Kontext und Mohrrüben

Bereits vor Jahren ist EIN Buch erschienen, welches anschaulich und eindringlich darlegt, woran es uns, von der natürlichen Verwobenheit forrtschreitenden Menschen, zunehmend mangelt. Besagtes Buch ist: Climate Change in Prehistory: The End of the Reign of Chaos von William James Burroughs. Besagter Mangel ist Kontext.

Was es mit Kontext auf sich hat, ist nicht nur Thema meiner veröffentlichten Beiträge, sondern auch mit ein Kernthema des sechsteiligen dissoziativen Romans, dessen zweiter Teil FRAGMENTE nun in den Startlöchern der Veröffentlichung steht. Wie ausgeprägt dieser Mangel längst ist und welche Auswirkungen er auf unser aller Leben hat, das wird nicht nur beim Thema des Klimawandels deutlich. Nur so ist zu erklären, warum so viele Menschen sich vor den Staatskarren spannen lassen, während die Mohrrübe namens Klimaschutz schmackhaft vor des Menschen Nase baumelt. Dass primär Steuern erhebende und wirtschaftliche Faktoren die Möhre munter baumeln lassen, ist längst im Mangel von Kontext verlorengegangen und wird von der Masse mit dem Hunger nach menschlicher Steuerung des Klimas verwechselt.

Das Verrückte ist: Man kann der Masse der Möhrenesser bzw. Karrenzieher im Grunde keinen Vorwurf machen, leben sie doch größtenteils in EINER Gesellschaft, der sehr daran gelegen ist, dass Kontexte eben nicht bewahrt bleiben und so Zusammenhänge hergestellt werden können, die unser Eingebundesein in die natürliche Verwobenheit bezeugen. Um solche Zusammenhänge geht es im eingangs erwähnten Buch über den Klimawandel – dessen Wesen schon immer der Wandel gewesen ist, zumindest solange, bis er auf das Harmonieverständnis bzw. HARMONIE-Unverständnis des Menschen traf.

Anbei nur ein paar Beispiele dahingehend, wie wir unsere Welt zunehmend bereitwillig von Kontext befreien und uns die Welt machen, wie sie uns Menschen gefällt, bedingt durch die Schnelligkeit, mit der wir nicht gewillt sind, Kontexten nachzuspüren und Zusammenhänge über größere Zeiträume herzustellen – vielleicht, weil wir die eigentliche WAHRHEIT nicht wahrhaben wollen:

  1. Lesedauer: 5 Minuten
    Solche Hinweise findet man immer häufiger im Netz, egal zu welchem Thema, siehe hier.
  2. Die Bereitschaft längere Texte zu lesen sowie die Fähigkeit sie, wenn gelesen, auch noch zu verstehen, nimmt bei jüngeren Menschen ab, siehe hier.
  3. Vereinfachte Kommunikation, sprich, immer schnellere Kommunikationsmöglichkeiten, mit denen man immer weniger wahren Informationsaustausch gewährleisten kann, nimmt rapide zu, siehe hier.
  4. Wer keine dicken, mitunter Kontexte bewahrenden und Zusammenhänge schaffenden Sachbücher über Stunden, gar Tage und Wochen lesen möchte, dem kann geholfen werden, siehe hier.
    Sicher, EINE App wie Blinkist verspricht zwar das Lesen vieler dicker Wälzern in nur EINEM Tag, verweist aber darauf, dass der Dienst EINEM erweiterten Klappentext gleicht und so eher das Interesse für das eigentliche Werk wecken soll. Liest man sich aber mal die Usermeinungen durch, dann meinen viele tatsächlich, durch die Kurzfassung bereits bestens informiert zu sein – was nicht verwundert, wenn man Punkt 1-3 meiner kleinen Aufzählung berücksichtigt. Wer in so EINER verarmenden Kommunikationsumgebung aufwächst, der begrüßt die Kurzfassung aus EIN paar Datensätzen und interessiert sich nicht mehr für das umfangreiche Informationswerk, zumal diejenigen, die von der verwobenen Kommunion des Lebens weiter fortschreiten immer noch glauben, Daten und Informationen seien dasselbe. Weit gefehlt, siehe hier.

