Text 37: Die Zukunft des Menschen – Aus Sicht des Bewusstseins (4)

Die Zukunft des Menschen – Teil 1 – Aus Sicht der Vergangenheit
Die Zukunft des Menschen – Teil 2 – Aus Sicht des Lebens
Die Zukunft des Menschen – Teil 3 – Aus Sicht des Menschen
Die Zukunft des Menschen – Teil 4 – Aus Sicht des Bewusstseins

Wenn das Gefühl für Kohärenz sich weiterer Möglichkeiten zu fühlen bewusst wird, dann ist zwangsläufig irgendwann der Teufel los, in welcher Form auch immer. Je bewusster sich das Gefühl seiner Möglichkeiten wird, desto mehr geht die Kohärenz zwangsläufig verloren. Dieses Dilemma beschreibt, in aller Kürze, das PROBLEM auf der Bühne des Lebens und damit den schleichenden Beginn der Entfremdung der EINEN von den ANDEREN, indem aus dem Dilemma EIN Multilemma wird. Es gleicht der gesamten Bewusstwerdung einer Antwort, deren Frage jedoch mehr und mehr verblasst, worin sich letztlich die Entwicklung des Universums widerspiegelt. Was also tun, um die Antwort zu finden, ohne die Frage, nach den Möglichkeiten des Fühlens, jenseits von Kohärenz, gänzlich zu verlieren?

Um der Kohärenz nicht gänzlich verlustig zu gehen, genügt es EINE Spezies ernst machen zu lassen die Palette von Gefühlen zu ergründen, während alle ANDEREN Spezies weiterhin die Kohärenz, wie ihren gemeinsamen Augapfel hüten. Und schon ist man mittendrin im Leben, in welchem wir EINEN, wir Menschen, Wege gehen, die alle ANDEREN Lebewesen, dergestalt, nicht gehen können. Den wir EINEN aber nur gehen können, weil uns etwas mit auf den Weg gegeben wurde, das es uns ermöglicht etwas ganz anderes zu suchen, als das Leben als Ganzes im Sinn hat, wodurch das Leben aber erst Möglichkeiten des Fühlens zu finden vermag, während wir EINEN immer weiter suchen und suchen. EIN Perpetuum mobile der ANDEREN Art? Zumal unser “Proviant“, unsere Weg(ver)zehrung für unterwegs die Energie ist, die wir rauben und die unser Bewusstsein dahingehend Feuer und Flamme sein lässt, den Weg immer weiter gehen zu wollen, in EINER scheinbar eigenen Mission menschlicher Bewusstwerdung, ohne dabei dem Ursprung unserer Gefühle gewahr zu werden.
Gerne wird die Bewusstwerdung als der heilige Gral des Werdens von jenen angesehen, die umso mehr auf der Suche sind, je weniger sie zu finden vermögen, wonach sie suchen. EIN Weg, der EINEN schnell in die Irre zu (ver)führen versteht😉. Was sich umso problematischer gestaltet, je mehr sich die Bewusstwerdenden insgesamt bewusster werden, dass all das, was sie finden, nicht das sein kann, was sie suchen. Weshalb sie zunehmend all die Möglichkeiten des bisherigen Findenkönnens verfluchen und so nach anderen Möglichkeiten suchen, obwohl sie doch ursprünglich nicht Möglichkeiten des Suchens suchen, sondern sich all der Möglichkeiten ihres “Proviants“ bewusst werden wollen. Vielleicht sogar bewusst werden sollen?! Liegt doch genau in dieser Bewusstwerdung die Gefühlspalette, über EINEN (technologischen) Umweg immer offensichtlicher werdend verborgen. Umso offensichtlicher, je mehr über den Umweg EINE Sensibilisierung für das eigentliche PROBLEM ermöglicht wird und umso verborgener (bleibend), je mehr Welt verzehrt bzw. angeeignet wird. EIN Teufelshalbkreis EINER Spezies, dessen ANDERE Hälfte die Welt aller Zeiten hat. EIN detailreicher Rattenschwanz an Problemen, die dem Raub von Energie entspringen, während die Bewusstseinskatze, anstatt die Ratte zu fangen, sich selbst in den Schwanz beißt.

