Anti-Bücher für pro-biotisches Leben

Wolfgang Steinig schrieb in seinem Buch “Als die Wörter tanzen lernten“ folgenden wegweisenden Satz:

Der Kurs sprachlicher Aktien droht weiter zu fallen, während die Notierungen von Bilderwelten unaufhaltsam steigen.

Wie gut, dass ich mit meinen 42 Kurzgeschichten, die, verteilt auf 6 Bände, EINEN dissoziativen Roman ergeben, nicht an der Börse notiert bin. Wäre ich jedoch der Mehrheitseigner EINES solchen Pennystocks, müsste ich interessierten Aktionären und eventuellen Anteilseignern erzählen, warum der Kurs meiner Bücher derart niedrig ist und mich rechtfertigen, warum die Bücher so ANDERS sind und nicht, wie manch EINE an die Gesellschaft angepasste Erfolgsgeschichte, laufend für sprudelnde Gewinne sorgen.

Nein, solche Sorgen habe ich nicht. Dafür aber ANDERE. Solche, die anti-abiotisch sind, also pro-biotisch.

Von besagten Büchern sind CHRYSALIS: Band 1 und FRAGMENTE: Band 2 aktuell verfügbar. RAUB: Band 3 steckt noch etwas im Geburtskanal fest, doch bin ich diesbezüglich guter Dinge. Allen drei – und jenen drei, die noch folgen werden, um EIN etwas ANDERES Sextett zu vervollständigen, sind in vielerlei Hinsicht ziemlich anti – oder pro, je nachdem, welches Vermögen EINER anhäufen respektive fördern möchte. Anbei folgen daher ein paar Beispiele meines literarischen Anti-Lopenseins, das dem kapital(istisch)en Löwen agil vor der Nase herumspringen kann, ohne befürchten zu müssen, von diesem gejagt und gefressen zu werden, weil die Anti-Lope im Privatbesitz ihrer Ausdrucksmöglichkeiten ist – und der Löwe plump und vollgefressen.

Die 42 Kurzgeschichten,

  • sie verstehen das Leben nicht als robust erscheinende Fassade, sondern als anti-fragiles Verweben von Möglichkeiten eines tiefgreifenden Fundaments, dessen Konsequenzen und Chancen inklusive;
  • sie führen keinen anti-mikrobiellen beziehungsweise anti-viralen Feldzug gegen die Kleinsten an und verstehen sich auch nicht als Ansammlung smarter Schachzüge gegen alles Lebendige;
  • sie erwecken zwar den Anschein von anti-technologischen Strömungen, doch setzen sie sich energisch für Technologien ein, wenn diese nicht auf EINEM Energieraub fußen – und damit noch gänzlich am Anfang ihrer Entwicklung stehen;
  • sie sind ein potentes Anti-Dot, wirksam gegen digitalen Wahnsinn und anale Ausscheidungen, die nicht nur gehörig gegen den Wind stinken, sondern zudem nach Verwesung riechen, sprich, dem Verlust des Wesentlichen;
  • sie beschreiben daher das Wesen aller Anti-Körper, solche, die nicht in EINE Gesellschaft passen, der eingeimpft worden ist, sie sei von Natur aus eine Herde und immun gegen die Unberechenbarkeiten des Lebens;
  • sie hegen eine ausgeprägte Anti-Pathie gegen faktischen Zement, der auf Kosten vieler Menschen und ANDERER Lebewesen mit Schweiß, Blut und Quellwasser angerührt wird, um die robusten Fassaden des Fortschritts weiter robust erscheinen zu lassen, ohne die Zunahme von Rissen zu thematisieren;
  • sie sind das Anti-Arrythmikum, das, Kontexte bewahrend eingenommen, EINE der häufigsten Erkrankungen des Menschen auszuheilen vermag – räuberische Taktlosigkeit anderen Menschen und ANDEREM Leben gegenüber;
  • sie bilden mit den anderen meiner Texte eine Gemeinschaft von Anti-Stars, die der Gesellschaft den Spiegel vorhalten, wobei die Anti-Stars nicht wären, gäbe es die Kluft zwischen Gemeinschaften und Gesellschaften nicht, EINE Kluft, die umso breiter wird, je länger sich die Gesellschaft dem Blick in den Spiegel beziehungsweise ihrem Anblick im Spiegel verweigert;
  • sie anti-zipieren, was mit EINER Spezies geschehen wird, wenn sie sich weiterhin immer mehr von Anderen der eigenen Art und ANDEREN isoliert und das global als Freiheit verkauft;
  • sie sind in Worte gekleidetes Anti-Mon, im Sinne der alchemischen “Quintam essentiam Antimonii“;
  • sie sind anti-parallel unterwegs, also entgegen der verallgemeinerten Meinung der Masse, die sich mit immer mehr Vereinfachungen abspeisen lässt, so immer mehr Masse ansammelnd, die zur Stase führt;
  • sie sind die Anti-Pasta, die dem Hauptgericht vorausgeht, das jedoch vielen Menschen nicht schmecken wird;
  • sie wirken anti-quiert, weil ihre jeweilige Lesedauer weit über den von fortgeschrittenen Menschen präferierten 3 Minuten liegt, mitunter benötigen die Geschichten gar EINE lebenslange Lesedauer, der Sensibilisierung für die tabuisierte Allgegenwärtigkeit EINES Raubes wegen;
  • sie sind somit allem voran eines, nämlich EINE anti-zyklische Investition in die Spezies Mensch, vorausgesetzt, man kann die 42 Geschichten als Krankengeschichte EINER Dissoziation annehmen. Doch Vorsicht: Symptome sind das Vokabular einer jeden Krankengeschichte. Die Vokabeln zu ignorieren oder zu beseitigen, bedingt nicht, dass die Geschichte nie geschehen ist, sondern nur, dass sie nicht mehr erzählt werden kann. Ja, EINE anti-zyklische Investition in die Spezies Mensch, weiter vorausgesetzt, man bringt sein gesamtes Körperkapital in das Leben ein, bereit, immer mehr auf Fremdenergie, sprich, Energieraub zu verzichten, denn je geringer das lauter werdende Bedürfnis nach solcher Energie, desto größer das Vermögen des Lebens, um wesentliche Bedürftigkeiten stillen zu können.

Davon erzählen die sechs Anti-Bücher, in Form meiner Anti-Aktie, die an keiner Börse gehandelt wird, aber ansonsten für jeden Lebensraum verfügbar ist, wo alltäglich Energieräuber am Werke sind. Davon kann sich jeder Leser selbst EIN Bild machen.

 

 

 

Ein Kommentar zu “Anti-Bücher für pro-biotisches Leben

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