Text 27: Kommt, wir spielen ein bekanntes Spiel mal anders …

… gemeint ist STADT, LAND, FLUSS … nur diesmal machen wir zeitgemäß 30 Spalten und schreiben alles auf Plakate im Format A1 und je schneller jemand mit allen Begriffen durch ist, desto mehr Bonuspunkte gibt es. Ihr kennt dieses Variante ? Ach, die nennt sich nun “STADT, LAND, ÜBERFLUSS“ ?! Was, sogar eine Spielanleitung gibt es dafür zu kaufen ? Unter gleichem Titel, vom Autor Jörg Schindler veröffentlicht ? Was es nicht alles gibt …

Nun, das Buch “STADT, LAND, ÜBERFLUSS beschreibt in der Tat die allgegenwärtigsten Wachstumsgeschichten, die im Grunde jeden Buchstaben des Alphabets abdecken und längst weit jenseits des Erträglichen, des Notwendigen, des Ausgewogenen und Nachhaltigen EIN Eigenleben entwickeln, welches man in seiner Tragweite kaum angemessen darlegen kann. Zum einen, weil man zu heftig mit dem Kopf schüttelt, zum anderen, weil Wut und andere Emotionen EINEM die Sicht nehmen.
Wenn es einen Überblick über das Unwesen des Zeitgeistes gibt, der darlegt, wie es um den Stand der reaktiven Unordnung in der realisierten Alltagswelt steht, dann findet man ihn in diesem sehr zugänglichen und eindringlichen Buch, welches man am besten beim Buchhändler in der eigenen Stadt erwirbt, anstatt wieder den leichten Weg zu gehen und per Klick hier und da unterbezahlte Arbeiter durch die Lagertempel zu scheuchen, immer mit dem Blick auf den aktuellen Aktienkurs EINES nimmersatten Unternehmens und so, Klick für Klick, eventuell einen Himmel voller Drohnen ermöglichend, weil man immer weniger seinen eigenen A**** bewegt bekommt und … äh, wo war ich stehengeblieben, ach ja, ÜBERFLUSS.

Sicher, Bücher zu lesen verändert die Welt nicht zwingend dahingehend, was Bücher in Aussicht stellen. Papier ist bekanntlich geduldig. Moderne Displays auch … zumindest solange der Strom reicht. Und fortgeschrittene Menschen erst recht. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle dieses Buch all jenen Interessierten nahe legen, die bereit sind, ihre Segel nicht bereits zu streichen, ohne je an die Grenzen ihrer eigenen Möglichkeiten gelangt zu sein. Jene, die sich nicht einfach dem Mainstream hingeben wollen und zum Spielball des Zeitgeistes werden wollen. Jene, die bereits spüren, dass etwas in der Luft ist, das kein noch so fortschrittlicher Sensor und kein noch so empfindliches Messgerät entdecken kann … obwohl es bereits offensichtlich ist. Jene, die Taten folgen lassen wollen, nachdem die Worte aus Büchern etwas in ihnen bewegt haben, was zu HARMONISIEREN vermag, ohne zwangsläufig unserem bisherigen Verständnis von Harmonie zu entsprechen.
Und ja, dieses Buch vermag für Bewegung zu sorgen, auch wenn es beschreibt, was eigentlich jeder in modernen Gesellschaften schon mal irgendwie, irgendwo aufgeschnappt hat, sogar im Mainstream. Nur hier kommt es knüppeldick und zaunlattenhart … und das Schlag auf Schlag … ohne dass man sich rechtzeitig zu ducken vermag.

Es bedarf somit der Sensibilisierung und Bewusstwerdung, wo und in welchem Ausmaß dem Zeitgeist Möglichkeiten dargeboten werden, sein Unwesen auf die Spitze treiben zu können … und diese reichen tatsächlich von A bis Z. So lang ist längst der Rattenschwanz, der sich durch die Realität und den normal, weil alltäglich, gewordenen Wahnsinn zieht und es bedarf dieses Rattenschwanzes, um sich der Rattenplage bewusst zu werden bevor man sich der Rattenplage selbst zuwenden kann. Nur so stellt man fest, dass nicht die Ratte an sich das Problem ist, sondern die Plage Ausdruck EINER grundlegenden Unausgewogenheit ist, die nicht damit beseitigt wäre, wenn man einzig allen Ratten mit Giftködern zu Leibe rücken würde … oder allen Möglichkeiten des Zeitgeistes einzig noch mehr Geld in den gierigen Rachen wirft, als handelte es sich um Geldstücke, die in EINEN Wunschbrunnen geworfen werden, der es EINEM abnimmt selbst zur Tat zu schreiten.

