Von Inkas, Mayas, Indianern und Heimbewohnern

Man sagt, Masern und Pocken seien von Natur aus nimmersatte Killer und verweist zur Untermauerung dieser Aussage auf die Millionen, durch Masern und Pocken bedingten, toten Ureinwohner Amerikas, die eben diesen Killern zum Opfer fielen – damals, als die Europäer vor Jahrhunderten mit Kind, Rind und Kegel zu neuen Ufern aufbrachen:

Die Europäer brachten Krankheitserreger mit, die es vorher auf dem amerikanischen Kontinent nicht gab: Pocken, Grippe, Masern und Cholera. Gerade die Pocken haben die indianische Urbevölkerung dezimiert […].

Quelle: swr.de – Tausend Antworten

Aktuell, so liest man, sterben in Pflegeheimen weltweit zahlreiche hochbetagte und mehrfach vorerkrankte Menschen an einem Virus namens COVID-19:

Ungefähr jeder zweite Todesfall durch das Coronavirus in fünf europäischen Ländern wird einer Studie zufolge aus einem Pflegeheim gemeldet.

Quelle: SPIEGEL panorama – Zahl der Covid-19-Toten in Pflegeheimen stark unterschätzt

Die Täter, vergangen wie gegenwärtig, scheinen demnach auf frischer Tat ertappt: Viren. Aber ist dem wirklich so? Sind Viren die primären Erreger von Krankheiten und die symptomlastigen Krankheiten somit sekundär die Folge deren übelsinnigen Taten? Mal ANDERS gefragt: Wären Masern und Pocken den amerikanischen Ureinwohnern auch zum Verhängnis geworden, wenn der Mensch nicht Tiere domestiziert und die Nachfahren der Domestizierer nicht mit Schiffen sich zu neuen Ufern aufgemacht hätten? Wären in den Pflegeheimen alte Menschen innerhalb weniger Wochen vermehrt gestorben, wenn es in unserer modernen Gesellschaft nicht üblich wäre, derart viele alte Menschen auf EINEN isolierten Raum zu konzentrieren?

Offensichtlich wird der Natur immer öfter etwas unterstellt, was erst dergestalt möglich geworden ist, weil der Mensch es förmlich erzwungen bzw. provoziert hat. So glauben wir, schnell einen Täter seiner hinterhältigen Taten überführt zu haben, übersehen aber, wer wirklich den primären Stein solch einer Entwicklung ins Rollen gebracht hat. Obendrein wollen wir nicht verstehen, dass insbesondere Viren sekundär Aufmerksamkeit mittels Symptomen erregen und so auf koevolutionäre Verwerfungen hinweisen, die bereits vor dem Gewahrwerden der Viren unsererseits, also primär, existierten und nicht dadurch wieder verschwinden, dass man einzig die Aufmerksamkeitserreger aus der Welt spritzt, ohne sich weiter um die eigene Anpassungsfähigkeit an selbst geschaffene Lebensräume kümmern zu müssen.

Nirgends könnte sich von Natur aus ein Virus derart rasch und entsprechend dezimierend über Kontinente ausbreiten, wie es bei Masern und den Pocken erst durch das Treiben bzw. Verbleiben der Menschen möglich wurde. Nirgends in der Natur sammeln sich alte Lebensformen derart an einem Ort über längere Zeit an, wie es in Pflegeheimen der Fall ist. Nirgends ist es der Biologie weitreichender untersagt, sich im Laufe der Zeit an die Umwelt anzupassen, als in EINEM menschlichen Körper.
Sind demnach Viren, die symptomlastig reagieren, Geißeln der Menschheit – oder ist die eigentliche Geißel fortschreitender Menschen nicht vielmehr die grassierende Kurzsichtigkeit selbiger? Menschen, die größtenteils davon überzeugt sind, dass koevolutionäre Verwobenheit, die über Jahrmillionen miteinander durch dick und dünn gegangen ist, im Nu und stark vereinfacht der Allgemeinheit per Spritze folgenlos verabreicht werden kann. Wofür? Um die eigene Kurzsichtigkeit global als Weitsicht zu verkaufen – und das in der Annahme, dass solcherart Vereinfachung, die anschließend völlig kontextbefreit verallgemeinert wird, ebenfalls ohne Konsequenzen für alle Menschen bleibt. Hauptsache Menschen müssen sich den Konsequenzen ihres Treibens bzw. Verbleibens nicht stellen und können ANDEREN immerfort die Schuld in die nicht vorhandenen Schuhe schieben, während sie selbst beschuht ANDERE ansonsten schwer zugänglichen Habitate betreten – und zu weiteren Ufern aufbrechen, weil sie vergangene Konsequenzen immer irgendwann einholen, ihnen das Leben vor Ort schwermachend. Ergo: Jede neue sogenannte Seuche ist die Aufsummierung vergangener Konsequenzen menschlicher Kurzsichtigkeit, bedingt durch mangelnde Anpassung an Selbstgeschaffenes.

Aber die Pocken, mag nun manch EINER einwenden, sie sind doch durch fortschrittliche Impfungen besiegt worden. Auf den ersten Blick vielleicht. Hier ein zweiter, schließlich haben wir seit dem erstmaligen Auftreten der ursprünglichen Pocken nicht wirklich etwas dazugelernt. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Im eingangs verlinkten Text wird die Frage gestellt, warum die Europäer ihrerseits nicht durch amerikanische Infektionen derart in Mitleidenschaft gezogen wurden, wie es den Ureinwohnern Amerikas widerfahren war. Die Antwort? Weil die Europäer über Generationen in ihrer Heimat bereits verschiedensten Erregern mit allen Konsequenzen begegnet waren. Was mag das übertragen auf den modernen Menschen für selbigen bedeuten, der, im Griff EINES sich weiter beschleunigenden Fortschritts, immer mehr zu EINEM künstlichen Bewohner seines Heimes, sprich, seiner selbst geschaffenen Isolation vom Leben wird?

 

 

 

 

 

4 Kommentare zu “Von Inkas, Mayas, Indianern und Heimbewohnern

  1. Auch wenn der verlinkte Text mit EINER Kurzssichtigkeit tituliert ist, so entwickelt er sich gegen Ende durchaus weitsichtig, auch wenn diese Richtung manch EINEM nicht geheuer ist:

    https://www.spektrum.de/news/woher-kommt-das-coronavirus-und-was-tut-es-als-naechstes/1733810?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

    Masern wären WAHR-scheinlich auch längst global problemlos handhabbar, käme es nicht aufgrund massenimpfologischer Intervention immer wieder zu Problemen …

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