Die eigentliche Katastrophe

Egal wie auch immer das vermeintliche Kräfteringen und der Gebärdenaustausch um Nordkorea ausgehen mag, die eigentliche Katastrophe ist längst geschehen. Sie offenbart sich in der Bereitschaft EINES einzelnen Menschen, sein eigenes Leben mit dem Leben von mitunter Millionen Menschen aufzuwiegen, nur um sein eigenes Dasein zu retten – mit allen Möglichkeiten, die ihm technologisch zur Verfügung stehen. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un verkörpert im Grunde den aktuellen Stand der Diktatur der Maschinen über den Menschen – und somit das bisherige Ausmaß jenes Feuers, dem der Mensch die natürliche Verwobenheit des Lebens opfert. Dergestalt fortgeschritten ist die im Roman aus 42 Geschichten dargelegte Dissoziation inzwischen … und dergestalt hat EIN jeder Anteil an der Katastrophe, da die menschliche Form des Fortschritts auf Kosten anderer Menschen anderswo und auf Kosten ANDEREN Lebens überall fußt. Nur will das nicht EINER wirklich wahrhaben, weshalb es einfacher scheint, die unbequeme Wahrheit auf EINEN Punkt zu konzentrieren, um sie gegebenenfalls vereinfacht loszuwerden. Doch der Schein trügt gewaltig – solange EINE Spezies im Schein dieses Selbstbetrugs weiter fortschreitet und sich einzig darauf konzentriert wird, woran immer mehr Menschen dekonzentrierend mitwirken. Es ist und bleibt der vergebliche Versuch EINER Spezies, der WAHRHEIT zu entkommen.

2 Kommentare zu “Die eigentliche Katastrophe

  1. Der eine posed mit dem X-Phone, der andere eben mit ’ner Hwasong-15.
    Beider ‚Identität‘ zehrt von dem maschinellen Accessoire, das eigentlich nichts anderes ist als die technische Substitution fehlender Eigenpräsenz.
    Ob jemand am ‚Smart’phone oder an der Rakete am Drücker sitzt ist dabei egal.
    ‚Die Magie der Drucktaste‘ (witzigerweise findet man das Buch nicht mehr im Netz?) beschrieb recht zutreffend, wie jeder ansonsten völlig Unterprivilegierte durch die Technik in den Stand versetzt wird den Zauberlehrling zu spielen und Macht auszuüben als Kompensation seiner Defizite (echte wie eingebildete).

    Der ‚Fortschritt‘ funktioniert im Prinzip wie die Echternacher Springprozession (2 Sprünge vor, 1 zurück), nur umgekehrt (1 Sprung vor, 2 zurück).
    Der ‚Fortschritt‘ besteht also darin, den Sprung nach vorne zu registrieren, zu memorieren und beständig zu propagieren, aber gleichzeitig die 2 zurück vollends zu verdrängen, zu leugnen (hier ist die Dissoziation) und so vollmundig verkünden zu können, dass es doch mit uns immer nur vorwärts ginge.

    Die werden sich wundern, wenn sie plötzlich der Neandertaler ‚überholt‘, wo sie in Wirklichkeit noch hinter diesen von ganz alleine zurückfallen…

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