden, der sich als brennende Lunte durch die Geschichte der Menschheit frisst, Erinnerungen auslöschend, Beziehungen vernichtend, was wahrlich nicht gleichbedeutend ist mit jener traditionsreichen Flamme, die als Funken jedem Lebewesen von der HARMONIE erzählt, seit Generationen und interpretierten Jahrmillionen. Das Feuer selbst, in dessen Schein wir EINEN seit unvordenklicher Zeit feuerwandeln, nährt Entwurzelung und brandrodet Kohärenz, wobei man aber durchaus auf die Idee kommen könnte, dass genau dieser Weg die Problematisierung des PROBLEMS erst anfeuert, um, EINEM Fieber gleich, sich in das Leben einzubrennen, zwecks Ermöglichung des eigentlichen Lösungsweges.

Und damit komme ich wieder auf das eigentliche Thema zurück, zur Energie … obwohl ich das Thema in Wirklichkeit gar nicht verlassen habe.

Ich möchte an dieser Stelle Thomas Gold zu Wort kommen lassen, der im Folgenden reichlich Licht in jene Schwärze bringt, aus der das Öl emporquillt, welches die Entwurzelungen der Menschheit erst zum expansiven Flächenbrand werden ließ, indem es, als Kettenreaktion, Geld, Daten, und indirekte Kommunikation immer notwendiger für den Lauf der menschlichen Geschichten machte, bis zum heutigen Tag …

First, the energy required to run cellular metabolisms must be available in increments no more than a tenth as powerful as that supplied by even a single solar photon. Expecting a cell to use a photon directly to synthesize a sugar would be more ludicrous than expecting a baseball player to field bullets from a machine gun. Rather, life has devised an extremely sophisticated apparatus to perform the initial task of catching the bullets.

Second, a photon has no patience. Make use of it now or lose it forever. Sunlight cannot be captured in a jar and stored on a shelf. But its energy can be used to set up molecules such as sugars, that will deliver energy on combining with atmosheric oxygen. [ … ] Chemical energy thus carries the advantage of availability, offering an adjusted amount where and when it is needed.

Thomas Gold – The deep hot biosphere – S. 13

Besagte chemische Energie ist mit den Problemen des Geldes, der Daten, und der Schrift(en) gleichzusetzen, sitzen sie doch allesamt im selben Boot, welches seinen Anker längst verloren hat, beziehungslos und ohne Feedbacks zu den Ursprüngen der Probleme und des PROBLEMS an sich sowie zum Kontext der Ursprünge im dynamischen Gefüge des GANZEN. Aus diesen Gründen konnte der technologische Fortschritt der Menschheit zu dem werden, was er ist, seinen Imperativ geistreich in Szene setzend, denn seine Möglichkeiten scheinen inzwischen transhumanistisch endlos und somit verlockend, sich so mehr und mehr Hauptrollen auf der Bühne des Lebens an Land ziehend, der Verkettungen von immer weiteren Problemen wegen, die immer weiterer neuer Kostümierungen, Updates und Designs bedürfen. Es gleicht der energetischen Kettenreaktion, die uns Menschen immer mehr Objekte bzw. materielle Vokabeln hervorbringen lässt, allesamt aufbauend auf entwurzelter Energie, den Schein (noch) wahrend EIN währender Phönix aus der Asche unzähliger Gräber zu sein.

Im obigen Zitat von Thomas Gold steckt der Teufel indes im Detail, genauer, im unscheinbaren Wort ”adjusted’‘, welches anmerkt, woher der Mensch seine Probleme bezieht, verhält er sich doch keineswegs seinen Fähigkeiten und seinem Umfeld angemessen, ohne jedoch Konsequenzen für sich selbst fürchten zu müssen, solange seine Brandspur sich durch das Kappen von Beziehungen und Feedbacks in der Normalität verliert.