Wie weitsichtig von der Kohärenz dieses akausal zu ermöglichen, zumal, all der Augäpfel wegen, welche uns EINEN immerzu im Blick haben, die Kohärenz nicht verloren gehen kann. Denn sollten wir EINEN tatsächlich mal zu ernst machen und den Ernst der daraus folgenden Lage nicht erkennen, dann sind die ANDEREN mit der notwendigen Rekohärenz am Ort des Geschehens zur Stelle. So wird, zum einen, die Kohärenz, Lebendigkeit bewahrend, gewahrt, und, zum anderen, die Möglichkeiten der Gefühlspalette weiter erweitert bzw. die Intensität zu fühlen vertieft.
Nur kann das nicht ewig so weitergehen, da wir EINEN irgendwann, selbstbewusst und kohärenzlos, in der Gesamtheit menschlichen Bewusstseins, den zur Kohärenzbewahrung benötigten Raum uns selbst einverleibt haben werden, sodass der verbleibende Möglichkeitsraum des Bewusstseins dem benötigten Raum zur Kohärenzbewahrung, sprich, der HARMONISIERUNG, entsprechen wird.
Einmal Wind gesät, will unser entfachter technologischer Fortschritt allerdings weiter fortschreiten und daher sich weiter einverleiben, was noch an Lebendigkeit übrig ist, doch die ANDEREN müssen das natürlich ANDERS sehen, während, obendrein, manch EINER beginnt diese Entwicklung gleichfalls aus ANDEREN Blickwinkeln wahrzunehmen.

Hartmut Rosa schreibt in RESONANZ: „Zukunftsvisionen [sind] meist eher Machbarkeitsphantasien. Sowohl Zukunftsforscher als auch Filmemacher berauschen sich an Visionen dessen, was in Zukunft, mit Hilfe der Technik, alles in Reichweite gebracht werden kann“ [H.R.].
Andreas Weber meint in ALLES FÜHLT: „[Am] Anfang war Gefühl – gewiss jedoch das Potenzial dazu. Gab sich dieses in der Geburt des Kosmos dem Schicksal der Materie anheim, im blinden Vertrauen, im Begehren nach Sein – bis in unsere Sehnsucht hinein, die so immer wieder ganz zum Anfang zurückführt? [… ] Gefühl ist Lust und Tragik der Materie“ [A.W.].
Weshalb das Kohärenzgefühl selbst nicht materiell abgebildet werden kann, egal wie visionär EINE Vision ausfallen mag, weil die Bedeutung und Verbreitung der Materie den Verlust besagter Kohärenz symbolisiert, EINER Palette von Gefühlen Gestalt verleihend, die ANDERweitig nicht erlebbar ist, während Bewusstsein die Gestaltungsmöglichkeiten diesbezüglich verkörpert.

Genau hier beginnt das Geschäftsmodell unseres digitalen Zeitalters. Gemeint ist die Erweiterung des Möglichkeitsraumes EINES Bewusstseins, ohne dem störenden, begrenzenden, und unvorhersehbaren Einfluss all der ANDEREN ausgesetzt zu bleiben. Der Ironie unserer Suchsucht, welche vom Wesen her EINE Sehnsucht ist, werden wir jedoch, wie zuvor erwähnt, nicht gewahr, weil auch Digitalisierung, unter anderem, Kontext zerstört und unentwegt Vereinfachungen und deren Verallgemeinerung erbricht, weshalb uns all die vermeintlichen und beworbenen Vorzüge der Digitalisierung als rasch wirkendes Allheilmittel gegen Übelkeit verkauft werden können. Harald Welzer beschreibt dieses zeitgeistige Vorhaben, der an Resonanzqualität verarmten Anfeuerung des sirischen, amazonenhaften, und googlonischen Orakels, eindringlich in seinem Buch Die smarte Diktatur..

