Arm dran!?

Bezüglich der zuvor thematisierten Lebenserwartung im Folgenden noch ein paar Gedanken.

Wer arm ist, stirbt früher. Auf diese einfache Formel konnten Forscher der Universität Washington in Seattle ihre Erkenntnisse zur Lebenserwartung in den USA reduzieren.

Quelle

Mal abgesehen davon, dass der Ausdruck EINER einfachen Formel EIN Widerspruch in sich ist (da jede Formel EINE Vereinfachung des von Natur aus Einfachen ist), zeigt der verlinkte Text den wesentlichen Unterschied zwischen Harmonie und HARMONIE auf, sowie das menschliche Multilemma, in dem wir EINEN uns befinden, solange wir uns mittels Vereinfachungen selbst an die Kette der Gesellschaft legen und EINEN einfachen ANDEREN Weg nicht gewillt sind gemeinsam zu begehen – jenen, der durch zunehmende Vermeidung von Energieraub ausgebildet wird.

Wer “ärmer“ ist, ist weniger in der Lage Energie zu rauben, weshalb weniger vom technologischen Fortschritt profitiert werden kann, der seinerseits Ausdruck menschlichen Energieraubs ist. Profitieren bedeutet im Grunde, sich Vorteile auf Kosten anderer Menschen anderswo oder ANDERER Lebewesen zu erschaffen. Die “kürzere“ Lebenserwartung “armer“ Menschen kommt daher der eigentlichen Lebenserwartung von Lebewesen näher, denn “armen“ Menschen stehen weniger Möglichkeiten der Todvermeidung zur Verfügung.
“Arm zu sein“ bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass “arme“ Menschen eher in der Lage sind der HARMONIE treu zu bleiben, sprich, leibhaftiger zu leben. Ist dieses EIN weiterer Grund, warum sich das menschliche Harmoniebedürfnis nicht mit dem natürlichen Vermögen zu HARMONISIEREN vereinbaren lässt, wo wir doch auf unsere Technologien schwören und nach höherer “Lebenserwartung“ streben? Oder haben wir schlicht EINE falsche Vorstellung von “Armut“, daher rührend, dass wir “Armut“ meist in der beengten Umklammerung der Gesellschaft und als kultureller Prägung begegnen?
Harmonie, nach der wir suchen und die wir uns vom Wohlstand erwarten, ist die zunehmende Beschleunigung der Verlangsamung von Folgen, derer wir nicht gewahr werden und die wir nicht am eigenen Leib spüren wollen. HARMONIE indes ermöglicht die Verlangsamung bereits bestehender Beschleunigung, um nachhaltig das Vermögen zu vertiefen, nicht folgenreich über vorgesteckte Ziele hinauszuschießen. Im Grunde ganz einfach.

Wird “Armut“ in Gesellschaften erlebt, die ihrerseits bereits EIN Zeugnis von Verarmung sind, sich dieses aber nicht eingestehen können, dann bedeutet “arm zu sein“ in der Tat mehr oder minder wahrhaftig arm dran bzw. doppelt gestraft zu sein. In einer Gemeinschaft jedoch, in der kein Energieraub vonnöten ist, um (über)leben zu können, ist “Armut“ nur EIN sinnentleertes Wort, das nicht erwarten kann, in einem solchen Umfeld lange überleben zu können.

Ganz ohne Formelwerk lässt sich einfach zusammenfassen: Wer arm ist, ist näher dran am Leben, wer in einer Gemeinschaft lebt, hat Anteil am Geschenk des Lebens. Genau hier liegt die Lösung des zuvor erwähnten Multilemmas moderner Gesellschaften. Wie immer im Leben gilt einzig: Alles eine Frage des Kontextes. Das gilt natürlich auch für die Dissoziation EINER Spezies und all ihrer verkörperten Teile, die in der Summe EIN Armutszeugnis sind, das sie sich selbst ausstellen.

5 Kommentare zu “Arm dran!?

  1. Und dann kommt noch das Bewusstsein ins Spiel, dessen Multilemma die zunehmende Übelnehmung des Todes ist. Je “höher“ ein Bewusstsein entwickelt ist, desto mehr teilt sich die Welt in Opfer und Täter, in Jäger und Gejagte und in Räuber und Beraubte – und in die Fressenden und die Gefressenen. Daher treiben umso mehr Ängste ihr Unwesen in der Welt, je weniger das Bewusstsein im Wesen des Lebens gegenwärtig ist und stattdessen EINE Welt aus Vergangenem und Zukünftigem aufbaut.

  2. Also “funktioniert“ das Leben einzig in LIEBE zum Leben durch Gegenwärtigkeit, in der Lebensfreude und Todesgewahrsamkeit zum Ausdruck kommen. Daher auch all das Gebalze in prachtvollen Farben und lautstarkem Gehabe – nicht, um dem Weibchen zu imponieren, sondern um dem Tod den Mittelfinger zu zeigen, als Ausdruck des Mitten-im-Leben-Stehens. Kein WUnder, dass der Mensch das fehlinterpretiert, weil er von Todesgewahrsamkeit nichts hören und sehen will und stattdessen lieber Kosmetik- und andere Balzimperien aufbaut, die seine Fehlsicht zum Ausdruck bringen.

    Also bedeutet Menschsein den Tod in all seinen Formen zu zerschlagen, zu fragmentieren, und die Einzelteile, sprich, Scherben, sprich, Fakten, sprich, Messwerte, sprich, Daten, zu immer neuen Mustern zusammenzulegen – Hauptsache, der Tod wird in diesen Mustern nicht wieder ersichtlich, weshalb die Muster vorsorglich als Fortschritt deklariert werden. Und doch hat jedes Teil Anteil am Tod …

    Die Antwort auf “das Universum, das Leben und den ganzen Rest“ ist nicht 42 – es ist der Tod … aber vielleicht ist 42 EIN Code für den Tod ;-) ?

  3. Wow … Dein Text fasst es dergestalt zusammen, dass wir nun im Grunde am Ende weiterer Ausführungen angekommen sind, denn ALLES wesentliche liegt nun offen dar. Mit Deiner EInwilligung werde ich diesen Kommentar als eigenständiges Thema übernehmen. Wäre das OK? Und wie ich uns kenne, wird auch dieser offenbarende Text nicht das Ende der Fahnenstange unserer “Diskussion“ sein :-) … nun, mir soll es nur recht sein.

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