Dass wir Menschen die uns zur Verfügung stehende chemische Energie längst nicht mehr in Ausgewogenheit mit dem Leben als Ganzes nutzen, wie es in der natürlichen Ordnung allgegenwärtig und fortwährend geschieht, sondern, immer härter umkämpft, immer häufiger einzig zu unserem eigenen Vorteil (aus)nutzend, wird deutlicher, wenn man EINE kleine Zeitreise zurück zum Ursprung des fortschreitenden Menschen macht, dorthin, wo, paradoxerweise, seine Sesshaftigkeit konkreter wurde. Je weniger der Mensch selbst innerhalb seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten aktiv zur Ausgewogenheit des GANZEN beitragen will, desto mehr greift er auf entwurzelte Energie zurück, um den Fortschritt fortschreiten zu lassen, während er selbst im Wesentlichen immer träger wird, sich selbst in einem Dickicht von Sicherheiten und Gewohntem an die Kette legend.

In einer fortschrittlichen verkehrten Welt ist Fortschritt Rückschritt, es sei denn der Fortschritt geht der Wirklichkeit entgegen bzw. er dient dem Wohle des Lebens als Ganzes.

So nutzte der Mensch zu Beginn seiner Entfremdung von der Gemeinschaft des Lebens immer mehr Holz von der Oberfläche der Erde, über das Maß hinaus, welches den menschlichen Gemeinschaften bis dahin zum (Über)Leben genügte, damit beginnend, dem direkten Umfeld die Möglichkeit der notwendigen Regeneration zu rauben. Sesshaftigkeit ließ Gemeinschaften wachsen und zwangsläufig zu Gesellschaften werden. Handel entstand, die Schrift wurde notwendig, ein Geldsystem ebenfalls, wesentliche Beziehungen gingen verloren, genau wie Feedbacks … und mit ihnen Informationen, derer es jedoch bedarf, um das GANZE, trotz zunehmender Herausforderungen, möglichst ausgewogen ”am Laufen zu halten”, Dynamik genannt, Konsequenzen inklusive. Der Fortschritt der Menschen nahm damit seinen ganz eigenen Lauf, im Versuch der Ausgewogenheit seitdem immer schneller davon zu eilen, in Form von Wettläufen und Wettkämpfen, gejagt von eigenen Feindbildern.

Viele Generationen später genügte den Menschen das Holz, und dessen gewachsene chemische Energie, längst nicht mehr und sie gruben unter der Oberfläche der Erde nach Kohle, ganz neue Möglichkeiten für sich entdeckend und auf der Oberfläche zum Ausdruck bringend, auf der zunehmend Platz benötigt wurde, damit die Entwurzelung der eigenen Spezies vom Leben als Ganzes gesellschaftsfähig als Notwendigkeit verkauft werden konnte. Die Wurzeln, die gekappt werden konnten, wurden im Rahmen der Industrialisierung bedeutender und weitreichender, die Folgen der Entwurzelung, durch den Einsatz der Kohle, komplexer und länger andauernd, die Dekohärenz fördernd, nicht aber den Gemeinschaftssinn des Lebens.

Doch all das war noch nichts gegen das, was, wieder Generationen später, das Erdöl ermöglichte, gewonnen aus noch tieferen Schichten der Erde, dort bohrend, wo die Folgen für das Leben um ein weiteres Vielfaches weitreichender wurden, jene Komplexität hervorbringend, die uns heute immer lauter nach immer mehr Sicherheitsvorkehrungen und Gesetzen, nach Schranken und Grenzen und vor allem Vereinfachungen, lauthals um Hilfe rufen lässt.

Je mehr Möglichkeiten wir aus der Tiefe hoben, desto weiter und schneller schritten verschiedenste Techniken und Technologien voran, desto mehr Hauptrollen rissen das Geld, die indirekte Kommunikation und Daten an sich, desto größer und weitreichender wurde das Energiedefizit, welches wir schufen, obwohl wir immer mehr chemische Energie für unsere Zwecke einsetzen … auf Kosten allen Lebens, uns selbst inbegriffen, es aber nicht wahrnehmend bzw. wahr haben wollend, und so mit immer mehr Einsatz von Energie immer heftiger das bekämpfend, woran wir selbst immer mehr leiden.