Widerstand oder Revolutionen, Demonstraktionen oder Petitionen, sie alle mögen ihren Platz im bisherigen Geschehen gehabt haben, ohne jedoch von dauerhafter, nachhaltiger Wirkung sein zu können, da sie eine Anpassung der Dynamik dahingehend bewirken, dass weitere Möglichkeiten durch das Unwesen des Zeitgeistes realisiert werden können. So wachsen die Bemühungen der Gegner mit den Wachstumsvorstellungen der Befürworter, ohne dass dieser Teufelskreis durchbrochen werden kann …. es sei denn, es werden ANDERE Wege bewusst, wie man dieses Unwesen ins Leere laufen lassen und obendrein dessen Energie zum Allgemeinwohl werden lassen kann, so den Raubbau von Ressourcen jeglicher Art nach und nach aus der Welt schaffend … und eine Energie entfesselnd, die lange, lange Zeit auf ihre Befreiung warten musste.

Die einzige Sprache, die das Unwesen spricht, ist die Sprache des Energieraubes, ausgedrückt in Zahlen, Formeln, Bilanzen und Aktienkursen. Dabei expandiert das Vokabular dieser Sprache mit den Folgen, die im Sprachraum dieser Sprache realisiert werden. Mit Vernunft, Argumenten, bunten Bannern und lauten Parolen kann man den Anhängern dieser Sprache kein Paroli bieten. So hilft nur deren Sprache zu verstehen lernen und den Sprachraum nach und nach zu verkleinern, so wie es der Zeitgeist seinerseits mit vielen Sprachen macht(e), damit möglichst viele Menschen nur noch seine eigene Sprache ”sprechen”, in EINEM expandierenden Rahmen von Beschneidung und Verkümmerung, nicht aber um Exformation zu ermöglichen. Der wesentliche Unterschied in der Verkleinerung des Sprachraums, in welchem das Unwesen des Zeitgeistes wirken kann, liegt indes in der Motivation Verantwortung für das Leben als Ganzes zu übernehmen.

Wenn Bilanzen nicht mehr das vermitteln, was erwartet und gefordert wird, dann haben Verbraucher deutlich A gesagt. Dann gilt es aber erst recht auch B zu sagen … und Beispiele bietet Jörg Schindlers Buch reichlich, sodass eigentlich für jeden Einzelnen etwas dabei sein dürfte, um die eigene Hand bewusst an die eigene Nase packen zu lassen … und sie sensibler wieder loszulassen, um bewusst Taten folgen zu lassen.
Somit ist “STADT, LAND, ÜBERFLUSS“ ein hervorragendes Vokabelbuch, angereichert mit vielen Ansätzen, wie expansiver Energieraub zugunsten nachhaltiger Schaffung von Beziehungen entfesselt werden kann, um so, befreit, neue Wege zu ermöglichen, die dem Kapital nicht möglich bzw, nicht folgenreich genug sind, um Profit zu erwirtschaften.
So lässt uns die zunehmende Verdichtung der Realität den Zeitfluss als immer schneller fließend wahrnehmen, während der wahre Informationsfluss zunehmend versiegt. Im Informationsfluss zu sein, bedeutet jedoch alle Zeit der Welt zu haben und hinter die Realität blicken zu können, dorthin, wo Beziehungen wesentlicher miteinander verwoben sind als es die unternehmerische Spinnerei mittels Datenmaterial je vermag …
Das Versprechen von Robustheit ist längst zur toxischen Ramschware verkommen, während Antifragilität ihren Preis hat, EIN Preis, der jedoch für kein Geld der Welt zu haben ist …

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