Wie der Mensch die Evolution k.o. geschlagen hat und nicht müde wird, weiter auf sie einzuprügeln – Teil 1

Wie der Mensch die Evolution k.o. geschlagen hat und nicht müde wird, weiter auf sie einzuprügeln – Teil 1

Wie der Mensch die Evolution k.o. geschlagen hat und nicht müde wird, weiter auf sie einzuprügeln – Teil 2

Warum schaffen wir Menschen immer mehr Probleme, die wir als Lösung für vorherige Probleme verkaufen können? Warum werden wir nicht müde, nicht aufzuwachen und erkennen nicht, dass nicht alles wahrhaft glänzt, was im Schein fortgeschrittener Technologien als Lösung propagiert wird? Warum interessiert uns Menschen nur noch die Rattenschwanzspitze EINES problematischen Rattenschwanzes, der durch unser Desinteresse, der Ratte gegenüber, immer schneller immer länger werden kann? Der Versuch EINER einfachen Antwort, wie im Beitrag zuvor in Aussicht gestellt, er lautet: Weil wir seit langem in EINE Idee verliebt sind – die Idee vom Anfang, dem zwangsläufig EIN Ende zu folgen hat. Klingt doch eigentlich ganz einfach, oder!?

Dieser Einfachheit sind auch andere auf der Spur, nur verfallen sie gerne dem Sirenengesang der Vereinfachung, um das derart Vereinfachte anschließend zu verallgemeinern. Zu diesen gehört zum Beispiel Jeremy England. Wie hier dargelegt wird, ist er dem Einfachen inzwischen deutlich näher, als es den meisten Menschen bisher gelungen ist, sich diesem Einfachen anzunähern, und doch basiert sein Ansatz zur Lösung vieler Fragen, das Leben betreffend, auf Anfang und Ende.

Der Rattenschwanz, er nahm seinen Anfang mit der Annahme des Anfangs der Welt. Und wo EIN Anfang ist, da muss irgendwann auch EIN Ende folgen. Man mag jetzt einwenden, dass unser Alltag von Anfängen und Enden geprägt ist, dass nichts sein kann und folglich auch nichts ist, das nicht über EINEN Anfang und somit EIN Ende verfügt, wie beispielsweise das eigene Leben. Alles hat schließlich EIN Ende und nur die Wurst, wie man so sagt, sie hat zwei. Entsprechend hat auch das Universum EINEN Anfang, der allgemein als Urknall bezeichnet wird und EINEN Prozess in Gang gesetzt haben soll, der noch andauert und irgendwann im Untergang des Universums enden soll. Auch dem Leben auf der Erde wird EIN Anfang unterstellt, der in Gang setzte, was wir unter Evolution verstehen und der auch die Entwicklung der Menschen, bis zum heutigen Tage, miteinbezieht.

Verständlich, dass man bei so vielen Anfängen, die EINEM alltäglich überall und jederzeit begegnen, irgendwann mit all den Enden durcheinanderkommen muss, woraus letztlich die Annahme von zunehmender Komplexität im Raume steht respektive liegt, in Form besagten Rattenschwanzes, der gar EINE Rattenplage vermuten lässt, da man vor lauter Angefangenem nach dessen Ende suchen muss. Um die Suche zu vereinfachen, konzentriert man sich einfach auf das offensichtlichste, aktuellste Problem, EINES, das als besonders problematisch propagiert wird. Und, zack, mit fortschrittlichem Messerhieb EIN kurzes Stück vom Rattenschwanzende abgeschnitten und isoliert vom langen Rest betrachtet, damit man Wissen schafft und so schafft, was bisher nicht möglich schien. EINE Lösung für das Stück ist alsbald zur Hand, da das abgeschnittene Problem ja begrenzt worden ist, sprich, nun über EINEN Anfang und EIN Ende verfügt. Dass das Stück aber nicht mehr im Kontext des Rattenschwanzes, geschweige der Anwesenheit der Ratte, betrachtet wird, stört keineswegs, denn der Fortschritt des Menschen bemisst sich an der Menge der Lösungen, die präsentiert werden können. Fatal, denn die Auswirkungen dieser Herangehensweise werden immer deutlicher spürbar, für immer mehr Menschen und für immer mehr ANDERE Lebewesen. Fataler werdend, denn mit jedem weiteren abgeschnittenen Stück wird der noch ungelöste Rest vom Rattenschwanz keineswegs kürzer, sondern länger, weil am verletzten Rattenschwanzende, durch Kontextbeschneidung, immer schneller immer längere Spitzen nachwachsen. Rattenschwanz eben.

Zur Verdeutlichung unseres weitreichenden Trugschlusses vom Anfang und Ende, sei EIN Blick in EINEN endlichen Becher geworfen, in dem sich EIN Eiswürfel befindet, dessen Schmelze ihren Anfang nimmt. Was wird geschehen? Immer mehr Wasser wird sich im Becher ansammeln und immer weniger wird der Eiswürfel als solcher erkennbar bleiben. Das Ende des Schmelzprozesses? EIN Becher mit Wasser drin. Der Eiswürfel symbolisiert das Problem, das Wasser im Becher die Lösung. Und der Becher? Unsere Art mit Problemen umzugehen.
Hätten wir indes keinen Becher zur Hand, würde uns die Auflösung EINES Problems durch die Finger rinnen und EIN Problem kein Ende finden. Woher aber stammt das Wasser, das zum Eiswürfel wurde und wieder zu Wasser wird? Und wohin würde dieses ohne Becher gelangen? Oder EIN wenig ANDERS gefragt: Was stimmt nicht an der verbreiteten Annahme, dass das Universum und das Leben, unabhängig voneinander mit enormem zeitlichen Abstand, ihren jeweiligen Anfang nahmen? Wobei ersteres der Entropie, der Unordnung, zum Opfer fallen und letzteres der Entropie entgegenwirken soll? Die Ratte, sie kennt die Antwort – und verrät sie im zweiten Teil.