Sklaverei ist längst nicht mehr gesellschaftsfähig und doch ist sie auch in modernen Zeiten allgegenwärtig. Zwar sind wir Sklaven ohne offensichtliche Ketten, weil die immer länger werdende Verkettung von Problemen nicht als zunehmend schwerer wiegende Kette wahrgenommen wird, welche uns modernen Menschen mit dem eigentlichen PROBLEM der Menschheit verankert. Die wesentlichen Beziehungen und Feedbacks, die verloren gegangen sind, lassen so die einzelnen (Mit)Glieder der Verkettung aus der Erinnerung Einzelner und ganzer Gesellschaften nach und nach verschwinden. Die Geschichte, welche die Verkettung erzählt, verändert sich fortwährend, Unmittelbarkeit durch Infrastrukturen, Wesentliches durch Künstliches, und Wahrheit durch Lügen ersetzend. Lügen, die nichts anderes sind, als reaktive Möglichkeiten, die sich erst durch das Nutzen von entwurzelter Energie ergeben, wodurch das verkörperte Potenzial Einzelner den Rahmen sprengt, in welchem Einzelne ansonsten wirken würden, wenn sie direkt im Sinne des Lebens tätig wären und selbst Konsequenzen zu tragen hätten. Aber längst gilt: EIN Kettenhemd aus Hightech-Material zu tragen ist ganz normal und ungemein gesellschaftskonform, sprich, voll in Mode.

Globalisierung ist demnach EIN sich beschleunigender Prozess die Erde komplett in Ketten und Asche zu legen und obendrein in weiteren Verkettungen von Problemen zu verwickeln, zu erkennen an den asphaltierten Straßen, die wir mit Produkten aus Erdöl befahren und begehen, den Kondensstreifen unserer kerosinbetriebenen Flugzeuge sowie den gewellten Spuren unserer diesel- und altölbetriebenen Schiffe auf den Weltmeeren. Ganz zu schweigen von den Datenleitungen und -übertragungen, die sich unseren Blicken entziehen und all den Gewohnheiten, Erwartungen, Zwängen und Normen, die wir inzwischen zur Bewahrung unserer fortgeschrittenen Normalität, auf Öl gebaut, benötigen, nicht aber zur Bewahrung der HARMONIE.

So leben in modernen Gesellschaften immer mehr Energiesklaven in einer Umgebung des Raubbaus … doch der Schein unseres unkontrollierbaren Appetits auf Energie mag trügen und das Unkontrollierbare in der Tat ganz natürlich sein, bedenkt man, woher die Energierohstoffe kommen, die all das erst möglich werden ließen und (Mit)Glieder von Gemeinschaften folgenschwer in EINE Agenda verwickelten, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint, geheimnisvolle dunkle Gesellschaften ins Leben rufend, die ihrerseits Ausdruck für unser Unverständnis sind, die Wahrheit im GANZEN zu fühlen bzw. für unser Unvermögen, dem Wesen des Lebens direkt in die Augen zu blicken und die real(isiert)e Komplexität zu durchschauen. Bedenkt man zudem, dass die Energiegewinnung aus der Tiefe umso mehr Energie freizusetzen vermag, je mehr dieses auf Kosten allen Lebens geschieht … zum scheinbaren Wohle von uns EINEN … dann mag man sich fragen, wer oder was den technologischen Fortschritt, mitsamt seinem folgenreichen Imperativ ”Zum Wohle Einzelner, auf Kosten Aller – irgendwann.”, ursprünglich ersonnen hat.

Die Macher von NextNature mögen mit ihrer Aussage, dass alles Natürlich ist, was von Menschen nicht kontrollierbar ist, auch wenn es von uns Menschen geschaffen wurde (sei es ein Atomunfall oder EIN Waldbrand durch Brandstiftung), durchaus den Erwartungen des modernen Zeitgeistes entsprechen. Doch bringt man jene natürliche Ordnung ins Spiel, die den unkontrollierbaren Geist aller Zeiten stets gut im Griff hat, der menschliches Bewusstsein fortschreitend Gräber ausheben lässt und Asche über verkörperte Häupter bringt, dann könnte die zuvor erwähnte Idee ein wenig konkreter werden – vielleicht schon in Richtung EINER Ahnung.
Des Menschen Wille ist dabei so frei wie er auf lange Sicht im Sinne des GANZEN ist. Ist er es jedoch kurzfristig nicht, erfährt es der Mensch unmittelbar, es für gewöhnlich jedoch gänzlich missverstehend, so den Fortschritt weiter anfeuernd, in der Bekämpfung der vermeintlichen Aggression all der ANDEREN und all der Andersartigen, ohne jemals selbst in direktem Kontakt mit ihnen eigene, im Wesen verwurzelte, Fähigkeiten konsequent einbringen zu müssen. Kein Wunder, dass Hörensagen in fragilen Gesellschaften inzwischen EINE ganz andere Bedeutung hat als in antifragilen Gemeinschaften. Woraus diese Verkettungen ersichtlich werden ? Nun, vielleicht aus den finsteren Gedanken, die uns aus Mittelerde entgegenfließen … dort, wo mächtige Ringe geschmiedet werden.