Seine Vorschläge zur Aushöhlung EINER solchen Diktatur sind EIN kleiner Schritt, dem ich EINEN radikalen weiteren mit auf den Weg geben möchte. EINEN, der das PROBLEM wirklich an der Wurzel zu packen vermag. EINEN Weg, der das sensible Begehen des weiteren Weges erst ermöglichen wird, weil die Energie dafür nicht länger geraubter Natur sein wird, sondern befreite, Probleme lösende Energie. Energie, die aus dem vermögensten aller Energievorkommen … EINEM „Akku“ kosmischen Ausmaßes … geschöpft werden kann, angesammelt über Jahrtausende, alle Energieressourcen, hinsichtlich Erntefaktor und Resonanzqualität, im Sinne des Lebens übertreffend – von der Sonne und dem Plasma im Erdkern (der Altlast?!) einmal abgesehen.

All der Resonanzeinbußen und Entfremdungen wegen, fragt Rosa berechtigt: „[…] ob diese Geschichte des Triumphs der Verdinglichung in der Instrumentalisierung der Resonanz schon die ganze Geschichte der Moderne ist[?]“ [H.R.].
Die Antwort lautet eindeutig JA, wenn die Geschichte von uns EINEN in der bisherigen Kausalverkettung weiter verkettet wird, ohne akausalen Ermöglichungen nachzuspüren, so die Katze aus dem dunklen Sack lassend und den Teufelshalbkreis, als beleuchtete Quadratur von energieräuberischen Teufeleien, über die Halbzeit der Geschichte hinaus, großkotzig fortschreiten lassend.
Sie lautet aber entschieden NEIN, wenn aus der weiteren Geschichte, anstelle EINER Halbwahrheit, EINE ANDERE Geschichte wird, realisierend, was die Kernaussagen der drei vorherigen Teile dieses Zukunftsvierteilers ermöglichen können, als da wären:

1. die Realität kann jederzeit eine andere, und damit auch EINE ANDERE werden
2. Bewusstsein ist der Verlust des Gefühls für Kohärenz und ermöglicht so die Sensibilisierung für Rekohärenz, durch das Erleben des Verlustes
3. Lebendigkeit bedeutet die Vermeidung von Energieraub, die Realisierung von Kohärenz durch Rekohärenz, und die Ermöglichung der Diversität von Lebensformen mit individuellen Eigenschaften

Was EINER ANDEREN Geschichte aber noch fehlt ist Punkt 4, der erst die Unausweichlichkeit EINER solchen ANDEREN Geschichte ermöglichen wird, in Form besagten Energievorkommens. Es ist:

4. das Loslassen der Vergangenheit

Klingt im Grunde unspektakular, oder? Und doch bildet die Vergangenheit, an der nur wir EINEN derart energielastig festhalten, das Energievorkommen schlechthin. Erst das Loslassen, das Befreien, bereits angestauter Energien, angestaut mittels Energieblockaden, die ihrerseits mehr und mehr Energie brauchen, um Vergangenes von der Gegenwart fernzuhalten, vermag die Blockade aufzuheben und die Auflösung des Vergangenen in der Gegenwart zu ermöglichen, sodass nicht weitere geraubte Energie zur weiteren Blockade vonnöten ist. Wie weitreichend dieses Energievorkommen der Vergangenheit ist, lässt sich erahnen, wenn man die folgende, unvollständige, Aufzählung von Handlungen betrachtet, mit der Vergangenes vor der Vergänglichkeit bewahrt werden soll, wofür Unmengen an geraubter Energie zum Einsatz kommen:

  • jede Bild-, Ton-, und Schriftaufzeichnung,
  • jedes Denkmal und jede Grabstätte,
  • Kosmetik generell,
  • das Festhalten an Fakten, Konstanten, Überzeugungen und Weltbildern,
  • jede Verdrängung und Leugnung von Kränkungen, Leid und Trauma,
  • jeder Krieg, ausnahmslos,
  • alle Unternehmungen des militärisch-industriellen Komplexes, um der Konkurrenz Herr zu werden,
  • Symptomunterdrückungen, nicht nur seitens der Medizin,
  • unsere energieräuberische und fragmentierende Form von Bildung und Kultur

