Shannon und die smarte Informationslüge

Claude Shannon wird wie kaum EIN anderer mit dem Begriff der Information in Verbindung gebracht, seine Arbeit gar als Ursprung des Informationszeitalters angesehen, in welchem wir uns heutzutage wähnen. Näher beschrieben werden Person und Werk – und unser Verständnis von Information – anbei zitiert und verlinkt:

The source of that power lay in Shannon’s eagerness to explore information’s deep structure. In his hands, it became much more than a mechanical problem of moving messages from place to place; it began with rethinking what it means to communicate and to inform, in the classical sense. It was an old question – but now we live in an age of information, in large part, because of how Shannon gave that old question new life.

aeon.co – The bit bomb

Tragischerweise belügen wir uns auch heutzutage noch immer selbst, denn in EINEM Informationszeitalter leben wir keineswegs. Vielmehr leben wir in EINER Zeit der Daten und, wie vorheriges Zitat klarlegt, sind wir von Missverständnissen, hinsichtlich der Begriffe Information und Kommunikation, mehr und mehr umzingelt, woraus wahrscheinlich unser Bestreben hervorgeht uns, mittels smarter Algorithmen, die Selbstbelügung schön zu reden, sie gar in schöne Versprechungen kleidend, um die Missverständnisse, die sie verkleiden, nicht als tickende Zeitbombe erkennen zu müssen.

Das Thema der Daten und Informationen, mitsamt der Folgen ihrer Verwechslung beziehungsweise Gleichsetzung, begleitet nicht nur die 42 Kurzgeschichten meines dissoziativen Romans, es kam auch bereits hier zur Sprache und soll mit diesem Artikel in den Kontext der fortschreitenden Versmartung unser aller Leben gesetzt werden, die sich anschickt, der natürlichen Verwobenheit unter die Arme zu greifen, um zu retten, was unsere Selbstbelügung längst angerichtet hat. Im Grunde wäre die bisherige und die kommende Entwicklung unseres technologischen Fortschritts kein Problem, gäbe es das Kernproblem nicht: unsere Ausbeutung von Fremdenergie, auf der unser Fortschritt fußt.

Daten sind zwangsläufig die Folge von Energieraub, während smart zu sein bedeutet, dass man energieräuberisch ist. Die rasante Verbreitung der Smartphones könnte gar als Pandemie energieräuberischen Siliziums angesehen werden, das längst den Kohlenstoff des Lebens befallen hat – zumal es von Natur aus keine Pandemien und Epidemien geben kann, wie anhand des natürlichen Vermögens der HARMONISIERUNG durch Viren und Bakterien bereits mehrfach beschrieben wurde. Smartness ist demgemäß der energieräuberische Prozess der Aufspaltung von Exformation in Daten und der anschließende Verkauf der Spaltprodukte als Information. Exformation ist die natürliche Redundanz, der Kern jeder Information, und somit die bereits über, mitunter, lange Zeiträume miteinander verwobene Vorarbeit, die Exformation und Information verbunden hält, ohne den Einsatz geraubter Energie, zur Schaffung von Informationstiefe. Diese natürliche Redundanz zeichnet sich durch Beschränkung auf das Wesentliche aus, ohne dass es zur Vernichtung der Verbundenheit kommt. Ganz im Gegensatz zur Redundanz, wie Shannon sie im Sinn hatte. Was Shannon daher unter Information (miss)verstand und heute noch immer unter Information (miss)verstanden wird, ist der Versuch, natürliche (Aus)Strahlung so weit einzudämmen, dass die Energie, die durch Kernspaltung der Exformation verfügbar wird, für menschliche Harmonievorstellungen möglichst profitabel genutzt werden kann, sprich, je mehr Informationsverlust durch Vereinfachung, desto mehr Gewinn für die smarten Kernspalter der Exformation.

Daten verhalten sich zu Informationen und Informationen zur Exformation wie Impfungen sich zu Infektionen und Infektionen zu Populationen verhalten. Oder anders: Daten verhalten sich zu Informationen und Informationen zur Exformation wie Terminatorsaaten sich zu natürlichen Saaten und diese sich zur Umwelt verhalten, in der sie letztlich austreiben und Wurzeln bilden. Oder noch anders: Daten verhalten sich zu Informationen und Informationen zur Exformation wie Schriftsprachen sich zu Körpersprachen und Körpersprachen sich zu denen verhalten, die in ihrem Habitat auf diese Körpersprachen angewiesen sind. Oder ganz anders ausgedrückt: Daten verhalten sich zu Informationen und Informationen zur Exformation wie EINE Maschine sich zu verkörperter Lebendigkeit und verkörperte Lebendigkeit sich zur Sonne verhält.
Was daraus folgt? Dass sich zwischen Exformation und Daten umso mehr Lügen und Missverständnisse ausbilden können, je mehr Fremdenergie auf diesem Weg zum Einsatz kommt. Das Internet und die globale Vernetzung unserer Kommunikation macht genau dieses deutlich, einhergehend mit der fortschreitenden Vereinfachung aller gesprochenen respektive verkörperten Sprachen in Bits, in Nullen und Einsen … und Emojis sowie dergleichen. Was daraus wiederum erfolgt? Ganz einfach: Daten lernen nicht dazu, genau wie Impfungen, genau wie Terminatorsaaten … genau wie wir Menschen, je länger wir Daten mit Informationen gleichsetzen und uns von Smartness belügen lassen.