Oil is the shadow of the Sun, its unconscious manifestation.
It is ancient sunlight and, it follows, that all nutrition,
photosynthesis and the majority of energy originate in space.
While all previous civilisations relied on the white sun,
the black fossil sun dominates our thoroughly modern western existence.

Antti Salminen

Wie lange werden wir Menschen noch die Möglichkeit haben der Natur jenes Geschenk mit folgenreicher Gewalt zu entreißen, welches uns von ihr dargeboten wird, freiwillig, aber nicht ohne Ziel?! Schließlich können die Auswirkungen unseres Fortschritts nicht endlos von der natürlichen Ordnung im Einklang mit der HARMONIE des GANZEN gehalten werden, aus dem einfachen Grund, dass unser Fortschritt auf der fortschreitenden Vernichtung der Lebensgemeinschaft aufbaut, zu welcher wir selbst gehören, es aber mehr und mehr leugnen. Das bedeutet, dass wir nur so weit mit Hilfe des Geschenks aus der Tiefe der Erde fortschreiten können, wie alle ANDEREN Lebewesen ihrem Wesen treu bleiben können und somit in der Lage sind den goldenen Mittelweg der Ausgewogenheit, den schmalen Grat, zu bewahren, sind wir Alle doch Eins – ein Teil des Lebens, nur teilen wir EINEN nicht unbedingt die LIEBE zum Leben wie sie ANDERE verkörpern, sondern träumen eher von EINER Liebe fürs Leben, voller Harmonie, koste es, was es kosten soll.

Da können wir eigentlich nur dankbar sein, dass fossile Energieträger endlich sind und ihren, wenn auch völlig unangemessenen Preis haben, nicht auszudenken, wenn sie nicht endlich … und obendrein nicht fossilen Ursprungs wären. Doch genau das behauptete Thomas Gold bereits gegen Ende des letzten Jahrtausends in seinem Buch THE DEEP HOT BIOSPHERE, dessen, bis heute, kontroversen Aussagen Sie unter folgenden Links nachlesen können:

Ist Erdöl wirklich endlich Teil 1

Ist Erdöl wirklich endlich Teil 2

Von Knappheit keine Spur – das Geheimnis des Erdöls

Die abiotische Theorie und Peak Oil

Öl-Entstehungstheorie: Entsteht Öl abiotisch am/im Erdmantel?

The ‘Abiotic Oil’ Controversy

The abiotic origin of petroleum

Wäre das Ende der weiteren Verkettung all unserer Probleme endlich in Sicht, wenn tatsächlich viel, viel mehr Öl viel, viel länger zur Verfügung stünde, als angenommen, als gemeinhin erwartet ? Wäre das Ende der Kriege in Sicht, die einzig gefochten werden, um Energiequellen zu sichern und in deren Verlauf weitere Wurzeln ihres Ursprungs beraubt werden ? Wäre es nicht ein Segen für die Wirtschaft, den Wohlstand, und für die Menschheit selbst ? Bekäme der technologische Fortschritt nicht einen gewaltigen Schub, an dem alle Menschen teilhaben könnten, bedenkt man, was er bisher erschaffen hat, in der Annahme, Öl sei endlich … und in der Annahme, er diene der Lösung der Probleme, die der Mensch mit dem Leben hat ?

Die Antwort auf all diese Fragen lautet ganz klar NEIN, denn das einzige, was uns bisher davon abgehalten hat, den technologischen Super-GAU, mit all seinen Konsequenzen für das Leben als Ganzes, zu realisieren, ist die allgemeine Erwartung, dass Öl endlich ist und die weitere Gewinnung immer aufwendiger und kostspieliger wird, in jeglicher Hinsicht. Peak Oil als Rettungsanker ?

