Text 33: Immer mehr Licht – und trotzdem tappen wir im Dunkeln

Anbei EIN kleiner Ausflug in den Lichterreichtum unserer Welt, dessen Entwicklung im Laufe der Menschheitsgeschichte allerhand Erhellendes, hinsichtlich der menschlichen Entfremdung von der Gemeinschaft des Lebens, zu bieten hat.

Nachdem die EU-Technokraten, im Rahmen von Energieeinsparung, die Glühbirne nahezu aus unserem Leben verbannt haben, folgt nun, mit der Verbannung von Halogenleuchten, der zweite Streich. Im Gegenzug dazu soll die Verbreitung von energiesparenden LEDS und, in Kürze, OLEDS zügig vorangetrieben werden. Viele werden das begrüßen, zum einen, weil Energiesparen doch EINE sinnvolle Tätigkeit ist und, zum anderen, weil insbesondere LEDS EINE schier unendliche Anzahl von Anwendungsmöglichkeiten aufweisen, die durch OLEDS noch um EIN Vielfaches übertroffen werden, sind diese doch großflächig nutzbar, sehr biegsam, dünn, leicht, …, kurz, der Traum aller Technologiebegeisterten und all jener, die sich endlich EINEN 10 Quadratmeter großen Fernseher an ihre Wohnzimmerwand tapezieren können. Man werfe nur einen Blick in asiatische Metropolen, um zu erahnen, wohin der in allen Farben blinkende Hase läuft, oder betrachte ein paar Nachtaufnahmen des Fotografen Vincent Laforet – oder sollte ich eher Nacktaufnahmen schreiben, damit der Link auch angeklickt wird!?
Doch es bleibt, trotz aller hell erleuchteten Offensichtlichkeit, etwas Wesentliches in der Entwicklung des Lichts, welchem wir EINEN uns aussetzen, arg im Dunkeln. Daher ein Blick zurück.

Unser Verhältnis mit dem Licht begann, von Natur aus, mit dem Licht der Sonne. Lange folgte nichts Neues, bis das Feuer in unser Leben kam. Wir trugen es fort, hüteten es hier und dort und zogen mit ihm feuerwandelnd von Ort zu Ort. Wieder geschah lange nichts. Was dann folgte, zeigt die hier verlinkte Grafik. Was sie jedoch verschweigt sind die, im Folgenden, dargelegten Veränderungen im Laufe der dargestellten Entwicklung: 

  1. die Lichtquelle benötigt im Einsatz immer weniger Energie und gibt weniger Wärme ab,
  2. das Tempo neuer Lichtquellenerschließungen unsererseits nimmt zu,
  3. der Trend, die Nacht zum Tage zu machen, beschleunigt sich,
  4. die Helligkeit der Nächte nimmt, global betrachtet, zu, ebenso die Ausbreitung dieser Helligkeit,
  5. die Herstellung bzw. Verfügbarkeit des Lichts ist mehr und mehr an spezielle Produktionsprozesse gebunden, die Einzelnen immer weniger zur Verfügung stehen – EIN Feuer machen kann jeder, EINE LED basteln aber nicht – wodurch die Abhängigkeit von den Produzenten des Lichts zunimmt,
  6. die Lichtquelle wird immer ungebundener von Ort und Zeit und ist somit jederzeit und überall einsetzbar,
  7. wir Menschen sind immer weniger dem natürlichen täglichen und alljährlichem Zyklus des Sonnenlichts ausgesetzt,
  8. wir unterliegen EINEM rapiden Verlust von UV- und Infrarot-Anteilen im Licht – so hat die Sonne beide zu bieten, in Abhängigkeit von Tages- und Jahreszeit, OLEDS jedoch bieten nichts davon.

Alle Punkte zusammengefasst, und insbesondere der letzte (!), ergeben, dass, mit dem ersten Feuer, sich die Menschheit seitdem in EINEM Degenerationsprozess befindet. Warum? Weil jeder menschliche Körper, neben allen anderen irdischen Lebensformen, den ANDEREN, im Zyklus des Sonnenlichts und seines sich wandelnden Spektrums tickt, umso mehr aus diesem sich stets wandelnden Takt geratend, je mehr wir uns vom Sonnenlicht entfernen bzw. isolieren. Die gesamte Zellkommunikation, die Proteinsynthese, sowie die Entfernung schadhafter Proteine, wird erst über das Sonnenlicht ermöglicht – und insbesondere durch dessen nächtliche Abwesenheit. Jene Zeit, die wir mehr und mehr künstlich zum Tage machen, mit Licht, welches immer öfter und überall scheint, wo die Sonne, von Natur aus, nicht derart zugegen ist. Unsere sogenannten Zivilisationskrankheiten sind im Grunde Lichtmangelfolgen. So haben wir zwar reichlich Licht, aber es ist nicht das Licht, welches Lebendigkeit ermöglicht und das Leben am Leben hält.