EIN deutliches Symptom unserer heutigen Zeit lautet demnach: Kontextverlust. Praktisch für jene, die an diesem Symptom verdienen respektive auf Kosten anderer Menschen und ANDERER gedeihen, zumal das Symptom längst Ausdruck EINER Zivilisationskrankheit ist. Was macht der moderne Mensch mit derartigen Symptomen? Er unterdrückt sie und versucht sie schnell aus der Welt zu schaffen. Wie? Indem er mal schnell nachliest beziehungsweise sich in aller Kürze darlegen lässt, was man dagegen tun kann, um sich nicht eingestehen zu müssen ebenfalls von dieser Zivilisationskrankheit betroffen zu sein.

Da fällt mir ein: Mohrrüben zu essen und somit den Karren, der von staatlichen Interessen gelenkt wird, voranzutreiben, lässt den Eindruck entstehen, vegane Ernährung sei der Retter des Klimas. Nun, im Kontext der Menschheitsgeschihcte, eingebunden in den Kontext des Lebens an sich, sieht das schon wieder ANDERS aus. Wie? Das beschreibt William James Burroughs in seinem Buch, von dem es allerdings keine fünfminütige Kurzfassung gibt, die EINEM im Glauben ließe, mal eben das gesamte Buch gelesen und verstanden zu haben.

 

15 Kommentare zu “Kontext und Mohrrüben

  1. Wie definierst Du „heutige Zeit“? Das hört sich so an, als wären vielleicht die letzten 50 oder 100 Jahre gemeint. Es ist doch so, dass die Auflösung von Kontext dem menschlichen Wesen von Anfang an immanent ist. In der Neuzeit, seit der Industriellen Revolution, hat diese Dynamik der Kontextauflösung nur eine Beschleunigung erfahren. Die Dynamik selbst ist nichts Neues.

    Die Auflösung von Kontext ist als Naturzerstörung und Verschwinden von Natur und Artenvielfalt sichtbar.

    Ich habe gelesen, dass in der Welt der Insekten – vergleichbar den Säugetieren – ein Artensterben stattfindet, wonach – wie der Mensch unter den Säugern – die Ameisen die Insektenwelt erobern.

    Das könnte heißen, dass staatenbildende Großverbände wie Ameisen und Menschen ein Gegenstück zur Evolution im Sinne von Ausdifferenzierung bilden. Staatenbildende Großverbände als Involution = Vereinheitlichung.

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    • Unter “heutiger Zeit“ fasse ich die Dekohärenzeskalation der Digitalisierung zusammen, also die letzten paar Jahrzehnte, einfach nur der Verdeutlichung wegen, mit welcher Geschwindigkeit und Bandbreite die Kontextauflösung geschieht – und deren Auswirkungen sichtbar und vor allem spürbar werden. Dass diese Auflösung schon weit länger ihr Unwesen treibt, da gebe ich Dir Recht, allerdings erst mit Anbeginn des eigentlichen PROBLEMS, jenem, von dem die Pyramiden von Gizeh und die Sphinx erzählen – nun, zumindest erzähle ich es so in ‚Gotteslicht‘, einer Geschichte aus FRAGMENTE: Band 2 …

      Bezüglich der Ameisen: Auffällig ist, dass unsere Technologien immer abhängiger von der Sonne werden (Erdöl,Solarstrom), während wir Menschen uns mehr und mehr von der Sonne isolieren bzw. entfernen …

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  2. Ja, da bin ich mal gespannt, wie Du das deutest. Ich selber bin mir nicht sicher, ob die große Kontext-Auflösung mit der Feuernutzung begann oder mit der kognitiven Revolution vor ca. 70.000-40.000 Jahren oder mit der landwirtschaftlichen Revolution in der Bronzezeit (mithin der Dynamik, die durch die Pyramiden verkörpert wird). Mir will scheinen, eins ergibt sich zwangsläufig aus dem Anderen. Die landwirtschaftliche Revolution mit dem „Gotteslichtkult“ ergibt sich aus der kognitiven, und die kognitive Revolution ergibt sich aus der Feuernutzung. Ich habe schon mal das Bild des Reißverschlusses gebracht, wo die Schließfähigkeit durch ein verbogenes Häkchen aufgelöst und der Reißverschluss unbrauchbar wird. Ein anderes Bild ist die von der Nadel gefallene Masche, die das Gestrick an der Stelle auflöst.