Nun, Theorien, graue, wie farbenfroh ausgeschmückte, entstehen, weil direkte, unmittelbare Zusammenhänge, sprich, Beziehungen und Feedbacks im Wesentlichen verloren gegangen sind, oder anders ausgedrückt: je mehr Entwurzelungen, in Form von Geld, Daten und indirekter Kommunikation bzw. schriftlicher Aufzeichnungen EINE Rolle spielen, desto mehr verschiedene, und verschieden motivierte, Weltbilder bestimmen das Gesamtbild der Realität. Die Allgegenwärtigkeit entwurzelter Energie bildet da keine Ausnahme, ermöglicht diese doch erst Einzelbilder des Gesamtbildes, ohne auf Stimmigkeit, sprich, Kohärenz, Rücksicht nehmen zu müssen. Dabei ist es im Grunde aus Sicht des GANZEN egal, welche Theorie nun richtig ist, weil erst alle möglichen Theorien das Bild des GANZEN ergeben und in ihrer Verschiedenheit und wechselnden Popularität für die notwendige Dynamik sorgen, um die Entwicklung problematischer Verkettungen solange voranzutreiben, bis die Kette letztendlich zu bersten droht bzw. bis der Geist der Zeit den Höhepunkt seiner Einflussnahme auf menschliches Bewusstsein überschritten hat, womit die Problematisierung des PROBLEMS ihren Höhepunkt erreicht hätte, nicht aber die Bewusstwerdung des Lösungsweges. Wie aber soll EINEM etwas bewusst werden, wenn EINER nicht für etwas sensibilisiert worden ist ? Ist der technologische Fortschritt somit die Sensibilisierung für dessen wesentliches Unvermögen und EINE Herausforderung der ANDEREN, damit diese an ihre Grenzen gelangen können ? Wie gesagt, nur so EINE Idee.

Dabei ist die Frage, ob Öl biotisch oder abiotisch entstand bzw. entsteht, gar nicht vordergründig. Ebensowenig spielt das Ausmaß der Ölvorkommen die erste Geige in der Betrachtung des real(isiert)en Gesamtbildes. Entscheidend ist, dass die Diversität an Theorien einen wesentlich tiefgründigeren Blick in das Wesen des Lebens bietet, als jede einzelne Theorie an sich. Das Öl ist somit auch hier nur Mittel zum Zweck und der Zweck ist die Bewusstwerdung der eigentlichen Rolle von Energie, für das Leben allgemein und für uns Menschen im Speziellen. So haben Holz und Kohle ihren Ursprung im Sonnenlicht und damit im Leben auf der Erde. Das Öl jedoch ist die Manifestierung der finsteren Gedanken der Sonne, jene Gedanken, die sich ihrem Einfluss auf das Leben entziehen und so eine Altlast darstellen, die uns ein kosmisches Erbe vermacht hat und zudem nicht von dieser Welt ist. Es ist der dunkle Schatten, der noch nicht von seinem Potenzial an Unordnung erlöst werden konnte, einem dunklen Familiengeheimnis ähnlich, welches noch Generationen später für allerhand Schicksalsschläge sorgt. Doch der Reihe nach …

So schreibt Thomas Gold:

The earth supports not one but two large realms of life: surface life fed by photosynthesis, which is familiar to us all, and deep life, fed by chemical energy that has penetrated up from below. We have only just begun to explore the inhabitants and the reach of the deep realm. I suspect that until microbes drawn up from the deep are perceived as representatives of a wholly distinctive biosphere, rather than as isolated and ingenious adaptions of surface life pushing back the frontiers of habitability, research on deep life will remain sparse and largely unheralded. If the shift in perspective does take place, however, a veritable explosion of new ideas will surely permeate two of the most speculative yet philosophically engaging issues in science: the origin of life and the prospects for extraterrestrial life.

