Die Metamorphose des Menschen

Ist es abwegig, die menschliche Pubertät als Metamorphose EINES Menschen zu betrachten? Im Grunde nicht, denn auch wenn dem Menschen nicht Schmetterlingflügel und weitere Beine wachsen, so vollziehen sich doch wesentliche Veränderungen zwischen dem Kind-Sein und dem Erwachsen-Werden, insbesondere im Bereich des Gehirns, woraus sich neue Möglichkeiten der Wahrnehmung und der Interpretation des Wahrgenommenen ergeben. Folgendes Zitat unterstützt diese Sicht:

Metamorphosis is now viewed as a new phase of post-embryonic development and [ … ] humans exhibit a singularly important example of this type of development at the time of puberty, suggesting to some biologists that puberty in humans is a form of metamorphosis [X]. Much as metamorphosis in insects and amphibians is brought about by signals that begin in the central nervous system, leading to the release of ecdysone and thyroid hormone, puberty in humans is also brought about by pulses of gonadotropin-releasing hormone, which is released by the hypothalamus.

Quelle: METAMORPHOSIS von Frank Ryan, Seite 236

Ich gehe in dieser Sichtweise noch EINEN Schritt weiter und übertrage die Pubertät auf unsere gesamte Spezies. Immer deutlicher zeichnet sich die Verflüssigung alter Strukturen und gewohnter Muster ab, egal in welchem Bereich des täglichen Miteinanders. Wohin man auch schaut, überall bekommt man als Betrachter den Eindruck, dass sich das kollektive Gehirn der Menschheit, in Form unserer Kulturen und Weltbilder, neu strukturiert, ganz im Sinne EINES pubertären Gehirns:

Pubertät – „Gehirn wegen Umbau geschlossen“

Welchen Zweck hat der Umbau des Gehirns in der Pubertät?

Was die sich rasch vollziehende Verflüssigung all jener Strukturen und Muster bewirkt, die sozusagen seit Geburt der Menschheit sich entwickelt haben und nun in der Pubertät der Spezies Mensch einer generellen Umstrukturierung anheimfallen, dürfte auf der Hand liegen. Gemeint ist die Digitalisierung der Welt, die innerhalb kürzester Zeit für Kontextbefreiung von Informationen, von bisher miteinander verwobenen Erfahrungen, sorgt und so Informationen durch immer mehr Datensätze ersetzt. Zum EINEN zeigt sich genereller Kontextverlust im pubertären Verhalten, zum ANDEREN aber auch während der Metamorphose im Kokon der Raupe. So betrachtet kann durchaus von EINER Pubertät bzw. Metamorphose gesprochen werden, zumal sich zur Digitalisierung weitere sozio-kulturelle Entwicklungen gesellen, wie z. B. die zunehmende Verbreitung von Kunstlicht, als Ersatz bzw. überproportionale Ergänzung natürlichen Sonnenlichts. EINE von natürlichen Zyklen befreite Verbreitung, die ihrerseits u. a. zu neurologischen und damit kognitiven Veränderungen führt, Stichwort Dopaminhaushalt.

Fragt sich, wie die Spezies Mensch aus der Metamorphose, die EINE pubertäre Phase ist, herauskommen wird? In welcher Form, um beim Schmetterling zu bleiben, wird die Menschheit sich beflügeln lassen – wenn auch der Einfluss der Digitalisierung und des Kunstlichts nur EIN vorübergehender ist, den Hormonen ähnlich, die eine Metamorphose überhaupt erst ermöglichen. Unvorstellbar? Erst recht, wenn all unsere Sicherheitsbestrebungen und Regulierungen, all unsere Vorausberechnungen und Grenzen EINEM Kokon gleichen und sich niemand vorstellen kann, dass wir diesen Kokon irgendwann nicht mehr benötigen. Allem Anschein nach ist eher das Gegenteil der Fall: Die Spezies Mensch ist bestrebt, sich für längere Zeit in den Kokon zurückzuziehen. Wenn aber die Vorgänge im Kokon dazu führen, dass unsere Gene EINE den äußeren Einflüssen entsprechende Neuexpression erfahren, wie es bei der Metamorphose von Natur aus der Fall ist, was mag dann EINES Tages aus dem Kokon hervorbrechen?

2 Kommentare zu “Die Metamorphose des Menschen

  1. Hallo Guido

    wirklich schön die Tomaten, wie eine Welle.
    Rot aufspulend zu gelb und blau ein wenig radioaktiv.

    Ja, die universale Welle, sie ist polar.
    Jede polare Welle ist absolut in HARMONIE.

    LG an die Vobigs

    Gerd

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