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  3. ‚Kontext‘ heißt ja auch ‚Verwobenheit‘.
    Wenn das Weberschiffchen senkrechte und waagrechte Fäden verbindet, dann entsteht z.B. am Ende ein Teppich.
    Niemand muss weben können oder auch nur verstehen wie gewoben wird oder den Teppich unters Mikroskop legen, um diesen Teppich adäquat nutzen zu können.
    Das bedeutet, dass die Entkontextualisierung dort beginnt, wo der Einzelne das Produkt nicht in seiner Gänze des Erschaffungsprozesses und dessen Eingebundenheit in die Potentiallandschaft von allem sieht – und auch nicht sehen muss, weil er es ja nicht selbst erschaffen, sondern nur noch eintauschen/kaufen muss!

    Der rein wissensbasierte Kontext (z.B. im Bereich der digitalen Information, aber schon beginnend bei den ersten Schriften und Zahlen)) ist also gar keiner und kann auch gar keiner sein!

    Der Mensch hat seinen Kontext verloren, spätestens zu dem Zeitpunkt als er dieses Wort erfinden musste.
    Jemand, der in etwas eingebunden ist, besitzt kein Wort dafür, weil er dazu erst getrennt sein muss, um es so überhaupt erst sehen und nachfolgend benennen zu können.
    Der Fisch weiß darum nichts vom Wasser.

    Also könnte man weitergehend daraus schließen, dass der Beginn der Sprache an sich bereits einen Beginn der Dekontextualisierung darstellt.

    Und die Ursache dafür wiederum bestand, so vermute ich zumindest, in der Notwendigkeit sich zu organisieren, zu kooperieren, weil die subjektive, individualisierte Leistungsfähigkeit für das Überleben des Einzelnen (für sich und aus sich selbst heraus) nicht mehr ausreichend war.

    Der ’nackte‘, weil schutzlose Affe also.
    Ich hatte schon immer den Verdacht, dass der Verlust unseres Fells sich als Trauma bs heute hindurch nahtlos fortzieht und in Alpecine forte seine modernste Entsprechung findet 😉

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  4. Ist der Kontext verloren, steigen die Meeresspiegel ins Dramatische. Wenn bedingt durch eine Eiszeit, von der es auf diesem Planeten nicht nur eine gab, der Meeresspiegel sinkt, weil Meerwasser zu Eis wird und über lange Zeiträume über Land zieht, sinkt der Meeresspiegel nach und nach. Wenn das Eis wieder schmilzt und die klimatischen Bedingungen sich bessern, siedeln sich Menschen an den Küsten nach und nach an. Nun steigt aber der Meeresspiegel auch wieder an, bis zu dem Punkt, wo er zwar noch nicht seinen ALTEN Stand erreicht hat, aber bis dahin, wo der Mensch meint, seine Vorstellung von Leben sei extrem gefährdet und es möge doch bitteschön endlich mal jemand etwas unternehmen, damit der Spiegel nicht noch weiter steigt. Steigt er weiter, so weit, wie er EINST mal BEREITS hoch gewesen war, dann hat sich aus Sicht der Natur nichts Wesentliches geändert, aber aus Sicht der Menschen scheint etwas Katastrophales passiert zu sein, was es derart noch nie gegeben hat, nämlich steigende Meeresspiegel.

    Wir sollten vom Motto STOP CLIMATE CHANGE ablassen und uns auf START HUMAN CHANGE konzentrieren, wo Kontext wieder mehr Gewichtung erfährt.