Menschen sind die einzige Spezies, die helle genug ist, um künstliches Licht zu erschaffen, und dumm genug, sich ihm auszusetzen”, sagt Dr. Jack Kruse, der es wie kein Zweiter versteht Licht in besagtes Dunkel zu bringen, durch welches wir, hinsichtlich der Bedeutung des Sonnenlichts für das Leben, massenweise tappen. Anbei ein paar Beispiele von zahlreichen weiteren, die sich mit diesem Thema befassen:

IS OUR RETINA OUR METRONOME?

THE “DARK KNIGHT” OF REGENERATION?

CAN YOU SUPPLEMENT SUNLIGHT?

SEMICONDUCTION REGENERATES TIME FOR CELLS

Wie aber kann es sein, dass unsere Spezies technologisch immer mehr Fortschritt zu bieten hat, obwohl wir Menschen degenerieren? Werden wir nicht immer innovativer, leben wir nicht immer länger, kommen wir nicht immer besser mit Umwelteinflüssen zurecht? Wo also steckt die Degeneration? In Einsteins berühmter Formel E = m ⋅ c² ! Häh? Auflösung folgt, doch zuerst ein kleiner Abstecher in den Wald.

Wo liegt der lebenswichtigste Unterschied zwischen Bäumen, die der Sonne entgegenwachsen und unseren Turmbauern bzw. Hochhinausbaufantasien? Während Bäume, um wachsen zu können, einzig die Energie im Einzugsgebiet ihres baumischen Körpervermögens nutzen, im Kontext der Lebensbedingungen und anderer Lebensformen in ihrer Umgebung, nutzen unsere Turmbauer den Raub von Energie, um immer höher, auf Kosten des Umfeldes und erst recht auf Kosten der Umwelt weit jenseits der Baustelle, bauen zu können, als es ihnen möglich wäre, wenn sie nur nutzen würden, was, den Bäumen entsprechend, im Umfeld, ohne Energieraub, an Ressourcen zur Verfügung steht.
Aber konkurrieren Bäume nicht um das Sonnenlicht, wie Turmbauer um Rohstoffe, Einfluss, Geld, Prestige, Höhe? Nö, denn Bäume konkurrieren keineswegs um möglichst viel Sonnenlicht, entsprechend wachsend und über andere hinauswachsend. Sie ermöglichen vielmehr die größtmögliche bzw. möglichst artenreiche Resonanzfläche, zum Zwecke der HARMONISIERUNG der Lebendigkeit des Lebens. Bestes Beispiel sind die naturbelassenen, ursprünglichen Wälder, insbesondere die Regenwälder des Äquators. Täten die Bäume konkurrieren wie menschliche Turmbauer, wäre es längst, weit vor der ersten Kerze, die EIN Mensch entzündete, um das Leben geschehen gewesen. Natürliche Vegetation ist im Licht der Sonne gemeinsam bestrebt, konkurrenzlose Wälder zu bilden. Erbauer künstlicher Türme sind dagegen verblendet, weil sie sich im Erfolg ihrer Raubzüge sonnen und die Konkurrenz in den Schatten stellen wollen.

Bedingt durch unseren Energieraub, der unseren gesamten Fortschritt seit Anbeginn des ersten Schrittes anfeuert, Konkurrenzdenken inklusive, erhält Einsteins Formel erst ihre Gültigkeit, fasst sie doch elegant und übersichtlich den gesamten Entfremdungs- bzw. Degenerationsprozess der Spezies Mensch, im Lichte unserer technologischen Errungenschaften, zusammen – bis hin zum vermeintlichen Energiesparprogramm von Regierungen und der Förderung von LEDS, dem (L)EBENS(E)NERGIE(D)EFIZIT(S)YNDROM.
Die Formel nun im Einzelnen:

E steht für den Energiehunger des militärisch-industriellen Komplexes, auch bekannt unter Megamaschine oder Gigamaschinerie.

m steht für die Masse an Menschen, die durch neue Technologien zum Energiesparen beim Licht bewegt werden soll.

c steht für die Geschwindigkeit, mit der das Sonnenlicht durch künstliches Licht ersetzt werden wird – als Quadratur des natürlichen Kreislaufes des Lebens, daher .

