Früher war alles ANDERS

Der zuvor angekündigte Obstsalat muss noch einen Beitrag lang warten, fiel mir doch EIN Buch in die Hand, das EIN Paradebeispiel für die geistreiche Fragmentierung EINER Spezies ist und offenbart, welch dissoziative Sichtweise Energieraub mit sich bringt – und welche Folgen unser Fortschritt immer folgenreicher hat, quasi chronisch bzw. faktisch werdend. Besagtes Buch stammt von Guido Mingels und trägt den Titel: Früher war alles schlechter: Warum es uns trotz Kriegen, Krankheiten und Katastrophen immer besser geht – Ein SPIEGEL-Buch.

Und was für EIN Spiegel es ist. EIN zeitgeistiger, EINER, der demjenigen, der hineinblickt, das erzählt, was er sehen respektive hören will. Klingt fast wie in EINEM Märchen. Nicht minder märchenhaft beschreibt der Autor, wie er zum Optimisten geworden ist – durch die “Betrachtung von Daten, Zahlen und Fakten“. Nun, da ist sie wieder, die fortgeschrittene, in meinen Beiträgen und Büchern oft erwähnte Dreifaltigkeit des Zeitgeistes. Jener Zeitgeist, den einst Goethe mit folgenden Worten entlarvte:

Was ihr den Geist der Zeiten heißt,
Das ist im Grund der Herren eigner Geist,
In dem die Zeiten sich bespiegeln.

[ … ]

Wenn eine Seite nun besonders hervortritt, sich der Menge bemächtigt und in dem Grade triumphiert, daß die entgegengesetzte sich in die Enge zurückziehen und für den Augenblick im stillen verbergen muß, so nennt man jenes Übergewicht den Zeitgeist, der denn auch eine Zeitlang sein Wesen treibt.

Quell

Im Grunde ist das Buch das kontextbefreite Schönreden EINES Unwesens namens Fortschritt, der zunehmende Robustheit EINER Spezies in den Vordergrund drängt und zugleich die zunehmende Fragilisierung selbiger Spezies verdrängt, ohne auch nur ansatzweise klarzulegen, dass der Fortschritt auf globalem Energieraub fußt und damit auf dem Rücken anderer Völker und ANDERER Lebewesen ausgetragen wird. Unsere Form des Fortschritts ist und bleibt vorerst die Beschleunigung der Verlangsamung der Bewusstwerdung von Folgen – für das Leben an sich und für uns Menschen. Fortschritt erscheint gut, solange die Auswirkungen im Kontext allen Lebens langsam genug geschehen.

Woran man erkennt, wie es wirklich um die Lebensfähigkeit EINER Spezies gestellt ist? Ganz einfach – ohne irgendeiner Vereinfachung zu bedürfen: Einfach den Strom abstellen. Dann zeigt sich, dass unsere Robustheit EINEN Hohlraum umkleidet und natürliche Antifragilität mehr und mehr auf der Strecke bleibt – die Strecke unseres Fortschreitens vom Leben an sich. Fortschritt entpuppt sich so in der Tat als Spiegel. Nur ist es EIN Spiegel, der nach und nach die unbequeme Wahrheit ausspricht – nachdem er ausgesprochen hat, was Fortschreitende gerne hören wollen. Das erinnert nicht nur an das Märchen von Schneewittchen, oder an die Geschichte Steves Job in Band 2: FRAGMENTE, sondern auch an manch EINEN Märchenwald.

Ergo, kein vereinfachtes Spiegelbild vermag die natürliche Verwobenheit des Lebens widerzuspiegeln, weder früher noch heute.

Ein Kommentar zu “Früher war alles ANDERS

  1. Ja, das Gefühl habe ich auch, dass eine Seite sich zurückziehen und im Stillen verbergen muss, während der Zeitgeist sein Unwesen immer lauter und allumfassender treibt. Und je lauter und umfassender der Zeitgeist sich bemerkbar macht, desto mehr treiben wir auf einen Systemkollaps zu. Bronzezeit 2.0 sozusagen.

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