Thomas Gold – The deep hot biosphere – S. 165

Und weiter:

There is (as yet) no evidence on the nature of that sequence or on the relationship these two realms have had with each other over time. They may be essentially independent of one another at present. If all the photosynthetic surface life were to disappear, for example, the deep subsurface life might continue essentially as before. Similarly, if for some reason deep life were to disappear, we know of no reason why this would have much impact on the photosynthetic surface life – at least in the short term. (It might make a difference in the long term, because there may occasionally be beneficial exchanges of genetic material between the microbial life at depth and the surface life.)

Thomas Gold – The deep hot biosphere – S. 165

Wie diese beiden Lebensräume gemeinsam an der Bühne des Lebens mitwirken beschreibt der hier verlinkte Text näher, aus Sicht derer, die sich nicht scheuen, den Rahmen der Betrachtung der Realität mal ein wenig über das sonst übliche Maß hinaus zu spannen. Doch auch wenn diese Betrachtungen das Wesentliche, nämlich das Bewusstsein und die Bewusstwerdung der HARMONIE im GANZEN, außer Acht lassen, so vermögen diese Theorien im Laufe der Zeit wie Wasser zu werden und uns die Büchse der Pandora, die mit dem Öl gefüllt ist, welches wir Menschen aus der Tiefe der Erde ans Tageslicht befördern, als das Geschenk annehmen zu lassen, welches die vermeintliche Büchse wirklich ist, schließlich dürfte es keineswegs Zufall sein, dass wir Menschen tiefer bohren müssen, um unseren Fortschritt voranzutreiben und dabei für immer mehr Entwurzelungen sorgen, auf zunehmende Kosten derer, die jedoch zwingend notwendig sind, um die HARMONIE des GANZEN biozentrisch bewahren zu können. Hier treffen offensichtlich mehrere Notwendigkeiten aufeinander, damit etwas Einmaliges ermöglicht werden kann. Der Zufall, welcher der Komplexität nicht ganz unähnlich ist, zeigt sich somit höchstens in dem Sinne, dass der Fall, den die Menschheit als Verkörperung von Bewusstsein, vollzogen hat, zu dem führen muss, was unmittelbar vor uns liegt, sich in der Masse als maximal möglich werdende Versklavung der Menschheit, in Gestalt von Energiesklaven, offenbarend.

Wie man in das Bohrloch hineinruft, so schallt es von überall her.

Ohne die Möglichkeiten des Öls hätten wir die vermeintliche Grenze unseres Universums nie als solche interpretieren können, denn all die modernen Gerätschaften, Bauteile, Teleskope, Computer und dergleichen, wären ohne das Öl aus der Tiefe der Erde nicht realisierbar gewesen. Umso mehr mag es da verwundern, dass wir dem eigentlichen Kern der Erde selbst, von der aus wir die Grenze des Universums ersonnen haben, noch so fern sind, wie hier anschaulich beschrieben wird. Umso weniger verwundert es dagegen, dass umso mehr Theorien im Umlauf sind, je größer das Universum durch Beobachtungen und Interpretationen wird und je tiefer wir in die Erde hineinrufen bzw. hinabschauen, ohne das Offensichtliche in Erwägung zu ziehen. Oder EIN wenig ANDERS ausgedrückt: Wir verwechseln das Wesentliche mit Weite und Tiefe.

Öl, als schwarzes flüssiges Gold, ist im Grunde die Reinkarnation all der Möglichkeiten, die in ”vorherigen” Evolutionen dessen, was wir mit Kosmos bezeichnen, für derart reichlich Unordnung gesorgt hatten, dass es weiterer Prozesse bedarf, um all diese Möglichkeiten in wahres Gold, sprich Kohärenz, überführen zu können. Öl ist die bereits angedeutete Altlast, mit der wir, als kosmische Nachfolgegeneration bzw. Nachfolgeinterpretation von verkörpertem Leben, nur unseren Fortschritt nähren, um unseren unstillbar scheinenden Appetit nach Mehr als den eigentlichen HUNGER auf das Wesentliche zu erleben. Dass wir im Laufe dieses Prozesses vor HUNGER dem Wahn der Entwurzelungen verfallen und uns selbst in der Komplexität der Realität als Energiesklaven verketten, ist kein Zufall, sondern notwendig. Dabei verhalten sich unser Fortschritt und unser Appetit nach Mehr, im Gegensatz zum wahren Fortschritt und dem Stillen des HUNGERS, wie bunte Verpackungen voller Süßigkeiten zu Wildkräutern in, von Menschen, unberührter Natur, die es eigentlich gar nicht mehr gibt …