Wie gut die Formel funktioniert, zeigt sich beim aktuellen Stand künstlichen Lichts, den OLEDS, wobei das O für Organisch steht und zuvor erwähntes Defizitsyndrom so zum Symptom bzw. Problem des Lebens an sich wird. Diese Form der Beleuchtung wird beinahe schon als Sonnenlicht beworben, da ihr Farbspektrum dem der Sonne einigermaßen nahe kommt, aber gänzlich befreit ist von UV- und Infrarot-Anteilen. Doch gerade diese Anteile des Sonnenlichts sind, in ihrer zyklischen Variation, wesentlich für das Leben. Insbesondere durch ihre nächtliche Abwesenheit, damit dann all jene Zellreparaturen ermöglicht werden, die erst durch das Licht der Sonne am Tage, vor allem morgens, ihr gesamtes HARMONISIERENDES Potenzial erreichen können. Dumm nur, dass, durch die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten dieser OLEDS bedingt, ihr Licht uns in naher Zukunft überall und jederzeit begleiten wird, ohne dass man EINEN Schalter dafür betätigen muss, schließlich ist unsere Technologie doch schon so smart, dass sie uns längst auch Beleuchtungsvorlieben von unseren Augen ablesen kann, die umso zahlreicher von Brillen und Kontaktlinsen bedeckt sind, je weniger wir unsere Beziehung zum Sonnenlicht pflegen. So wird uns ihr künstliches Licht so selbstverständlich (er)scheinen, wie das Sonnenlicht. Allerdings nicht nur am Tage drinnen, sondern vor allem in der Nacht draußen und drinnen. Erleuchtete Nächte werden mehr und mehr zur Gewohnheit und Dunkelheit zum Schreckensbild aller technologisch erleuchteten Menschen werden. EINES von immer mehr solcher Bilder, zu dem inzwischen auch die natürliche Geburt gehört. Die Folge wird sein, dass wir Menschen immer weniger in Resonanz mit dem Leben als Ganzes ticken werden. Zumal wir seit längerem schon nicht mehr richtig ticken.Vielleicht EINER der Gründe, warum etwas Wesentliches uns oft in den Wald zieht.
Technokraten, nicht nur jene in der EU, sind bezüglich des Nicht-richtig-Tickens keine Ausnahme, sondern bereits die gesellschaftstaugliche (DIN-)Norm. Sagt man ihnen, sie sollen ihre LEDS und OLEDS dorthin stecken, wo die Sonne nicht scheint, dann nicken sie nur zustimmend und meinen genau das täten sie doch gerade, des Energiesparens wegen.

Technokraten gehören zum Stammpersonal der Gigamaschinerie, Abteilung Optimierung. Weshalb sie dieses Perpetuum mobile namens Energieeinsparung ersonnen haben. EINE solche Maschine ist nicht realisierbar? Von wegen!
Wenn der Masse in immer kürzeren Zeitabschnitten weisgemacht werden kann, dass neue Leuchtmittel Energie einsparen, dann sollte man sich fragen, was mit der eingesparten Energie geschieht. Es gibt nämlich gar keine eingesparte Energie, nirgends. Das vermeintlich Eingesparte wird nur anderswo anders zum Einsatz kommen. Zum Beispiel in der Gigamaschinerie, die weitere moderne Leuchtmittel für den globalen Massenmarkt produziert, welche der Masse verkauft werden, wobei diese Masse aber durch den Einsatz dieser Produkte immer weiter degeneriert. Doch keine Sorge, sagen die Experten aus der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, spezialisiert auf Verdunklung des Offensichtlichen, für jedes Symptom moderner Zeiten hat die Gigamaschinerie EINE Lösung parat. Doch auch diese entziehen der Masse weitere Lebensenergie, welche dem Maschinenkomplex zugeführt wird. E = m ⋅ c² … die Formel für EINEN Hunger, der sich selbst nährt und dadurch immer hungrig bleibt. Sag ich doch – EIN Perpetuum mobile.
Offensichtlich ist, dass unser technologischer Fortschritt Lebendigkeit zunehmend als Konkurrenz betrachtet. Es liegt, nicht minder offensichtlich, am Licht, in welchem diese Betrachtung stattfindet.

4 Kommentare zu “Text 33: Immer mehr Licht – und trotzdem tappen wir im Dunkeln

  1. Als weitere Ergänzung zum Text:

    http://www.skyandtelescope.com/astronomy-news/measuring-the-impacts-of-light-pollution/

    Und der Trend Energie mittels LEDs zu sparen und uns weiter zu erleuchten ist ungebrochen:

    https://thinkprogress.org/5-charts-that-illustrate-the-remarkable-led-lighting-revolution-83ecb6c1f472

    Ein Zitat aus dem Text, veranschaulicht das Ausmaß, mit dem wir uns fortschrittlich selbst belügen:

    “The energy and climate benefits of LEDs are so large, it’s no wonder the U.S. Department of Energy has been working to advance the technology and promote their deployment for over 15 years.“

    Bye,bye leibhaftige Lebendigkeit … auf das die Gigamaschinerie weiter wachsen kann … “DIE MASCHINE STEHT STILL“, geschrieben vor über 100 Jahren vom E. M. Forster ist aktueller denn je …

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