Massenmenschhaltung

Die Kurzsichtigkeit des Fortschritts hat es sich zum Ziel gesetzt uns EINEN, in naher Zukunft, mit EINER weiteren Errungenschaft zu beglücken. Die Rede ist vom Kunstfleisch respektive Retortenfleisch, von dem nicht nur die Forschung begeistert ist:

Die Karlsruher Forscher stellten jedoch fest, dass in der Zukunft das so genannte In-Vitro-Fleisch helfen könnte, Probleme des Fleischkonsums mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung, den Klimawandel und den Tierschutz zu lösen.

Wiesenhof investiert in Kunstfleisch-Start-Up

Die Politik ist gefragt diese Alternative zu fördern, statt alten Zöpfen wie der Subventionierung von tierischen Produkten nachzuhängen.

Kunstfleisch

Clean meat is anatomically identical to animal flesh—because that’s precisely what it is—but without any drugs, animal suffering, or the need for large expanses of land and water.

The Best Burger Place Is a Lab

Um den Irrsinn dieser Kurzsichtigkeit zu verdeutlichen, seien zwei Fragen gestellt:

  1. Was genau ist Nahrung?
  2. Wo liegt das eigentliche Problem, das Kunstfleisch als EINE Lösung erscheinen lässt?

Hinsichtlich der Nahrung ist festzuhalten, dass sie allen Lebewesen als Medium dient, um verkörperte Lebendigkeit am Leben zu halten. Medium deshalb, weil Nahrung, zumindest von Natur aus und das bereits seit sehr, sehr langer Zeit, ein Lebewesen mit dessen Lebensbedingungen verbindet und es über Veränderungen im Umfeld informiert. Oder ANDERS ausgedrückt: Jedes Lebewesen verkörpert von Natur aus die eigenen Lebensbedingungen über das Aufnehmen von Nahrung.
Ein Großteil aller Nahrung ist durch das Sonnenlicht mit entsprechenden Informationen über natürliche Zyklen und Feedbacks ausgestattet und wird entsprechend zeitnah verzehrt, damit der Informationsgehalt, der WAHRHEIT gemäß, im Kontext des Umfeldes aufgenommen werden kann. Dadurch ist das Lebewesen durch die Aufnahme solcher Nahrung in die natürliche Verwobenheit eingebunden und kann entsprechend lebendig bleiben.
Bei uns Menschen sieht das seit der Sesshaftigkeit EIN wenig anders aus. Mit Beginn der Industrialisierung jedoch hat unsere Art der Nahrung immer weniger mit besagter verwobener Nahrung gemein, weil wir, durch Kontextzerstörung, immer weniger über unser Umfeld durch unsere Nahrung erfahren und so EINEN Zustand verkörpern, der nicht mit den natürlichen Gegebenheit zu vereinbaren ist. Dass wir diesen Zustand verkörpern können, “verdanken“ wir einzig unseren Möglichkeiten des Energieraubes.
Dieser Energieraub verlangsamt die Konsequenzen unserer technologischen Kurzsichtigkeiten in deren Auswirkungen auf unsere Körper, sodass es uns immer weniger gelingt, diese Konsequenzen mit unserem Fortschreiten von der natürlichen Verwobenheit in Verbindung zu bringen. Die Geschichte MASSENPHÄNOMEN in Band 1: CHRYSALIS nimmt sich dieser Zusammenhänge ausführlicher an.

So betrachtet, nimmt der Informationsgehalt unserer Nahrung seit der Sesshaftigkeit immer weiter ab und er fände seinen (vorübergehenden) Tiefpunkt mit der massentauglichen Produktion von Kunstfleisch, wenn dieses denn Verbreitung in naher Zukunft fände. Das Fleisch aus der Retorte, wie jedes an wesentlichen Informationen verarmte Nahrungsmittel aus dem Labor, erzählt dem Körper EINE Lügengeschichte, EINE, die noch weitreichender, weil subtiler, zu lügen vermag als es dem Fleisch aus der Massentierhaltung bereits seit Jahrzehnten möglich ist. Das eigentlich Perfide daran ist, dass viele Menschen an diese Lüge glauben wollen, da sie die Ausartungen und Abartigkeiten der Massentierhaltung nicht gutheißen können – was verständlich ist. Daraus wird EINE Akzeptanz hervorgehen, die Kunstfleisch und andere verzehrbare Kunstprodukte sich rasch verbreiten lassen wird – unzählige neue Probleme nach sich ziehend, allerdings, ohne dass die eigentlichen Problem überhaupt noch Berücksichtigung finden werden. Warum?  Weil als eigentliches Problem längst die Massentierhaltung vordergründig ist, aber jene problematische Entwicklung in den Hintergrund gerückt ist, die zur Massentierhaltung geführt hat – noch bevor jemand Kunstfleisch im Sinne hatte.
Die eigentlichen Probleme indes, sie entspringen unserer Erwartung, permanent über alle möglichen Fleischsorten billigst verfügen zu können, um diese jederzeit zu verzehren, unabhängig von natürlichen Zyklen, die Unverfügbarkeit nun mal mit sich bringen.

Je mehr der Mensch im Laufe seines weiteren Fortschritts derart an Informationen verarmte Nahrung  zu sich nehmen wird, desto intensiver und dringlicher wird er die Folgen des Mangels an verwobener Lebendigkeit durch technologischen Ersatz zu befriedigen versuchen. Unsere Spezies wird gezwungen sein, den Verlust wesentlicher, nahrhafter Energie, die nicht vereinfacht in Kalorien, Fett- und Proteingehalt gemessen werden kann, durch etwas zu ersetzen, das von Natur aus, dergestalt verzerrt und von Kontexten befreit, nicht verfügbar ist. Um diesen anwachsenden Bedarf zu stillen, ohne ihn jedoch auf diese Art je stillen zu können, bedarf es der Ausweitung der Massenmenschhaltung, auch Megacity, Metropole oder allgemein Ballungsraum genannt, denn derartige Räume sind die energieräuberischen Labore EINER Spezies, die sich mehr und mehr in EINE Lüge verstrickt – während der einsamste Ort der Welt die WAHRHEIT bleibt. Vielleicht aber haben immer mehr Menschen Mitleid mit den ANDEREN Lebewesen in der Massentierhaltung, weil diese widerspiegeln, was uns EINEN in unserer Massenmenschhaltung erwartet?!

So mästet sich der Fortschritt selbst. Er vereinfacht EINE lange Verkettung von Problemen als EIN Problem, wie z. B. die Massentierhaltung, und bietet für dieses vereinfachte Problem EINE weiter fortgeschrittene Lösung an, wie z. B. das Kunstfleisch. Somit scheint irgendwann gelöst, was aber als Verkettung viele weitere Konsequenzen nach sich ziehen wird – nur werden diese nicht mehr mit den eigentlichen Problemen in Verbindung gebracht. Weitere Beispiele diesbezüglich gibt es zuhauf im Treiben EINER Spezies, denn wie sonst könnten wir dermaßen energieräuberisch weiter fortschreiten, wenn nicht über all den Mist, denn wir unterwegs immer mehr anhäufen? Apropos, auch dafür gibt es bereits EINE angedachte Lösung: Fleisch aus Kot. Guten Appetit.

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