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    • Hier liegt ja der sprichwörtliche Hund begraben:
      in dem Anspruch alles zu nivellieren und auf einem bestimmten Niveau einfrieren zu wollen (individuell wie global und deswegen ist er ja auch ein Feind von ‚Erwärmung‘, weil höhere Temperaturen die Moleküle ja tanzen lassen) wird ja versucht zu leugnen, dass das Leben ohne bestimmte Schwankungsbandbreite und Ausschwingen derselben nicht möglich ist.
      Unfähig sich selbst anzupassen muss der Mensch sich folgerichtig seine Umwelt anpassen.
      Dass dies unverhältnismäßig, sinnlos und letztlich erfolglos sein muss will er natürlich nicht hören, denn aus seiner eindimensionalen Sichtweise ist das eben alternativlos – und in gewisser Weise hat er sogar Recht: für eindimensionale Gesellen gibt es in der Tat keine Alternativen, denn das würde mindestens 2 Dimensionen voraussetzen 😉

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    • Ja, demnächst wird man entdecken, dass Leben selbst tödlich ist und dass man eben dem Tod nur entgehen kann, indem man sich in Bits und Bytes verwandeln lässt 😉
      Mit Angst treibt man die Schäfchen zur Schur zusammen.
      ‚Gottesfurcht‘ war ja auch schon immer das einzige Argument der Mächtigen, um sich ihren Privilegienstatus zu erschaffen und zu erhalten :
      „So unterwerft euch der göttlichen Gewalt des Hurricanes, mit dem Anus in Windrichtung, auf dass euch eure schlechten Winde entfahren und durch die göttliche Gnade des (Angst)Sturms fortgetragen werden! Solchermaßen gereinigt bleibt ihr am besten gleich untertänig liegen und wartet auf das Geheiß, das göttliche Gebot, in welche Richtung ihr eure Ärsche demnächst neu ausrichten müsst!“
      – anonymer Prediger –

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  5. Definition von Totalitarismus: Politik der Massenmobilisierung für unerreichbare Ziele im Namen überpersönlicher Wesenheiten wie Klasse, Staat oder Glaubensgemeinschaft.

    Deshalb ist der menschengemachte Klimawandel so attraktiv: damit lassen sich die Massen mobilisieren für das unerreichbare Ziel, die Erwärmung auf 2 Grad zu begrenzen.

    Es geht nicht ums Klima, sondern darum, den Massen den Ressourcenverbrauch zu verbieten, damit den Eliten mehr davon bleibt.

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    • Wäre mein Weltbild unflexibel und erstarrt, würde ich die Steinigung für die Person fordern, die offensichtlich den Teufel im Leib hat!
      Mein fortschrittlicher und flexibler Geist gebietet daher lediglich die Form der Lobotomie in Betracht zu ziehen, um Dir auf diese Weise zu einem menschwürdigeren Dasein zu verhelfen 😉

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  6. „Ja, es geht nicht um die Linearität EINES Lebens, sondern um die Zyklen des Lebens an sich. Kein Wunder, dass wir EINEN uns immer mehr in Kausalketten selbst gefangen nehmen“

    Vor ein paar Jahren dachte ich noch, dass diese einfachen Worte
    von vielen Menschen verstanden werden können.

    Ich habe mir Lao s Worte 10 mal durchgelesen; wenn es nur einen
    Menschen gelingt, dieses Wunder zu erfahren, hat sich alle Mühe
    gelohnt.

    Nun spricht der Zeitgeist mit mir und ich kann seine wortlosen Worte verstehen, was allerdings sehr einsam macht.

    Die Transmutation von freien Wasserstoff würde ja den
    Hunger nach Erdöl und Solarstrom enorm zügeln, der ja
    bekanntlich extrem Energieräuberrisch ist und mittels
    Zinsen an den Gevatter bezahlt werden muss.

    Selbst Kleinigkeiten wie das Luftwirbelrohr kann man erhlären
    und noch verbessern. Ganz abgesehen von der enormen
    Energiemenge in Wirbeln, wenn einzig die Polarität erkannt wird.

    Gut, am Südpol wächst das Eis und die Erdachse wird sich
    weiter neigen.

    Ja, DER-DIE Sphinx, Wächter des goldenen Abschlusssteines.
    Grösser als die Pyramiden kann man Hinweisschilder weltweit nicht bauen.
    Wenn man diese Hinweisschilder allerding in Informationen,
    in Einsen und Nullen auflöst, ist 1 plus 1 nicht mehr 3

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