Es ist tatsächlich wie im ”richtigen” Leben: Probleme lassen sich nicht lösen, indem man einem Appetit folgt und unablässig weit mehr in sich hineinstopft, als man, energetisch angemessen, in der körperlichen und geistigen Lage ist umzusetzen. Den HUNGER dagegen zu stillen und Probleme gar nicht erst zu EINER Verkettung weiterer Probleme werden zu lassen, bedarf weit mehr als mehr Energie aufzunehmen als im Grunde notwendig ist. Dessen ist sich jede Pflanze bewusst. All die Erscheinungsbilder indigener Gemeinschaften sowie alle Lebewesen in “freier Wildbahn“, sprechen diesbezüglich eine deutliche Sprache, ganz direkt und fest verankert in der Tradition der Lebensgemeinschaft, von der sich die Menschen mehr und mehr entwurzeln.

Wahn ist eine Geisteskrankheit, die sich im Lebendigsein heilt.
Wolfgang Jensen

Teil 4 dieses schwarztragenden Trauerspiels wird versuchen jenem Wesen auf die Spur zu kommen, welches sich im Laufe der bisherigen Problematisierung, mittels reichlich Energie, verpackt als immer süßer schmeckende Appetithäppchen, geschickt aus dem Rampenlicht der Öffentlichkeit bzw. Offensichtlichkeit heraushalten konnte, jedoch nur, weil der technologische Fortschritt sich nach wie vor mit all seinen Versprechen und Annehmlichkeiten als Wesentlich für das Leben zu verkaufen weiß und sich immer geistreicher in Szene zu setzen vermag.
Teil 4 beantwortet somit die Frage, was die äußere Grenze des Universums mit dem Kern der Erde verbindet, so, wie das Leben auf der Erde mit dem Leben in der Erde in Verbindung steht …

Muss man wirklich immer tiefer bohren, um letztendlich zur Wahrheit zu gelangen … oder genügt es zu erkennen, woraus die Ketten beschaffen sind mit denen die Probleme der Menschheit in der Wirklichkeit verankert sind, während die Menschen, als bereitwillige Energiesklaven, sich dessen in der Masse jedoch noch unbewusst, weit über ihre Verhältnisse zum Leben als Ganzes leben ? Mittelerde lässt grüßen:

Ein Ring sie zu knechten,
Ein Ring sie zu finden,
Ein Ring sie ins Dunkel zu treiben
und ewig zu binden.

Zum Abschluss von Teil 3 kommt noch einmal Thomas Gold zu Wort. Er greift auf, womit Teil 3 begann. So schließt sich, EINEM Ring gleich, EIN weiteres Kettenglied und wird Teil der 13,7 Mrd. Lichtjahre langen Verkettung des eigentlichen PROBLEMS …

”The present viewpoint, popular in Western countries, is that earthquakes are of purely tectonic origin, caused by an increase of stresses in the rock. But this viewpoint came into being only around the start of twentieth century. At about that time, the seismograph was invented and put into use. Its availability meant that earthquakes could be investigated in fine detail from the seismic records obtained. Data could now be collected by seismographs installed in places far removed from an earthquake event, and those data would be utterly quantitative and untainted by subjective interpretation. The invention of the seismograph meant that it was no longer necessary to experience an earthquake directly, or to interview someone who had, in order to assemble data on the event. The opportunities offered by this new technology were rarely supplemented by eyewitness reports. Such reports, which were inevitably qualitative and tarnished by subjectivity, unfortunately were no longer believed to hold any value for the scientific venture. But there is much that can still be learned from them.”

Thomas Gold – The deep hot biosphere – S. 145

Ein Stich mitten ins Herz jenes Geistes, der weiterhin sein Un-Wesen treiben kann ? Nein, dieser Geist ist herzlos, ohne Mitleid, und frei von Empathie, doch es ist nicht hoffnungslos, dass mancher Stich das wachzurütteln vermag, was im Kern, still und verborgen, vor sich hinzurosten scheint. In diesem Sinne:

We work the black seam

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s