Aber nicht nur das weitere Mästen der Vergangenheit, mit gegenwärtiger geraubter Energie, lässt den „Akku“ immer „voller“ werden, verfügt der „Akku“ doch längst über jene Energie, die aus all den akausalen Möglichkeiten besteht, die, im Rahmen von realisierten Kausalketten, nicht zu Tatsächlichkeiten werden konnten, weil reichlich Energie dieses zu verhindern wusste und, nach, wie vor, zu verhindern weiß, verschiedenster Pläne, Visionen und Geschäftsmodelle wegen.

Wie kann nun aber auf diese Energie des „Akkus“ zugegriffen werden? Wie kann sie befreit werden, sodass keine weitere geraubte Energie nötig ist, um sie weiter gefangen zu halten bzw. immer weiter anzusammeln?

Notwendiger denn je ist hierfür EINE Utopie, die sich mit den ANDEREN gemeinsam dem PROBLEM annähern kann, und damit der Kohärenz, derer wir EINEN immer verlustiger gehen, ohne wirklich etwas zu lachen zu haben – wenn die Quadratur des Energieraubs unsererseits immer so weitergeht. Diesbezüglich erneut Hartmut Rosa, in den Worten Jürgen Habermas‘: „Die utopischen Energien scheinen erschöpft – sie haben sich seither gewiss nicht erholt“ [H.R.]. Das ist nicht verwunderlich, fließt Energie doch größtenteils in besagten „Akku“. Umso mehr, je mehr Digitalisierung erfolgt, denn diese speichert immer mehr Gegenwart, um für die Zukunft gerüstet zu sein, wobei das dann Vergangene möglichst nicht vergänglich sein soll, um in Zukunft möglichst profitabel umgewandelt werden zu können, jedoch ohne aus der Vergangenheit befreit zu werden. Diesbezüglich sei erneut auf das Buch Die smarte Diktatur von Harald Welzer hingewiesen.
All die Visionäre EINER digitalen, smarten Zukunft haben keineswegs die Loslösung von Blockaden, die Rekohärenz ermöglicht, im Sinn. Sie bewerben lauthals einzig die (weitere) Bewahrung von bereits Vergangenem bzw. EIN Allheilmittel gegen Vergänglichkeit, schließlich können derartige Daten mehrmals verkauft werden, da sie, befreit von Kontext, immerzu und überall zum Einsatz kommen können, ohne je von der Vergangenheit befreit zu werden.

Verwundert, angesichts der Tragweite des PROBLEMS und all der fortschreitenden Folgen, die Größe des Universums, dessen Vergangenheit wir EINEN mit 13,8 Mrd. Lichtjahren beziffern? Verwundert der Mangel EINER Utopie, die es mit dieser Größe, diesem Potenzial gespeicherter Energie, aufnehmen kann, während Visionen von Marskolonien und EINER Erde 2.0 auf Rentabilität abgeklopft und von Filmemachern umgesetzt werden? Dient die Verwobenheit unserer Spezies mit diesem Raum von Vergangenem – und nichts anderes ist der Kosmos – nicht eher der Sensibilisierung des Potenzials, welches EINE ANDERE Geschichte erst ermöglicht? Besagtes Potenzial des Kohärenzgefühls? EINE Utopie namens REINVENTING THE SACRED? Zurück nach vorn und mitten hinein in die Kohärenz? In das gemeinsame Werden der PHI(L)HARMONIE von Lebendigkeit?

Solch EINER Utopie nimmt sich der sechsteilige dissoziative Roman in 42 Kurzgeschichten an, dessen Anfang CHRYSALIS macht, wobei diese Geschichten versuchen, die GANZE Geschichte des Lebens aus EINER ANDEREN Sicht klarzulegen …

Quellennachweis:
[H.R.] Hartmut Rosa – Resonanz – Suhrkamp Verlag 2016
[A.W.] Andreas Weber – Alles fühlt – thinkOYA Verlag 2014

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s